Fort Kochi und die Backwaters

 

So hier endlich der neue Artikel. Mittlerweile sind wir weiter gereist und in Fort Kochi angekommen. Aber alles der Reihe nach. Wir sind wieder mit einem Nachtbus von Hampi aus weitergereist, da wir nicht auf direktem Weg von dort aus nach Fort Kochi fahren konnten haben wir einen Zwischenstopp in der 12,5 Millionen Metropole Bengaluru gemacht. Dort sind wir allerdings nur für eine Nacht geblieben. Zur Stadt kann ich nur sagen, dass sie uns absolut nicht gefallen hat und wir froh waren als wir diese wieder verlassen haben. Das einzig Positive an unserem kurzen Aufenthalt war der wunderschöne Park im Herzen der Stadt, eine grüne Oase der Ruhe, voller strahlender und blühender Blumen. Ach ja und unser Hotelzimmer mit Room Service, den wir in vollen Zügen ausgekostet haben. Ich glaube wir sind vier oder fünf mal vor die Tür gegangen um etwas essen zu gehen und meine indische SIM Karte zu reaktivieren, jedes mal haben wir nach ein paar Metern festgestellt, das diese Stadt einfach nur ekelhaft dreckig, laut, stinkend und voller Smog ist. Also sind wir auf schnellstem Wege zurück ins Hotelzimmer und haben die eineinhalb Tage damit verbracht unsere Fotos und Erlebnisse aufzuschreiben und alles zu verarbeiten. Irgendwie mussten wir die Zeit herum bekommen bis wir dann Montag Nacht wieder per Schlafbus in Richtung Fort Kochi fuhren. Gott sei Dank wieder ans Meer, halbwegs frische Luft und nicht dieser übertriebene indische Großstadt Lärm.

 

Montag 23.00 Uhr wir liegen in unserem gebuchten Schlafbus. Oh man wir können euch sagen, der absolute Luxus Bus. Unsere dritte Nachtbus Tour und dieser Bus von Dreamliner ist wirklich ein Traum auf Rädern. Mega sauber, die Betten total bequem, Steckdosen und sogar Wlan an Bord. Als der Begleiter vom Busfahrer dann noch Lunchpakete mit Wasser, Chips und Cookies verteilte, war für uns klar... Welcome on Board des Dreamliner. Gute Nacht und wir sehen uns in Fort Kochi am Meer. Die Fahrt dauerte etwas unter zehn Stunden und wir haben fast die ganze Zeit geschlafen und kamen entspannt in Kochi an, wo wir uns eine Rikscha nahmen und zu unserem Homestay fuhren. Diesmal hatten wir uns ein Homestay bei einer indischen Familie ausgesucht. Das Haus lag in einer kleinen, ruhigen Seitenstraße und hieß Immanuel Homestay. Immanuel war der Name des Hausherren und du meine Güte, wir wurden empfangen als gehörten wir zur Familie. Immanuel samt Frau, seine zwei Kinder, seine Mutter und sein Vater standen Spalier und begrüßten uns herzlich. Sofort standen wir mitten im Wohnraum der Familie und unterhielten uns mit dem Großvater, der ein pensionierter Seefahrer ist. Er konnte sehr gut Englisch und erzählte uns ein wenig von seinen Reisen und fragte uns woher wir kämen und wie unsere Pläne aussehen. Kurz darauf konnten wir auch schon in unser Zimmer obwohl wir Stunden vorm eigentlich CheckIn da waren.

Das Zimmer war sehr gemütlich mit einem großem Bett, Klima und einem kleinen Bad. Alles machte einen sauberen und sehr gepflegten Eindruck, so wie das ganze Haus. Man zeigte uns noch unsere kleine Terrasse die direkt vor unserer Zimmertür war und einen Ausblick in die kleine Gasse bot. Oben war sogar noch eine weitere Dachterrasse auf der man Wäsche trocknen konnte und auf der wir die nächsten Tage unseren mittlerweile begonnen Frühsport ausüben konnten. Also rundum ein zu Hause zum Wohlfühlen. Angekommen mal wieder, wie schon so häufig in dieser kurzen Zeit, deshalb freuten wir uns auch jetzt fünf Tage an einem Ort zu verbringen. Wir packten kurz unsere Sachen aus, nahmen eine kalte Dusche und machten uns direkt auf den Weg um die Umgebung zu erkunden.

Unsere Unterkunft lag nur zehn Minuten zu Fuß von der wunderschönen Promenade von Fort Kochi entfernt. Hier konnte man deutlich den Einfluss der Portugiesen sehen, die hier lange vor Ort waren. Die ganzen Häuser sahen aus als wäre man gerade in Porto oder sonst wo in einem portugiesischen Küstenort. Wirklich idyllisch und endlich wieder Meeresrauschen in unseren Ohren. Also schlenderten wir einfach die Promenade entlang und ließen die vielen Eindrücke auf uns wirken (auch hier wieder die Selfie Inder, wie ich sie mittlerweile nenne). Wir machten viele Fotos und bestaunten die für diesen Ort bekannten Chinese Fishernets. Wirklich riesig diese Netze und schon interessant wie die Fischer diese gigantischen Netze zu Wasser lassen. Die gefangenen Fische konnte man direkt vor Ort kaufen und sich sogar zubereiten lassen. Haben wir aber leider nicht gemacht, warum eigentlich nicht? Keine Ahnung...

 

Für den nächsten Tag wollten wir uns einen Roller ausleihen und wieder einfach die Küste entlang fahren um neue Spots zu suchen und unser Fotoalbum zu füllen. Immanuel gab uns Abends seine Karte eine Beschreibung zum Rollerverleih um die Ecke und sagte uns nicht mehr als 300 Rupien bezahlen für den Tag (keine 5€) und schob hinterher, dass wir ab Donnerstag seinen Roller haben könnten. Einfach nur nett, hilfsbereit und so unglaublich freundlich. Seine Frau hat uns dann noch für den nächsten Morgen zum indischen Frühstück um neun Uhr eingeladen. Voller Vorfreude gingen wir ins Bett und schliefen auch sehr schnell ein.

Das Frühstück am nächsten Morgen war richtig lecker, es gab Naan ein traditionelles Fladenbrot und dazu eine Art scharfen Kartoffelbrei. Ein wenig gewöhnungsbedürftig für unsere Mägen aber sehr köstlich. So gestärkt sind wir dann um zehn Uhr zum Rollerverleih und kurze Zeit später auch schon auf den Straßen unterwegs. Wir fuhren einfach los, immer weiter die Küste Richtung Süden, vorbei an kleinen Fischerdörfern und unzähligen kleinen Kanälen die mit Palmen eingerahmt waren. Wir sahen eine indische Hochzeit (wir glauben zumindest das es eine war), kleine Tempel und unzählige christliche Kirchen. Kauften uns an einem kleinen Stand an der Straße frisches Obst und Gemüse und suchten uns einen Platz für unser Mittags Picknick am Meer. So gestärkt machten wir uns dann am späten Nachmittag auf den Heimweg. Leider gibt es hier in Kochi nicht so richtige Strände zum sonnen und baden. Aber die Tour war wunderschön und wir haben viel gesehen.

Zurück bei Immanuel und seiner Familie machten wir unsere Pläne für den nächsten Tag. Da Immanuel uns von den wunderschönen Backwaters erzählte, eine Art Netz aus unzähligen verzweigten Flußarmen im Hinterland von Kochi und das er uns dort eine Bootstour organisieren könnte war der nächste Tag schnell geplant. Wir buchten also für Donnerstag die Backwater Tour.

Immanuel arrangierte alles für uns, ihr kommt um acht zum Frühstück runter (morgen gibt’s Pancakes mit Kokosraspeln) und dann werdet ihr hier abgeholt und wieder zurück gebracht. Perfekt hört sich gut an.

Zum Abendessen ging es mit dem geliehenen Roller, das Restaurant hatten wir uns im Internet rausgesucht und die Bewertungen versprachen eine Menge. Das Essen hat bis dato sämtliches indische Essen getoppt. Es war einfach nur geil...

Caro hatte Chicken Thali (es gab Reis, zweierlei Curry, Gemüse, Brot, Salat und Sauce) und ich einen Indischen Burger (mega scharf), das ganze für 10 € inklusive einer Flasche Wasser und einer Flasche Cola. Der Koch hat uns wirklich verzaubert mit diesen Gerichten. Wir kommen wieder....

 

Heute ist es soweit unsere erste gebuchte Touristen Tour auf unserer Reise, hoffentlich ist das jetzt nicht so eine Touristen Verkaufstour dachten wir uns. Nach dem wieder mal vorzüglichen Frühstück im Homestay wurden wir um halb neun abgeholt. Zusammen mit ungefähr zehn anderen Touris saßen wir in einem alten klapprigen Bus. Der Fahrer, ein alter vom harten Leben gezeichneter Inder fuhr mit Vollgas los. Hupend versteht sich von selbst und muss hier nicht extra erwähnt werden. Eine gute Stunde später erreichten wir die Backwater und unsere Ablegestelle des Bootes. Nach kurzer Einführung eines Guides legten wir ab. Das Boot hatte keinen Motor und am Bug und Heck standen zwei Männer die mit Hilfe eines ca. fünf Meter langen Bambusstabes das Boot fortbewegten. Die gesamte Tour inklusive Mittagsstop zum Lunch sollte sieben Stunden gehen. Anfangs knipsten alle wie wild mit ihrer Kamera und bestaunten die grünen und mit Palmen bewachsenen Ufer. Das Tempo mit dem sich unser Boot fortbewegte könnte man als Schneckentempo bezeichnen und nach etwa eineinhalb Stunden vorbei an den Ufern merkte man der Menge an, na gut soll das jetzt hier so sieben Stunden weitergehen. Versteht mich nicht falsch, es war eine traumhafte Kulisse und die Natur wunderschön anzusehen aber es glich ein Flußarm dem Anderen. Mittagspause stand an und drei Stunden rumschippern lag hinter uns. Es gab ein typisch indisches Reisgericht, es war wirklich köstlich. Danach ging es zurück Richtung Anleger, also nochmal ungefähr drei Stunden auf dem Boot. Alle Passagiere waren nun einfach müde, die einen schliefen, die anderen fummelten an Ihren Handys, es war wirklich schön aber wir hatten uns das ganze doch irgendwie anders vorgestellt. Egal dachten wir uns, also entspannten wir uns, genossen die Stille auf dem Wasser und schossen noch ein paar schöne Fotos für unser Album. Tatsächlich dauerte der Trip ganze sieben Stunden und wir waren doch ziemlich kaputt vom Nichts Tun den ganzen Tag. Zurück im Zimmer haben wir dann erst mal ein kleines Nickerchen gemacht bevor wir zum Markt um die Ecke gegangen sind um uns frisches Gemüse für unser Abendessen zu besorgen. Das ganze Gemüse (Gurken, Tomaten, Zwiebel, Paprika und zwei Mangos plus Ananas haben uns 1,80€) gekostet.

 

Freitag unser vorletzter Tag in Fort Kochi bevor wir dann am Samstag weiterreisen. Einen Plan hatten wir nicht. Ausschlafen, frühstücken und einfach ein bisschen im Ort spazieren gehen. Den Tag haben wir quasi mit Essen, spazieren und am Laptop verbracht, denn so eine Weltreise braucht ja ab und an auch einen kleinen Plan. Wir schlenderten durch die schöne Princess Street, die aus vielen alten Häusern bestand, schauten uns den Markt am Wasser an und Abends sind wir dann wieder in das leckere Restaurant gegangen. Diesmal gab es allerdings nichts typisch indisches, wir hatten Lust auf etwas anderes und da das Restaurant auch für seine (aufgepasst) mexikanischen Speisen bekannt ist, gab es an dem Abend mexikanisch und auch das war wieder nur traumhaft.

Voll gegessen ging es dann für uns ins Bett schlafen und morgen früh Rucksäcke packen, denn die Weiterreise steht an.

 

Wohin es geht und wie wir dort hingekommen sind erfahrt ihr im nächsten Artikel...

 

Wir hoffen unser Bericht hat euch gefallen und freuen uns auf eure Kommentare

 

Caro&Benni

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Kommentare: 6
  • #1

    Olaf (Sonntag, 28 April 2019 12:15)

    Ein wunderbarer Beitrag von euch.Bin gespannt wie es weiter gehtund sehr neugierig auf das nächste Ziel und den neuen Berichten von euch.

  • #2

    Sabine (Sonntag, 28 April 2019 12:18)

    Habe wieder mit großem Interesse eure Zeit in Fort Kochi verfolgt toll geschrieben ��

  • #3

    Gaby (Sonntag, 28 April 2019 19:24)

    Hallo ihr zwei Reisenden, wieder ein toller, interessanter Bericht. Ich habe das Gefühl, die ganze Zeit als Mäuschen bei euch zu sein. Vielen Dank und liebe Umarmung

  • #4

    Gaby (Sonntag, 28 April 2019 19:55)

    Und wunderbare Fotos, von einem Fotografen mit einem guten Blick für herrliche Motive

  • #5

    Björn (Sonntag, 28 April 2019 22:34)

    Super interessanter Beitrag ;-) gerne mehr davon, haltet uns auf dem laufenden!!!

  • #6

    Ex-Nachbar ULI (Donnerstag, 04 Juli 2019 19:40)

    Ich habe immer geglaubt, Dreamliner ist eine Boing 787 oder die beste Matratze, die jemals von Stiftung Warentest getestet wurde. Eindrucksvoller Reisebericht mit vielen kulinarischen Eindrücken. Hoffentlich könnt ihr nach der großen Tour uns mit diesen Gerichten zuhause verwöhnen.
    makes the Indian continent great again
    ULI

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