Inle Lake

Es ging zum Inle-Lake einer der Stationen bei den wir überlegt hatten, ob wir sie machen sollen oder nicht und es war einer des besten Entscheidungen dort hinzufahren und wir hätten es bereut wenn wir es nicht getan hätten.

Die 8-9 Stündige Nachtbusfahrt von Yangon war einer der weniger entspannten Fahrten leider war der Bus richtig richtig eiskalt und nicht einmal zwei Decken und lange Klamotten konnten uns wärmen. Zu allem übel gingen die letzten Stunden der Fahrt einige Pässe hoch und runter und einer unserer Mitfahrer übergab sich alle 30 Minuten in seinen kleinen Müllbeutel. Aber gut, wir haben es geschafft sind angekommen und hatten eine super entspannte Zeit am Inle Lake. Wir kamen um 05:30 Uhr in der Früh an und unser Gastgeber empfing uns mit einem breiten lächeln und zeigte uns sofort unser Zimmer, nach einer guten Stunde Schlaf konnten wir sogar direkt Frühstücken und es gab endlich mal wieder einen Pancake, frische Früchte, Tee und eine burmesische Spezialität. Das Frühstück war mit Abstand das Beste in den letzten Wochen. Nach einem kurzen aber super erholsamen Schläfchen mieteten wir uns zwei Fahrräder und erkundeten die Stadt und die Umgebung. Wir fuhren an einem der See-Arme entlang, vorbei an Reisfeldern, spielenden Kindern, Feldarbeitern und Booten voll mit 100.000 Tomaten die hier am und auf dem Inle-Lake angebaut werden. Leider hat man nicht die Möglichkeit direkt am See entlang zu fahren und so machten wir uns nach zwei Stunden wieder auf den Rückweg in die Stadt. Dort besuchten wir eines des besten burmesischen Restaurants die wir auf unserer Myanmarreise entdeckt haben. Wir hatten vorher im Internet schon von den Plattern (eine große Platte mit Gemüse und/oder Fleisch) gelesen, also haben wir uns direkt mal so ein Teil bestellt. Was wir dann auf den Tisch bekamen war einfach nur der Wahnsinn, eine riesige (ich glaube im Durchmesser bestimmt 50cm) Platte mit 7 verschiedenen vegetarischen Gerichten (Tomatensalat, Algensalat, Spinatsalat, frittierter Tofu, Avocadosalat und und und..) dazu gab es Reis und viele verschiedene Saucen. Ob es gut war??? Nein es war ein Gedicht und das mit Abstand beste vegetarische Gericht seit Indien. Danach ging es für uns in Bett denn die Nachtbusfahrten rauben uns immer wieder ganz schön die Kraft. Außerdem mussten wir am nächsten Morgen früh raus, denn wir hatten eine Bootstour über den Inle Lake gebucht.

Nach einem, wieder, super tollen Frühstück wurden wir um 08:00 Uhr am Hotel von unserem Captain abgeholt. Wir gingen ca. 10 Minuten zu seinem Boot und dann ging die wilde Fahrt auch schon los. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt durch einen engeren Kanal, vorbei an kleinen Dörfern, Wasserbüffel-Herden und Vogelschutzgebieten befuhren wir den riesigen Inle-Lake. Eingerahmt in imposante Bergketten erstreckt sich der See auf ca. 116 km2. Wir fuhren vorbei an den berühmten Ein-Bein-Ruderern/Fischern, diese klemmen sich ein Ruder um eines ihrer Beine um, während sie die Netze auswerfen, mit dem Boot vorwärts zu kommen. Unsereins würde nicht einmal alleine auf dem Boot stehen können ohne das Gleichgewicht zu verlieren.  Dann erreichten wir unsere erste Station, ab da lief die Fahrt leider nicht mehr ganz so wie gedacht, wir wurden als erstes an einer Art Silberschmiede raus gelassen, es wurde uns durch ein wirklich super nettes und engagiertes Mädchen gezeigt und erklärt wie das Silber abgebaut wird und was dort vor Ort draus gemacht wird, im Anschluss wurden wir dann in einen riesigen Verkaufsraum geleitet wo die vermeintlich dort hergestellten Sachen verkauft werden (man wird aber nicht gezwungen etwas zu kaufen). Für uns alles total überflüssig und die Klamotten sehen schon von weitem wie billige Chinakopien aus. Sicherlich waren auch schöne Ketten und Dekorationen dabei und aus Respekt hörten und schauten wir uns alles an.  Als nächstes ging es zu den Long-Negs, das sind Frauen, die seit der Kindheit Ringe um den Hals tragen. Neben einer älteren Dame konnten wir ein Foto machen (Caro ebenfalls mit Ringen um den Hals) und es wurde auch hier wieder jede Menge Zeugs angeboten. Wir machten unserem Captain dann relativ schnell klar, dass wir diese „Verkaufsshows“ nicht mehr sehen möchten, doch eine legte er uns noch ans Herz und das war auch die interessanteste Station, eine Lotus-Weberei. Hier werden aus den Stängeln der Lotuspflanzen (die nebenan im See in einer Art Garten angebaut wird) Fasern extrahiert die in einer aufwendigen und langwierigen Weise zu Garnen und im Anschluss zu Kleidung oder Teppichen verarbeitet werden. Ein Lotus-Tuch sollte hier stolze 200 US$ kosten, Wahnsinn. Es war schon interessant die ganzen handwerklichen Arbeiten zu sehen, aber leider merkt man relativ schnell das Alles nur für die Touris gemacht wird, hier produziert niemand mehr täglich. Sobald ein Touri Boot anlegt kann man schon von weitem sehen wie schlagartig alle anfangen zu arbeiten. Schon komisch aber man kann es keinem verübeln und man wird auch definitiv nicht dazu gedrängt irgendetwas zu kaufen. Dennoch hatten wir die Schnauze von dem gefakten Leben und der Touri-Verarsche voll. Unser Boot Captain war mega freundlich und wir erklärten ihm das wir jetzt genug Werkstätten gesehen hätten und wir lieber über den See schippern wollen um diese atemberaubende Natur zu beobachten. Alles klar meinte er und wir düsten weiter...

Wir fuhren an riesigen Pagoden, schwimmenden Dörfern, Vogelschwärmen und einer Menge Seerosenfeldern vorbei bevor es nach 6 Stunden auf dem See zurück ins Hotel ging. Eine wirklich wirklich tolle Tour und wahrscheinlich die einzige Möglichkeit den Inle-Lake vom Nahen zu sehen und zu fühlen. Schaut euch die Fotos an, einfach nur geil dieser Ort.

Nach dem Tag voller Eindrücke ließen wir uns nochmal in dem Restaurant nieder aßen gemütlich ein Curry und Gemüse Tempura um dann in einer anderen Bar, in der es endlich wieder frisch gezapftes Bier gab, das eine oder andere Bier zu genießen und den wunderschönen Tag ausklingen zu lassen.

Tag 3 am Inle Lake war der erste Tag unserer Reise an dem wir uns richtig sportlich betätigen mussten bzw. haben. Wir fuhren 35 km mit dem Rad vom Hotel zum InDein Pagodenfeld. Es ging über asphaltierte Straßen, Schotterpisten, vorbei an kleinen Dörfern, riesigen wirklich krass grünen Reisfeldern und Sonnenblumenfeldern. Wir mussten uns an Kuhherden die die Straße überquerten vorbeischlängeln und wurden das eine oder andere mal für ein kurzes Gespräch angehalten. Die Natur die wir dort gesehen haben, das ländliche Leben und die offene und so unbeschreibliche Herzlichkeit der Menschen macht einen demütig und erinnert einen daran, dass all unser westlicher Luxus überflüssig ist. Aber wir schweifen ab, vielleicht machen wir da mal einen seperaten Bericht drüber, denn diese Reise lässt uns über vieles nachdenken... Also wie gings weiter...

Nach drei Stunden erreichten wir dann nach einer tollen Fahrradtour einwenig kaputt von der Hitze und der Fahrt unser Ziel. Teile des Indein Pagodenfeldes stammen aus dem 17. Jahrhundert und waren für uns viel schöner als die bereits neu restaurierten und goldglänzenden Pagoden. Nach einem ausgiebigen Fotoshooting (leider nur mit dem Handy da sowohl der Kameraakku als auch die Gopro leer waren -.-) ging es wieder zurück zu unseren Fahrrädern. Nun stellte sich für uns die Frage - Fahrradfahren oder Boot chartern und damit zurück. Wer Benni kennt weiß relativ schnell wie dies ausgegangen ist. Aber auch für mich war es nur eine kleine Option bei 38 Grad mit dem Fahrrad 35 km zurückzufahren. So verhandelten wir mit einem der Bootsführer einen wirklich hohen (25.000 Kyat) Preis aus, packten unsere Fahrräder aufs Boot und fuhren mit dem Boot zurück zum Ausgangspunkt. Die Fahrt war definitiv die richtige Entscheidung denn es war fast noch schöner als den Tag zuvor auf dem Inle-Lake. Wir fuhren durch sehr enge, dicht bewachsende Kanäle, vorbei an badenden Wasserbüffel-Herden, alle 800 Meter ging es über kleine Dämme und wir fühlten uns teilweise wie in einer Wildwasserbahn. Nach 2 Stunden Bootsfahrt (der See ist einfach so groß) kamen wir wieder im Hotel an und mussten uns erstmal ausruhen. Wir sortierten die ganzen Fotos der vergangenen Tage, spielten UNO und gingen Abends dann natürlich wieder in unserem Restaurant essen. Es waren drei wunderschöne und entspannte Tage am Inle-Lake, wir haben eine wundervolle Natur gesehen und kennengelernt, wir haben gesehen wie das Leben am und auf dem See stattfindet und wir hatten hier das beste Frühstück und Abendessen unserer gesamten Myanmarreise.

Hier gehts zum Fotoalbum Myanmar Inle Lake 

Bis hier her absolut unser Highlight in Myanmar und wir werden defintiv nochmal in unserem Leben diesen Ort besuchen.

Nun hieß es aber wieder packen. Am Morgen ging es für uns mit dem Bus nach Bagan, ein weiteres Highlight von Myanmar sagen zumindest alle denen wir begegnet sind. Schauen wir mal was es da zu sehen und erleben gibt. Werden wir euch natürlich alles berichten. Bis die Tage....

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Kommentare: 2
  • #1

    Sabine (Sonntag, 16 Juni 2019 20:48)

    Ja da habt ihr ja die drei Tage viel gesehen . Das glaub ich euch das man vieles mit anderen Augen sieht im Vergleich zu unserem Westlichen Standard. Traurig ☹️

  • #2

    ULI Ex-Nachbar (Montag, 17 Juni 2019 10:11)

    Wahrscheinlich kommt demnächst Daniel Craig in der neuesten Bond-Verfilmung mit dem Kanu (incl. fetten Honda Außenborder) vorbeigeschossen und befreit das Bondgirl.

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