Bali und warum man gerne hier hängen bleibt...

Unsere Reise auf Bali starteten wir in Canggu. Vom Flughafen in Denpasar ging es für uns eine Stunde durch den wuseligen Verkehr auf Bali, vorbei an Kuta und Semiyak bis rein nach Canggu. Obwohl es bereits 23 Uhr war als wir ankamen konnten wir schon erkennen, dass es hier sehr touristisch zugeht. Überall die „bekannten“ Hipster-Läden, ein Surfshop neben dem anderen, Billabong, Ripcurl und Roxy reihen sich hier Tür an Tür. Naja, dass kann ja was geben, denn Benni war bislang nicht so scharf auf Bali und dann direkt hier. Wo Kollege Gel Locke und Fräulein aufgespritzte Lippe den Beach auf und abstolzieren...

An unserer Unterkunft angekommen wurden wir von unserem Host super nett begrüßt, bekamen unseren Zimmerschlüssel und waren von der ersten Sekunde an begeistert. Ein riesiges Zimmer, ein großes total gemütliches Bett, ein sauberes gutes Bad, ein kleiner Balkon, ein etwas größerer Balkon (für alle Zimmer auf der Etage), ein riesiger Kühlschrank, ein Schreibtisch und ein Schrank, für uns der absolute Luxus. Daneben dürfen alle noch die gemeinsame Küche benutzen und es gab Kaffee und Tee den ganzen Tag umsonst und das Ganze für gerade einmal 15 Euro die Nacht! Wir schliefen die erste Nacht wie im Himmel und sind glaube ich erst um 11 Uhr aus dem Bett gekrochen (so lange haben wir seit Deutschland nicht mehr geschlafen).

Heute war der Tag der Tage gekommen, ich freue mich schon seit dem ersten Tag der Reise darauf endlich eine Hipster-Bali-Bowl zu essen. Wir machten uns also auf die Suche nach einem geeigneten Café und davon gibts hier unendlich viele, wir gingen also in das in dem noch ein Platz für zwei frei war (was garnicht so einfach ist, die meisten Läden platzen aus allen nähten). Wir landeten in einem französischen Cafe Namens Monsieur Spoon. Für Benni gab es natürlich ein Crossaint und ein Baguette mit Marmelade und Butter (endlich) und ich bestellte mir Quark mit Früchten und selbstgemachtem Granola. Ein Traum sag ich euch, es war allerdings die erste und letzte Bowl, denn es ist einfach zu teuer (bzw. passt es nicht in unser Low Budget Konzept). Jede Bowl ist ein Tag weniger Reisen, so rechnen wir das Budget aus... Aber, ein Punkt auf der Bucketliste zum abhaken. Wir gingen am ersten Tag nur noch eine kleine Runde durch die Straßen, suchten eine Wäscherei und machten uns einen ersten Überblick über Canggu. Chilig und relaxet können wir sagen, die Hipster Szene mal aussen vor lassen dann ist das definitiv ein Ort zum versacken. Es gab am nächsten Morgen dann wieder das ganz normale Backpacker Frühstück. Haferflocken mit Milch und Banane, ist günstig und hält lange satt (und schmeckt verdammt gut). Nach dem Frühstück ging es für uns mit dem Roller (den wir sehr günstig in der Unterkunft mieten konnten) Richtung Westen der Insel. Halt machten wir zu erst am Tanah Lot Tempel, einem Tempel der direkt am Meer auf einen Fels gebaut wurde und die Wellen klatschen mit einer brachialen Gewalt Sekunde für Sekunde dagegen und formen so eine völlig skurrile und beeindruckende Kulisse. Die Anlage rund um den Tempel ist wunderschön, sauber und es gibt neben dem eigentlichen Tempel auch etliche kleine Schreine zu bestaunen. Leider ärgerten wir uns ein wenig über den Eintrittspreis von 8 € pro Person, denn das war einfach ein wenig zu viel. Nach ungefähr einer Stunde ging es also weiter Richtung Westen, wir wollten nämlich gerne ein Stück an der Küste entlang fahren. Wir lieben es am Meer entlang zu cruisen und den Ausblick auf den Ozean zu geniessen.

Die Fahrt dauerte allerdings ein wenig länger als gedacht. Der Verkehr hier ist einfach eine Katastrophe (20 km Strecke können schon mal eineinhalb Stunden dauern). Wir kamen also endlich an der Küstenstraße an, traumhaft aber leider viel zu voll, sodass wir gar nicht so viel sehen konnten. Kurzerhand entschlossen wir uns dann mit dem Roller auf einen der endlosen Strände zu fahren (das ist hier nicht verboten). Keine Menschenseele, riesige Wellen, Palmen, schwarzer Sand, steile Felsen und wir mit unserem Roller. Das haben wir uns auch nie träumen lassen, wir zwei cruisten also gefühlt 20 Minuten einen Strand entlang. Ein total geiles Gefühl einfach mitten durch den Sand zu ballern. Die Tour nahm also doch noch ein gutes Ende - was für ein Gefühl. Der Hunger trieb uns dann allerdings Richtung Heimat. Bis zu Hause waren es allerdings gut 90 Minuten Fahrtzeit und so entschlossen wir uns ein Warung (kleine Restaurants in Indonesien) an der Straße zu suchen, nach kurzer Zeit wurde Benni dann fündig. Zwei Tische, ein kleiner Gartenzaun und eine süße Deko machten das ganze dann zu unserem Raum fürs Mittagessen. Für uns gab es zweimal vegetarisches Nasi Goreng, einen Minz-Tee und einen Lemon-Tee. Die Besitzerin des Warung war glaube ich höchstens 16 Jahre alt, aber sie machte ihre Sache perfekt, der Reis war toll, die Getränke waren super frisch zubereitet und die Preise unschlagbar. Zudem backte sie einige Kuchen vor die nach und nach von Einheimischen abgeholt wurden. Die Teile waren echte Meisterwerke. Da hat Benni mal wieder eine echten Glücksgriff gelandet. So gestärkt machten wir uns auf den Heimweg.

In der Unterkunft gingen wir aber nur schnell duschen und machten uns dann zu Fuß auf den Weg zum Strand, denn ich wollte unbedingt die Surfer sehen (Canggu ist ein absolutes Surf Mekka). Wir setzten uns mit unserem Handtuch eine ganze Weile an den Strand und beobachteten das Geschehen im Wasser. Einfach nur genial und das werden wir definitiv auf unserer Reise auch noch lernen ( Surfen steht nämlich auf unserer ToDo Liste). Da wir Mittags so günstig gegessen haben ging es für uns Abends in eine Pizzeria, Benni brauchte nochmal eine Pizza, wir hatten Glück einen Platz zu bekommen, denn auch dieser Laden war einfach nur voll. Aber zu recht, die Pizza war der Hammer, dazu gab es Bier einen Wein und Gin (Ja, teuer, aber musste mal sein). Voll gegessen und glücklich schliefen wir wieder wie zwei Babys. Den darauf folgenden Tag verbrachten wir nur am Laptop, wir hatten einiges aufzuarbeiten. Berichte wurden geschrieben, Fotos sortiert, bearbeitet und ein neues Video haben wir auch geschnitten (wir wollen ja in Zukunft ein paar Videos hochladen von unseren Abenteuern). Nach fast 10 Stunden am PC fielen wir dann Tod müde ins Bett aber wir waren endlich wieder up to Date mit unseren Berichten und Fotos. Ach ist das Reisen manchmal anstrengend, das kann richtig in Arbeit ausarten. Wir lieben es aber und freuen uns immer wenn es euch gefällt. 

Am letzten Tag in Canggu haben wir uns noch einmal einen Roller  gemietet und sind in Richtung Seminyak gefahren, denn da sollten noch mehr Surfer und Geschäfte sein als in Canggu. Seminyak ist allerdings als Mallorca für Australier bekannt und das merkt man sofort wenn man in den Ort rein fährt. Überall wird Rugby in den Lokalen übertragen, es gibt Aussie Bier und jede Menge Bars, Discos und Kneipen. Gott sei Dank waren wir früh hier, sodass die meisten wahrscheinlich noch im Koma lagen. Absolut nicht unser Ding aber wer Bock auf Party hat ist hier bestimmt bestens aufgehoben. Dennoch was es hier unheimlich voll, wir suchten uns ein relativ ruhiges Plätzchen am Strand und schauten dem Treiben einfach zu. Nach einem kurzen Stop bei Mc Donalds (super billig hier in Indonesien) machten wir uns dann auf den Weg zurück, denn wir mussten noch packen, diesmal aber nur einen Backpack denn wir konnten meinen Backpack in der Unterkunft lassen. Für uns ging es nämlich am nächsten Tag mit dem Roller (den wir netterweise für 7 Tage mieten konnten) nach Ubud. Also packten wir nur das Nötigste ein und gingen schlafen. Man waren wir gespannt, denn wir hatten schon so viel über dieses Hippie Örtchen gehört und gelesen...

Zwei Stunden und 30 km später waren wir dann am nächsten Morgen in Ubud. Die Fahrt auf dem Roller bei dem Verkehr ist echt ein Graus. Auch wenn sich zwei Stunden nicht viel anhören, aber mit einem kleinen Roller einem großen Backpack und zwei Millionen anderen Verkehrsteilnehmern ist es echt wahnsinnig anstrengend (Regeln gibt es auf den Strassen auch keine). In Ubud angekommen erwartete uns (ähnlich wie in Canggu) ein Homestay nach dem anderen und ein Healthy-Lifestyle- Laden reihte sich an den anderen. Wir hatten unsere Unterkunft allerdings schon im Voraus gebucht. Gott sei dank lag das Homestay in einer Seitenstraße und man hörte so gut wie nix vom Verkehrschaos der Hauptstraße. Eigentlich hatten wir ein Doppelzimmer mit Klimaanlage gebucht, welches allerdings komischerweise noch belegt war und so hatten wir das Glück ein Apartment zu bekommen. Zwei Schlafzimmer, eine Küche und unser eigenes Bad. Ach ja und eine riesige Terrasse gab es auch noch dazu. Die Unterkunft kostete uns nur 10 €, inkl. Klimaanlage und Wasser für Kaffee und Tee, aber so richtig wohlgefühlt haben wir uns trotzdem nicht. Leider haben die kleinen Gasthäuser echt ein Problem mit der Sauberkeit, also es war nicht dreckig oder so, aber es ist einfach manchmal muffig und staubig und wenn man hier und da ein bisschen mehr machen würde könnte es für die Gäste viel einladender sein. Aber so ist das leider sehr oft hier in Asien. Es wird ein Gästehaus gebaut und danach nie mehr etwas dran gemacht, putzen wäre zumindest mal ein Anfang. Naja, zurück nach Ubud. Am ersten Abend gingen wir nur noch eine Kleinigkeit essen und planten den nächsten Tag. Benni wollte unbedingt in den Monkey Forest, eines der Sightseeing Highlights in Ubud. Mit einem unguten Gefühl schlief ich also ein… denn ich hasse Affen und das obwohl ich einen geheiratet habe (Love you Baby).

Der nächste Morgen brach an, es gab wie immer Haferflocken mit Banane und Kaffee zum Frühstück. Danach schwangen wir uns auf den Roller und es ging in den Monkey Forest (hab ich ne Lust). Nach nicht einmal zehn Minuten Fahrt waren wir auch schon am Eingang zum Wald, kauften ein Ticket und ab auf den Rundweg durch den Wald. Der Wald ist wirklich ein Traum, zwischen riesigen alten Bäumen gibt es kleine Brücken, Wasserfälle und Bäche die man bestaunen kann. Und natürlich unzählige Affen die dort frei leben und aufwachsen. Es macht also Alles einen sehr guten und artgerechten Eindruck (klar für Touristen aber dennoch nachhaltig und rücksichtsvoller Umgang mit Tier und Natur). Gott sei Dank haben sie uns in Ruhe gelassen und es war halb so schlimm und eine tolle Erfahrung. Wenn man sich an die Regeln vom Park hält (nicht in die Augen sehen, Sachen verstauen, kein Essen mitnehmen, etc.) passiert auch nichts. Ich war auf jeden Fall froh diese Erfahrung gemacht zu haben, denn alleine der Wald und der Rundweg sind es schon wert den Eintritt zu bezahlen. Wer also in Ubud oder der Umgebung ist sollte sich dies nicht entgehen lassen. Nach 4 Stunden verließen wir den Monkey Forest wieder, zum Glück, denn ab ca. 10/11 Uhr rollen dann auch hier die Busse an uns es wird wirklich voll (Willkommen ihr wunderbaren Menschen aus Fernost). Es hat sich also mal wieder gelohnt so früh aufzustehen. Der frühe Vogel und so... 

Von dort aus fuhren wir zu einem der unzähligen Wasserfälle die es auf Bali gibt. Leider waren wir dafür schon etwas spät denn der Wasserfall war total überlaufen (die Busse waren vor uns da...) und es ist kaum möglich ein Foto zu machen auf dem nicht 100 andere Menschen zu sehen sind. So ging es für uns relativ schnell wieder Richtung Heimat. Nach einem kurzen Mittagsschläfchen (der alte Mann brauch seine Pausen) wollten wir uns am Abend den Sonnenuntergang auf dem Campuhan Ridge Walk angesehen. Nicht weit von unserer Unterkunft entfernt liegt dieser Walk. Eigentlich ist es nur ein Weg (verrät der Name ja schon...) der links und recht ein wenig abfällt, aber durch Instagram und sonstige Medien wird auch das total hoch gehypt, wir waren ehrlich gesagt total enttäuscht.. es ist halt ein Weg… und der ist zusätzlich noch total überfüllt (wie alle Hotspots hier auf Bali). Zudem waren wir auch noch zu spät dran, sodass die Sonne schon untergegangen war (bisschen früher aufstehen Mucki). Wir schlenderten also nur ein wenig hin und her und beobachteten die Leute wie sie versuchten DAS perfekte Foto zu schießen. Teilweise wurden sogar die Outfits gewechselt (wer kennt sie nicht die Foto Mafia aus China). Man O Man, aber ist besser als Kino und machte den Walk dann doch noch lohnenswert. Den Affen Wald hatten wir also bestaunen dürfen, nun stand mein Wunsch auf dem Zettel, ich wollte unbedingt den Mount Batur sehen, den Vulkan im Norden der Insel. Der Mount Batur ist immer noch aktiv und den letzten Ausbruch bzw. Die letzte Eruption gab es im Jahr 2000. Zwischen uns und dem Vulkan lagen 35km Verkehrschaos. Wir hatten uns schon vorher über die Preise erkundigt, man kann nämlich auch zum Sonnenaufgang auf den Vulkan klettern/gehen dies soll allerdings 50-60€ pro Person kosten und das war uns einfach viel viel zu teuer und so machten wir uns alleine auf in Richtung Vulkan. Nach 90 Tagen hatten wir zum ersten mal wieder eine Jacke an und ich eine lange Hose denn der Vulkan liegt knappe 1000 Meter höher als Ubud und ich hatte gelesen, dass es dort echt kalt werden kann. So war es auch, wir fuhren stetig Berg auf und waren so froh, dass wir die Jacken hatten, der Wind wurde immer kälter und vor allem Benni vorne auf dem Roller fing zum ersten Mal seit drei Monaten an zu frieren. Nach ungefähr zwei Stunden waren wir fast da, wir machten einen kurzen Fotostopp und wurden prompt von einem Herrn angesprochen. Er erzählte uns das es wohl ein paar Kilometer weiter eine Polizeikontrolle gäbe an der wir zahlen müssen um in das Gebiet um den Vulkan zu dürfen, wenn wir allerdings 20 Minuten warten würden, wäre die Kontrolle weg und wir könnten so durch. Benni sagte zu mir, ja dann gehen wir einen Kaffee trinken, prompt hatte der Herr natürlich eine Lösung parat und sagte er kenne ein gutes Café, leider waren wir natürlich zu gut gläubig, folgten ihm, kamen zu einem super süßen Café, konnten Kaffee testen (mehrere Sorten für umsonst natürlich) und wurden dann von ihm gebeten eine Tasse Luwak Kaffee zu kaufen. Er war nicht böse oder aggressiv aber schon bestimmend und beharrte darauf diesen Scheiss Kaffee an uns zu verkaufen. Wir kauften eine Tasse gaben ihm das Geld und er verschwand. Kurz darauf kam der Besitzer vom Café und sagte uns, dass wir soeben auf einen Mafia Trick rein gefallen sind.  Der nette aber bestimmende Herr gehörte garnicht zum Laden und die Kontrolle gibt es auch nicht… Wir hatten bereits davon gelesen, dass es rund um dem Vulkan eine Mafia geben soll, aber doch nicht wenns um ne Tasse Kaffee geht? Als wir das Kaffee verließen kam der Herr nämlich bereits mit dem nächsten Roller und zwei Touristen im Schlepptau an. Tja scheiß auf die vier Euro dachten wir uns und ab auf den Roller zum Vulkan (und der nächste der uns zulabert kann sich warm anziehen). Eintritt mussten wir trotzdem bezahlen, denn das Areal rund um den Vulkan ist ein Naturschutzgebiet. Der Blick war wirklich beeindruckend der Lake Batur eingerahmt zwischen zwei riesigen Vulkanen. Wir fuhren runter zum See bestaunten den Vulkan aus allen Lagen. Leider merkte man auch hier die Zustände mit der Mafia, egal wo wir angehalten haben, egal wie abgelegen oder belebt der Platz war, keine Sekunde nach dem Stopp kam ein Roller angefahren und wollte uns irgendwo hin bringen, natürlich für einen guten Preis. Aber jetzt konnten die Typen nicht mal Hallo sagen, da hatte Benni ihnen schon deutlich zu verstehen gegeben was wir nicht wollen... und Tschüss my friend hieß es nur noch. Das war sowas von nervig und so machten wir uns nach ein zwei Stunden auf den Weg Rückweg. Wir fuhren einmal um den Vulkan rum und entdeckten eine kleine Passstraße die uns wieder in Richtung Ubud führen sollte. Es war so steil dort, dass unserer Roller nicht mit uns beiden im Gepäck dort hoch kam und so wechselten wir uns immer ab, einer läuft einer fährt… Ein Bild für die Götter. Von oben sah der Blick auf den Mount Batur, die umliegenden Blumenfelder, Gemüsefelder und das kleine Dorf am Rande des Vulkan traumhaft aus. Wir fragten uns wie man hier leben kann, ein bisschen beengt und gruslig ist es schon neben so einem schlafenden Riesen zu wohnen, zu leben und zu arbeiten. Aber wahrscheinlich ist das völlig normal für die Menschen hier. Nach einer kleinen Fotosession ging es dann die letzten 25 km bergab in Richtung Ubud. Vorbei an einer traumhaften Landschaft, Orangenfeldern, Blumen Plantagen und Hängen voller Pflanzen (teilweise sah es aus wie in einem Weinberg). Der Norden von Bali den wir gesehen haben ist ein Traum, völlig untouristisch, ursprünglich und bietet eine wunderbare Natur. Absolut eine Reise wert wenn man dem Hipster Sog entkommen will und das richtige Bali erleben möchte. Zu Hause angekommen ging es erstmal unter eine warme Dusche und dann gingen wir noch einmal Pizza essen und auch diese Pizza konnte sich sehen lassen. Der nächste wundervolle Tag mit vielen neuen Eindrücken ging zu Ende. Am nächsten Tag beschlossen wir allerdings, dass wir Ubud früher als geplant verlassen wollen, denn die Stadt war uns einfach viel zu voll und wir wurden einfach nicht warm. Die Umgebung ist wunderschön aber wir dachten uns warum sollen wir noch länger hier bleiben, denn wir können auch von Canggu aus mit dem Roller alles erkunden und wir vermissten das Meer bereits nach den wenigen Tagen schon wieder. Den letzten Tag verbrachten wir also wieder mit packen und liefen ein bisschen durch die Straßen. Wir schauten uns den lokalen Markt in Ubud an, auf dem neben aller Hand Deko auch Schmuck, Kleidung und Schuhe verkauft werden (eigentlich Alles gibt es hier). Am Abend gab es in einem kleinen süßen Warung direkt auf unserer Straße noch ein fantastisches Abendessen bevor es dann am nächsten Morgen wieder zurück nach Canggu ging. Benni klärte per Telefon mit dem Host in Canggu ab, dass wir doch früher als erwartet zurück kommen und machte uns ein Zimmer klar. An dieser Stelle ein fettes Dankeschön an unsere Gastfamilie in Canggu und Doggie meinem Freund.

Angekommen zogen wir für eine Nacht in ein kleineres Zimmer, was aber wie die anderen Zimmer einfach schön war, großes bequemes Bett, Klima und sauber, mehr brauchen wir sowieso nicht. Unser Zimmer war dann am nächsten Tag erst wieder frei.

Wir waren also wieder am Meer, es ist und bleibt einfach unser Favorite Place. Die nächsten Tage verbrachten wir mit sonnen, schwimmen und SURFEN! Unser erstes Mal auf dem Surfbrett bei mir lief es leider nicht so gut, ich habe mich ein wenig überschätzt und mir meine Knie „aufgerissen“ meine Finger aufgeribbelt und mir tat einfach alles weh. Benni hat es sofort gut hinbekommen und hat sich an drei folgenden Tagen ein Brett geliehen und es wurde immer besser und er stand von Tag zu Tag länger auf den Wellen, bis dann allerdings auch seine Knie und Rippen so weh taten, dass er sich kaum bewegen konnte. Es hieß also erstmal pause mit surfen, aber wir haben einen weiteren Punkt auf unserer Liste „erledigt“ und können sagen, wir waren surfen, der eine mehr der andere weniger (aber wir werden ja noch den ein oder anderen Spot aufsuchen). Es stand hier in Canggu allerdings auch noch eine Aufgabe an, wir müssen unser Visum verlängern. Man hat die Möglichkeit es selber zu machen muss allerdings drei mal zur Immigration und es dauert bis zu 15 Tage, bis man das Visum hat. Wir fühlen uns hier zwar super wohl aber so lange wollten wir dann doch nicht auf Bali bleiben. Also entschieden wir uns für die Variante eine Agentur mit dem Visum zu beauftragen. Unsere Pässe wurden an einen Abend abgeholt, nach zwei Tagen bekamen wir dann eine Nachricht, dass wir einmal zur Immigration müssen um unsere Fingerabdrücke und ein Foto abzugeben. Zwei Tage später bringen die Agenten einem die Pässe mit verlängertem Visum  zurück zur Unterkunft. Das Ganze kostet zwar 30 $ mehr aber es lohnt sich wegen der Zeit alle Male. Jupp Pässe samt verlängertem Visum kamen zwei Tage später bei uns an... gibts auch nur hier glaube ich... das ist unkomplizierte Bürokratie... nicht so ein Scheiss System wie in Deutschland (musste mal gesagt werden).

Zudem haben wir unseren Ausflug zur Immigration mit einem Roadtrip in den Süden von Bali verbinden können. Hier fährt man eine ganze Zeit entlang der Steilküsten und vorbei an kilometerlangen Sandstränden. Wir schauten uns unter anderem den Nyang-Nyang Beach an. Ein zwanzig minütiger, steiler Pfad bringt euch zu dem menschenleeren, weißen Sandstrand mit kristallklarem blauen Wasser. Hier kann man gefühlt eine Ewigkeit entlang laufen, denn ein Ende ist nicht in Sicht. Wir waren hier ganz alleine und konnten ganz in Ruhe ein paar Fotos und Drohnenaufnahmen von diesem wunderschönen Ort machen. Natürlich muss man den Weg auch wieder hoch gehen, was sich dann als nicht so leicht herausstellt, aber wir haben es geschafft und der Strand ist die Reise auf jeden Fall wert. Von dort aus ging es für uns in Richtung Uluwatu über löchrige unbebaute Straßen, vorbei an steilen Küsten, winzigen Dörfern und staubtrockenen Feldern. Hier unten herrscht ein ganz anderes Feeling als in Canggu oder im Norden der Insel. Aber es ist wunderschön und noch nicht so voll. Wir wollten uns unbedingt den berühmten Surferstrand in Padang-Padang anschauen, hier findet einmal im Jahr ein großer Surfwettbewerb von Ripcurl statt. Doch der enttäuschte uns leider total. Zum Einen sollte man für den Strand Eintritt bezahlen, plus parken natürlich und der Strand war dermaßen voll und klein, dass wir keine Lust hatte uns den genauer anzugucken. Die Reise ging also weiter zum nächsten Beach und Viewpoint. Einen kurzen Halt machten wir am Dream Land Beach, der nicht weit entfernt vom Padang-Padang Beach ist. Hier saßen wir eine ganze Weile auf einer Anhöhe und beobachteten das Treiben im Wasser und auf den Boards. Nach einer 6 stündigen Rollertour machten wir uns danach so langsam auf dem Heimweg. Das war eine traumhafte Tour mit einem ganz anderen Gesicht von Bali. Wer ein wenig Zeit und gutes Sitzfleisch auf dem Roller hat sollte sich die Tour in den Süden nicht entgehen lassen. 

Die letzten Tage auf Bali verbrachten wir damit unsere Weiterreise zu planen, Reisfelder unsicher zu machen und wir machten eine letzte längere Tour mit dem Roller. Es ging zum Pura Ulun Danu Bratan Tempel der am Donau Beraten Lake liegt. Wir hatten leider total Pech mit dem Wetter denn es wurde immer kälter, nebeliger und nass. Am Lake angekommen verzogen sich die Wolken Gott sei Dank teilweise, sodass wir zumindest ein zwei schöne Fotos machen konnten. Der Eintritt in Höhe von 50.000 IDR (ca. 3.50€) ist okay da die Anlage rund um den Tempel wirklich gepflegt ist. Viel schöner fanden wir allerdings die beiden "Twin Lakes" - zwei Seen die nur durch einen kleinen Dschungelabschnitt getrennt sind - die man erreicht wenn man der Straße einfach wieder Richtung Norden folgt. Die Straße hört auf den Namen "Monkey-Street" und nach ca. 200 Metern wussten wir auch warum, die Straße führte mitten durch den Dschungel und links und rechts am Rand saßen überall Affen, kleine, große, dicke, dünne. An den Lakes angekommen kann man eine wunderbare Straße oberhalb der Seen entlang fahren und es reiht sich ein Viewpoint an den nächsten. Natürlich gibts auch hier, wie überall aus Bali, Nester zum Foto machen, Schaukeln und Herzen in die man sich rein setzten kann, wir bevorzugen dann doch den einfachen "nackten" Blick auf das Wesentliche :-). 

Da wir leider keine andere Möglichkeit sahen um wieder Richtung Canggu zu fahren nahmen wir den selben Weg zurück. Je weiter wir Richtung Tal und Strand fuhren des so wärmer und auch so voller wurde es wieder. Wir hielten noch in Canggu bei einem kleinen Warung an und aßen zu Mittag. Hier war es so, dass man sich aus einer Auslage von Speisen einfach sein liebstes Aussucht und am Ende das bezahlt was auf dem Teller lieg. Von Tofu über Hühnchen, Beef und Seafood bishin zu etlichen Gemüsesorten gab es hier für jeden etwas. Am Ende bezahlten wir für zwei volle Teller inkl. zwei Getränke gerade einmal 4€. Herrlich! und lecker war es auch noch. 

Eine wundervolle Zeit auf Bali geht zu Ende und wir können völlig verstehen warum so viele Leute hier hängen bleiben oder auch vom Reisen hier Urlaub machen. Das Inselleben hier ist einfach chillig! Man muss nicht viel tun um sich wohl zu fühlen, es gibt alles was man braucht und wenn man es richtig macht ist es auch super günstig. Life is better at the Beach passt hier wie Arsch auf Eimer und wir kommen definitiv für eine längere Zeit wieder. Schaut doch mal in unserem Bali Fotoalbum rein.

Für uns geht die Reise jetzt Von Bali nach Flores weiter...Berichte werden folgen... 

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Now or Never

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Kommentare: 5
  • #1

    Sabine (Sonntag, 21 Juli 2019 19:53)

    Wau das ist ja ein Super Bericht habt ihr euch ja echt viel Arbeit für uns gemacht . Ihr beschreibt eure Erlebnisse auch so das man sich in einzelnen Situation richtig hinein versetzen kann �Fotos sind ein Traum �

  • #2

    Olaf (Montag, 22 Juli 2019 09:28)

    Wiedermal ein super Bericht und eindrucksvolle Bilder.Ich bin immer wieder begeistert und freue mich riesig wenn ich eure Storys lese.Weiter so .

  • #3

    Gaby (Dienstag, 23 Juli 2019 22:52)

    Danke für diesen wieder tollen Bericht mit den fantastischen Bildern! Auf der heimischen Terrasse sitzen und durch euch diese wunderbaren Eindrücke in der Ferne genießen. Alles Liebe

  • #4

    Moni + Uli (Samstag, 03 August 2019 14:14)

    Ihr Lieben, super Bericht und tolle Fotos, insbesondere die Luftaufnahmen.
    Aber wo sind die ganzen Mensche, die Bali so überfüllt machen?
    Egal, wir waren wieder fast live dabei, dafür ein dickes Danke und weiterhin
    viel Entdeckerlust beim nächsten Ziel!

  • #5

    Patricia (Dienstag, 29 Oktober 2019 05:39)

    War ja klar das ich mir den Bali Bericht als erstes angeschaut hab � danke für den schönen ausführlichen Bericht!
    Ps. Das Video ist sehr cool, vor allem Caro‘s erste Rollerversuche �

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