Hampi. Tempel, Hitze & ein Festival

Kaum aus dem Bus raus erwarteten uns und die anderen Passagiere im Bus eine Herrschar an Rikscha Fahrern und Verkäufer von Karten und allem Anderen Klim bim,  genau das was man nach einer solchen Busfahrt dringend benötigt. Aber egal, denn unser Hotel (Gopi Guest House) hatte uns schon einen Fahrer geschickt der uns mit einem großen Schild mit unserem Namen bereits empfing. Die Fahrt zum Hotel dauerte keine fünf Minuten und schon auf dem kurzen Stück konnten wir erste Blicke auf die uralten Tempelanlagen werfen. Aber erstmal ins Hotel, ankommen, frühstücken, auspacken und vorallem eine kalte Dusche nehmen. So war der Plan, nur bekanntlich sind Pläne in Indien meist nicht so wirklich einzuhalten. Unser Fahrer brachte uns zunächst einmal ins Restaurant des Hotels und teilte uns mit, das unser Zimmer erst in zwei Stunden fertig sei, alles halb so wild dachten wir uns und setzten uns an einen Tisch und bestellten zwei Porridge zum Frühstück (ja genau Backpacker Food). Der nette Fahrer trat erneut an uns heran und schnell wurde klar, der will uns jetzt eine Tour verkaufen und weiß der Geier was. Aber Ruckzuck haben wir ihm zu verstehen gegeben, dass wir auf keinen Fall irgendetwas kaufen oder geschweige denn ne Tour buchen werden. Wir wollen einfach nur etwas essen und so schnell wie möglich in unser Zimmer. Alles klar vorerst haben wir den Kollegen abgewimmelt. Nebenbei erzählte er uns, dass am kommenden Tag ein großes religiöses Festival stattfindet und wir glücklich sein können hier zu sein. Das ist ja perfekt dachten wir uns und waren voller Vorfreude auf unser erstes Festival in Indien und dann gleich noch an so einem magischen und religiösen Ort wie Hampi.

Kurz darauf sagte man uns das unser Zimmer fertig sei, ging schneller als gedacht. Oh ja ne kalte Dusche wäre jetzt super, denn das Thermometer erreichte bereits um neun Uhr die 35 Grad Marke, es hatte etwas von brennender Wüstenluft. Hier sei gesagt, dass wir nochmal einen Anlauf starten wollten und uns für die erste Nacht ein Zimmer nur mit Ventilator gebucht hatten (denn Low Budget Backpacker on Tour). Als der Kollege die Zimmertür hinter uns zu machte und der Ventilator die aufgeheizte Zimmerluft im Raum verteilte, wir das Badezimmer (bestehend aus einem 60 Zentimeter schmalen und zwei Meter langen Schlauch) sahen,  wurde uns beiden schlagartig klar, wiedermal die falsche Entscheidung getroffen zu haben. Hier gibt es kein Meer, es ist nochmal acht Grad wärmer als in Goa und wir beiden Vollpfosten glauben allen ernstes wir schaffen es diesmal ohne Klima. Keine Chance sage ich euch, es war wirklich wie in einem Brutkasten. Das Ende vom Lied war mal wieder, Zimmer mit Klima buchen. Leider hatte unser Hotel kein Zimmer zur Verfügung wir haben aber schnell im Internet ein schönes erschwingliches Zimmer mit Air Condition gefunden. Zack direkt für drei Nächte gebucht. Zwar mussten wir jetzt die erste Nacht doppelt bezahlen aber bei einem Zimmerpreis von neun Euro inklusive Frühstück (also im Gopi Guesthouse) konnten wir das verkraften.

 

Also nicht mal ausgepackt hieß es wieder umziehen, ins Lakshmi Hotel. Jetzt aber auspacken, Klima an und ab unter die Dusche. So frisch und voller Tatendrang nahmen wir unsere Kamera unter den Arm und zogen los in Richtung der großen Tempelanlagen die wir bereits vom Gopi Restaurant aus gesehen haben. Caro hatte im Vorfeld über Hampi gelesen, dass es hier sehr viele Verkäufer auf den Straßen gibt und jeder einem was andrehen möchte und natürlich haben alle den besten Preis. Ich kann dazu nur sagen, ja es ist absolut richtig und jeder aber auch jeder will dir was andrehen und dich in seinen Laden holen. Irgendwie war uns das gerade alles zu viel vor allem nach der anstrengenden Anreise, dem wenigen Schlaf und der Hitze. Wir guckten uns beide an und uns stand ins Gesicht geschrieben „Nein Ich will das hier jetzt nicht“, geht alle weg und lasst mich in Ruhe. Wir konnten diese unglaubliche Kulisse und die Umgebung der Stadt, diesen Flair von dem wir soviel gelesen hatten überhaupt nicht wahrnehmen und waren einfach nur genervt von allem und jedem. Trotzdem sind wir eine kleine Runde vorbei an den Tempelanlagen und am Fluß (der rechtsseitig der Stadt verläuft) spazieren gegangen und haben ein paar schöne Fotos gemacht. Wir beschlossen dann noch etwas essen zu gehen (ein Traum das Essen hier) und uns dann einfach ins Bett zu legen und den Tag abzuhaken.

 

Neuer Tag, neue Chance für Hampi. Genau stimmt heute ist ja das Festival und der Kollege vom Gopi´s (natürlich haben wir nur hier gegesssen, einfach göttlich) meinte es wird voll und laut werden. Ab zum Frühstück und dann auf zur Tempelanlage schauen was das für ein Festival ist und was so abgeht.

Leute wir können euch sagen, es war der absolute Punk. Hunderte wenn nicht tausende Menschen (Hampi hat 600 Einwohner) überall wo man hinschaute waren Menschen, Stände mit Essen, Fahnen und Farben die man in die Luft schmeißen konnte. Unzählige Verkäufer die kleine Bananen mit Blumen verziert als Opfergabe verkauften. Es war wie auf einer Kirmes nur ohne Fahrgeschäfte. Vor dem Tempeleingang standen zwei riesige mehrstöckige Türme an denen vier große Holzräder befestigt waren. Vorne waren zwei dicke und 30 Meter lange Taue befestigt. Vor dem Turm tanzten die Menschen zu ohrenbetäubenden Trommel Rhytmen und bewarfen sich gegenseitig mit den bunten Pulverfarben. Die Atmosphäre war vollkommen extatisch und rechts und links der Straße standen die Menschen und warteten voller Spannung auf den Beginn der Zeremonie. Dann endlich ging es los, ein riesiger bunt geschmückter Elefant wurde vor den Turm gespannt und hunderte Menschen schnappten sich die Taue, lautes trommeln leitete den Spaß ein. Und plötzlich setzte sich dieser riesige Turm in Bewegung und rollte die Straße herunter. Die Menschen flippten völlig aus, schmissen wie verrückt mit den Bananen um sich, filmten und gröllten was das Zeug hielt. Es war schon sehr beeindruckend das zu erleben. Nachdem wir noch ein paar Minuten das Spektakel verfolgten machten wir uns auf in unsere Unterkunft.  Am nächsten Morgen stand unsere Wanderung zum Gipfel des Mantanga Hills an um den Sonnenaufgang zu erleben. Gesagt getan, für uns ging es um 4.30 Uhr los, Stirnlampen auf und ab gehts. Laut Internet gibt es nur einen Weg auf den Berg, da es aber stockdunkel war verpassten wir den richtigen Weg (zwei große Schilder haben darauf hingewiesen, wir waren glaube ich einfach noch zu müde) und liefen erstmal eine gute Stunden in den Hügeln umher und fanden den Weg zum Gipfel einfach nicht (laut Google sollte die Sonne um 06.07 Uhr aufgehen). Mittlerweile war es halb sechs und wir völlig genervt, müde, klitschnass geschwitzt und auf dem Rückweg Richtung Tal. Der Sonnenaufgang war in diesem Moment für uns gestorben und unser Schweigen signalisierte uns gegenseitig ein falsches Wort und hier ist Achterbahn. Völlig genervt von uns und unser Unfähigkeit den Weg zu finden schauten wir unten am Fuße des Berges auf ein Schild auf dem in großen roten Buchstaben geschrieben stand, hier entlang zum Gipfel.

Oh man unglaublich, egal dreissig Minuten bleiben bis zum Gipfel. Vollgas hieß es jetzt und zu unserem erstaunen war eine Treppe in die Felsen gehauen und Steine gelegt worden um den Hügel zu erklimmen (unser erster Weg war da bedeutend mühsamer, weder Treppen noch irgendwas das nach einem Weg aussah...).

Wir haben es tatsächich rechtzeitig geschafft und der Weg war schön und abenteuerlich aber der Blick vom Mantanga Hill war einfach nur atemberaubend für uns und der Sonnenaufgang wirklich jede Strapaze wert.

Nach einer Stunde sind wir dann wieder abgestiegen und zurück zum Hotel, denn es war unser Abreise Tag. Rucksäcke packen, und noch sämtliche Erlebnisse kurz notieren, duschen und was man halt noch erledigen wollte. Viel war das nicht mehr denn wir verbrachten den Tag im klimatisierten Zimmer mit schlafen und essen eher uns der Rikscha Fahrer abholte und zum Busbahnhof nach Hosapete brachte ( eine Stunde mit dem lahmsten Rikscha Moped ever...).

Abfahrt des Nachtbuses war um 22.45 Uhr Richtung Bengaluru und was wir da alles erlebt haben und wie die Anreise war gibts dann die Tage im nächsten Bericht

 

Wir hoffen der Bericht hat euch gefallen, wir freuen uns über eure Kommentare

 

Caro&Benni

 

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Sabine (Montag, 22 April 2019 13:53)

    Ihr beschreibt das so toll � man kann sich in einigen Situationen richtig reinversetzten. Weiter so wir freuen uns auf neue Nachrichten von euch ��

  • #2

    Olaf (Montag, 22 April 2019 15:53)

    Bei euch wird es echt nicht langweilig.Weiter so mit euren Kommentaren.Fast wäre ich gestolpert weil ich mit dir über den Bürgersteig gegangen bin�.Viel Spaß noch euch beiden�

  • #3

    Gany (Montag, 22 April 2019 22:57)

    Ein super Bericht. Ich komme mir vor, als wenn ich dabei wäre. Freue mich schon auf den nächsten Bericht.

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