Bagan Stadt der Tempel & Pagoden

Nach den drei entspannten Tagen am Inle Lake ging es für uns mit dem Bus nach Bagan, ein weiteres Highlight von Myanmar. Die Busfahrt ging um 09 Uhr los und sollte ungefähr fünf Stunden dauern. Wir sind am Hotel von einem Minibus abgeholt worden in dem schon ein Schweizer Mädel saß. Wir sammelten noch ein holländisches Pärchen, einen Franzosen und einen Brasilianer ein. 

Am Busbahnhof angekommen kauften wir noch schnell ein bisschen Wasser und ein paar Milchbrötchen (unser Standart-Essen auf den Bustouren) und die Fahrt ging los. Es gesellten sich nach einer Stunde noch ein paar Einheimische dazu und dann machten wir uns auf den Weg durch die Passstraßen vom Inkle-Lake, diesmal Gott sei Dank ohne Erbrochenem.

Nach ca. zwei Stunden machten wir dann unsere erste Pause, alle gingen zur Toilette, aßen etwas oder rauchten eine Zigarette. Dieses Restaurant hatte zum ersten mal sogar Toiletten für Touristen, d.h. keine Löcher im Boden und es gab Klopapier.

Nach einer halben Stunde stiegen wir alle wieder in den Bus und nach 5 Minuten bemerkte der Brasilianer, dass sein kleiner Rucksack nicht mehr auf dem Sitz lag. Wir suchten alle gemeinsam bestimmt 20 Minuten nach dem Rucksack aber leider war kein Rucksack da. Die Leute vom Restaurant und die Busfahrer kommunizierten wild gestikulierend miteinander, wir dazwischen, es wurde die Polizei gerufen und die Kamerabilder des Restaurants durchgeschaut. Leider war ganz klar auf der Kamera zu sehen, dass einer der Herren aus dem Bus (er muss nach uns ausgestiegen sein) den Rucksack auf dem Rücken hatte, diesen verließ und an dem Restaurant vorbei in die Walachei gegangen ist. In dieser Zeit kamen wir immer wieder mit dem holländischen Pärchen ins Gespräch. Wir waren uns alle vier einig, dass in keinem anderen Land, weder in Thailand, Laos, Vietnam, etc. einem Tourist so geholfen worden wäre wie hier in Myanmar. Ganze 3 Stunden verbrachten wir an dieser Raststätte ohne einen Rucksack geschweige denn den Dieb zu finden. Eine gute Sache hatte das Ganze für uns allerdings, wir haben Wouter und Fem kennengelernt und verstanden uns so gut, dass wir unsere Nummern austauschten. Es ging weiter, anstatt 14 Uhr kamen wir um 18 Uhr am Busbahnhof in Bagan an. Wir mussten alle 25.000 Kyat (10 $ pro Person) als TAX für Bagan zahlen.

Vom Busbahnhof teilten wir vier uns ein Taxi mit dem wir zu unserem Hotel gebracht wurden, was für ein Zufall unsere Hotels lagen gerade einmal 100 Meter Luftlinie von einander entfernt. Am Hotel angekommen erwartete uns (wieder) ein super freundliches und zuvorkommendes Personal welches uns sofort aufs Zimmer begleitete. Das Zimmer war im Verhältnis zu den vorigen wirklich groß, also neben dem Bett hatten wir auch mal Platz für unsere Klamotten und vor allem für unsere Technik. Was uns allerdings sofort auffiel war, dass ungefähr 50 tote Mücken auf dem Boden lagen plus 15 fliegende in der Luft, so machten wir uns erstmal auf Mückenjagt. An dem Abend gingen wir nur noch duschen, aßen und tranken etwas auf unserer Dachterrasse und gingen schlafen, es war halt wieder ein Anreise Tag.

Es gab in diesem Hotel unser erstes Buffet-Frühstück, wo wir uns echt drauf freuten, aber leider war es wie überall in Myanmar, Toast, Marmelade, Ei, Saft, Tee ABER es gab frische Früchte und relativ guten Kaffee. Der Tag konnte also starten, wir entschieden uns aber relativ schnell dafür den ersten Tag am Pool zu verbringen, der war nicht besonders groß oder schön, aber wir waren froh über jede Abkühlung und Caro war froh wieder in der Sonne liegen zu können. Eine (am Rucksackreisen relativ nervige) Sache musste allerdings erledigt werden, wir mussten Waschen, dazu liehen wir uns unseren ersten E-Scooter auf unserer Weltreise aus. Katastrophe sagen wir euch, langsam, leise und klein. Klar ist es für die Umwelt besser aber wir sind mit dem Ding einfach nicht warm geworden. Wir gaben die Wäsche in der Stadt ab, kauften noch ein paar Dinge ein und zurück ging es ins Hotel und auf die Dachterrasse. Das Essen im Hotel war okay, der Service wirklich super, aber das Essen hat so so lange gedauert, wir bestellten einen Burger und ein Fried Rice und warteten fast 45 Minuten, by the Way —> wir waren die einzigen Gäste. Aber der nette Kellner (er sah aus wie 15) war so unglaublich süß das wir ihm das nicht übel nahmen. Für den nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen ein paar Stunden die Umgebung und die Tempel zu besichtigen für die Bagan bekannt ist. Das Areal ist so unglaublich groß, dass man Ende des Tages kaum noch weiß wo und an welchem Tempel man gewesen ist. Wir haben gefühlt alle 200 Meter gehalten um neue Fotos zu machen. Die Umgebung und die Tempelanlagen sind wirklich der Wahnsinn, mitten in der unberührten „Wüsten“-Landschaft stehen fast zweitausend erhaltene Sakralgebäude aus Ziegelsteinen. Der aus tausenden Tempeln bestehende Bereich erstreckt sich über ca. 36 km²  und bildet eine der größten archäologischen Stätten in Asien. Absolut beeindruckend das live zu sehen und schwer vorstellbar wie riesig es ist. Am Abend hatten wir uns mit Fem & Wouter verabredet, wir wollten zusammen den Sonnenuntergang schauen. Leider ist es seit Ende 2018 und Anfang 2019 verboten auf die Pagoden zu klettern um DEN Bagan-Sonnenuntergang-Moment zu sehen. Die beiden hatten über den Tag aber einen anderen guten View Point gefunden, denn es wurden extra für Touris kleine Hügel aufgeschüttet um die Sonnenuntergänge zu bestaunen. Leider hatten wir an dem Tag kein Glück, es war sehr wolkig, nach einem kurzen Gespräch mit den einheimischen Mädels die uns unser Bier verkauften machten wir uns auf den Weg zurück in die Stadt um eine Kleinigkeit essen zugehen. Die beiden hatten am Abend zuvor schon ein gutes und günstiges Restaurant gefunden. Wir tranken Bier, quatschten, aßen und spielten gefühlt 3 Stunden UNO (Benni mag eigentlich keine Kartenspiele) und wir verabredeten uns erneut für den nächsten Abend zum Sonnenuntergang gucken. Nachdem Frühstück welches wieder das Selbe war, allerdings mit Ananas anstatt Melone :-),  holten wir unsere Wäsche ab, cruisten eine kleine Runde durch die Gegend und aßen in einem kleinen ursprünglichen Restaurant wo Caro zum ersten mal den so angepriesenen grünen Papaya Salat aß. „Mögen Sie spicy?“ Ja, a little bit“. Wir können beide scharf essen, aber dieser Salat übertraf alles, er war lecker aber so ultra scharf das nach der Vorspeise bereits mein frischer Ananas Juice leer war. Unglaublich was die hier unter wenig scharf verstehen. Nach der Stärkung ging es an den Pool und an die Arbeit (Laptop, Bilder bearbeiten und für euch neue Storys), bis wir uns Abends mit den beiden trafen, leider wieder ohne Erfolg, zumindest was den Sonnenuntergang anging denn die Abende und Nächte mit den zwein waren einfach nur genial und wurden meistens nach 4 Stunden nur beendet weil das Restaurant dann schloß, gut für Benni´s Kopf und gut für unser Budget, obwohl das Bier dort nur 0,50 Cent und der Reis (eine riesen Portion) nur 1,20 € kostete.

Am nächsten Tag nahmen wir das Zepter mal in die Hand, wir fuhren mit den beiden nach Old Bagan um dieses Fleckchen auch noch zu erkunden, durch Zufall trafen wir am Ende unserer Tour am Irrawaddy Flussufer JeyJey (wir bezweifeln bis heute, dass das sein wirklicher Name war) er bot uns an am Abend mit seinem Onkel eine Sonnenuntergangsbootstour zu machen, wir vier schauten uns an und schlugen zu, 15.000 kyat für vier Personen und eine halbe Stunde auf dem Boot. Abfahrt sollte um 17.30 Uhr sein, also noch genug Zeit zum relaxen. Also fuhren wir noch einmal einen anderen Weg zum Hotel zurück, vorbei an riesigen Tempelfeldern, teilweise riesigen Hotelanlagen (in New Bagan), Kuhherden und Buddha Statuen. Nach einem kurzen Mittagsschläfchen trafen wir vier uns dann so gegen 16.45 Uhr um noch ein Wegbier zu besorgen, die Fahrt (zu JeyJey) dauerte ca. 30 Minuten. Am Treffpunkt angekommen war kein JeyJey zu sehen und wir hatten schon Sorge, dass das Ganze nur ein doofes Touri-Gespräch war (wir hatten aber noch nicht bezahlt). Doch nach 10 Minuten tauchte er auf, er sah uns an, sah unser Bier und erklärte uns er müsse sich auch eben noch eine Dose kaufen, zurück kam er dann mit zwei Dosen Bier und Chips für uns alle. Sein Onkel kam mit dem Boot von der anderen Seite des Flusses und wir stiegen ein. Herrlich sagen wir euch, total entspannt schipperten wir eine halbe Stunde über den Fluß. JeyJey erklärte uns einges über diesen Fluss, die Menschen die dort wohnen, leben, fischen, etc.. Der Fluss hatte wahnsinnig wenig Wasser, sodass die Menschen die auf der anderen Seite des Flusses leben teilweise mit dem Roller den Fluss überqueren können. Wir sahen Häuser (für uns waren es eher ein paar Verschläge) in denen teilweise bis zu 6 Familienmitglieder hausen/überleben, sobald der Wasserpegel steigt müssen alle Sachen eingepackt werden und sie ziehen weiter Richtung höheres Festland. Teilweise saßen wir vier nur andächtig auf dem Boot und lauschten den Worten von JeyJey. Das Einzige was wir leider wieder nicht sahen war ein Sonneuntergang, Bagan wollte uns einfach keinen fotoverdächtigten Sonnenuntergang zeigen. Trotzdem eine super coole Tour. Nach der Bootsfahrt lud uns JeyJey noch zu sich nach Hause ein. Er wohnte direkt am Fluss mit seiner Frau, zwei Kindern, seinen Eltern und Schwiegereltern, 12 Katzen und mehreren Hühnern (inklusive zig Küken) in einem Haus was so groß war wie zwei Garagen bei uns. Seine Schwiegereltern schliefen sogar draußen neben den geernteten Zwiebeln und Peanuts. Er reichte uns eiskaltes Wasser und seine Frau röstete uns frische Peanuts die von der anderen Seite des Flusses kommen. Wir alle vier haben noch nie so heiße und leckere Erdnüsse gegessen. Er erzählte uns wieder über sein Leben in seinem Dorf, über das Studium seiner Kinder, über das Leben in Bagan und und und. Es war herrlich zwei Stunden lauschten wir seinen Gesprächen und erfuhren, dass er sich das gute Englisch alles selber beigebracht hatte und es genoß wenn er so mit Touristen reden kann um wieder Neues zu lernen. Seine Tochter gesellte sich irgendwann zu uns und erzählte von Ihrem Geschichtsstudium und das Sie die Geschichte der USA bislang am interessantesten in ihrem Studium fand. Wir machten noch gemeinsam ein Foto und uns dann auf den Rückweg, denn langsam bekamen wir Hunger und die Jungs vor allen Dingen Durst auf kaltes frisch gezapftes Bier.

Auf dem Weg ist dann das passiert was wir vorher schon befürchtet hatten unser blöder E-Scooter hatte keinen Saft mehr, es war stockdunkel und man kann die Dinger ja nicht mal eben auffüllen. Kurzer Hand banden wir ein Handtuch an den Roller von Wouter und Fem und die beiden zogen uns mit atemberaubender Geschwindigkeit (ich glaube 10km/h) die letzten 4 km zum Restaurant. Die ersten acht Bier waren schnell vernichtet, es folgten noch so einige an diesem Abend, Benni wurde kurzer Hand zum UNO-King erklärt (oder besser erklärte er sich selbst) und das Restaurant wurde um 20 Dollar reicher. Aber ihr müsst wissen das wir am Ende des Abends 26-28 Bier, zwei Cola, zwei Fried Rice und ein Bruchetta auf der Rechnung hatten, unglaublich billig der Laden und sagenhaft lecker. Unser netter Freund aus unserem Hotel holte uns und den Roller dann Abends mit einem kleinen Lkw am Restaurant ab (mega Service) und wir mussten uns (vorerst) von den beiden verabschieden, denn für die beiden ging es schon einen Tag eher nach Mandalay. An dieser Stelle müssen wir mal kurz sage, dass es einfach so geile und lustige Abende mit den beiden waren. Es passte einfach Alles, fette Grüße gehen an euch beide Wouter & Fem.

Caro verbrachte den letzten Tag am Pool, holte sich erneut einen kleinen Sonnenbrand, Benni schlief sich aus, bekämpfte seinen Kater und schrieb einiges für die Homepage, denn auch für uns ging es am nächsten Tag nach Mandalay unserer letzten Station in Myanmar.

Wir werden Bagan definitiv als ein Highlight auf unserer Myanmar Reise in Erinnerung behalten. Die Landschaft und die Tempel sind einfach nur schön und man kann nicht mal in fünf Tagen alles sehen. Wir haben aber vor allen Dingen auch neue Freunde gefunden, die wir hoffentlich auf unserer Reise wiedersehen werden. Genau dafür machen wir solch einen Trip. 

 

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Kommentare: 5
  • #1

    Gaby (Sonntag, 16 Juni 2019 18:22)

    Wieder ein fantastischer Bericht, vielen lieben Dank dafür

  • #2

    Sabine (Sonntag, 16 Juni 2019 20:24)

    Es ist beeindruckend wie zuvorkommend und Gastfreundlich die Einheimischen sind . Da fühlt man sich doch gleich geborgen. Einfach schön was ihr da erlebt

  • #3

    Olaf (Mittwoch, 19 Juni 2019 09:57)

    Sorry das ich noch nichts geschrieben habe.Aber ihr wisst das ich eure Beiträge und Bilder liebe �.Wieder mal ein wunderbarer Bericht und super Bilder.Danke euch dafür.��

  • #4

    Moni + Uli (Samstag, 29 Juni 2019 13:30)

    Hallo ihr beiden, wenn ihr bei 35 Grad einen schönen Sonnenuntergang erleben wollt,
    so kommt zu uns.
    Ansonsten macht es unglaublich Spaß an euren Erkundungen teil zu haben. Fotos und Berichte mega toll! D A N K E ! ! !

  • #5

    Micha (Sonntag, 30 Juni 2019 21:44)

    So, ich musste nach meinem eigenen Urlaub erstmal einige Eurer Stationen aufholen. Ihr macht wirklich neugierig auf Myanmar, auch wenn Ihr manchmal verdammt nah am Abenteuer unterwegs seid. Passt weiter gut auf Euch auf und schickt noch möglichst viele dieser tollen Berichte und Bilder. Keep travelin! LG Micha

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