Roadtrip Flores

Flores war unser nächstes Ziel auf unserer Indonesien Reise. Völlig unvoreingenommen haben wir den Flug nach Maumere im Osten von Flores gebucht. Am Montag 5. August ging also unser Flug von Denpasar nach Maumere. Am Flughafen hatten wir leider zum ersten mal auf unserer Reise echt Theater mit dem Gepäck wir mussten 78 € !!! für acht Kilo „Übergepäck“  bezahlen. Wir haben uns echt geärgert weil andere Passagiere so viel Handgepäck dabei hatten und unsere acht Kilo dagegen gerade zu lächerlich erschienen. Kiloweise Bananenbrot und Deko aus Bali schleppten die Leute mit in den Flieger. Naja beim nächsten Mal werden wir die acht Kilo einfach mit in die Kabine nehmen. Aber daran können wir leider nichts mehr ändern und die Vorfreude auf unser neues Abenteuer haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen. Der Flug war angenehm, wir hatten verhältnismäßig viel Platz und haben etwas zu essen bekommen. Den Landeanflug auf die Insel über die kleinen vorgelagerten Inseln konnten wir leider nur erahnen, wir hatten kein Fenster in unserer Reihe (mit Übergepäck hat der scheiss Flug 300€ gekostet)… Aber ich schweife schon wieder ab. Wir sind also gelandet und das auf dem kleinsten Flughafen auf dem wir bis jetzt waren alle Gäste liefen einfach mir nichts dir nichts aus dem Flugzeug über eine sehr kleine Landebahn. Hinter uns ragten schon die Berge aus der Landschaft, die Sonne brannte und vor uns sahen wir schon das Meer. Wir gingen über die Landebahn auf ein kleines Häuschen zu, das war also der Flughafen von Maumere, kein Zoll, keine Kontrolle, kein Geldautomat, nichts, nur ein einziges improvisiertes Gepäckband und zwei Toiletten. Witzig! Wir sahen also wie die Koffer aus dem Flieger auf das kurze Gepäckband gelegt wurden, eigentlich hätten wir unsere Rucksäcke auch direkt aus dem Laderaum mitnehmen können. Am Ausgang, der zugleich der Eingang zum Gepäckband war stand schon unser Taxifahrer den unser Hotel uns netterweise geschickt hatte, for free. 

In einem gepflegten SUV ging es dann in Richtung Hotel. Wir konnten auf dem Weg schon ein wenig die Umgebung erkunden. Neben unendlich vielen Schulen inkl. tausenden Schulkindern entdeckten wir laute, bunte Taxen, und kleine Marktstände. Am Hotel angekommen wurden wir sogleich mit einem Willkommens-Drink in Empfang genommen. Wir haben das Hotel gewählt weil es laut Booking neu eröffnet wurde und relativ gute Bewertungen hatte. Es ist auch nicht so einfach auf Flores Unterkünfte zu finden, es gibt nämlich kaum welche. Aber das ist gut für uns denn es gibt hier noch lange nicht so viele Touristen wie auf Bali. Unser Zimmer lag leider direkt hinter der Rezeption und ich ahnte bereits das es wahrscheinlich das lauteste Zimmer im Haus ist. Es war ein Raum mit Bett einem kleinen Tisch, Klima und Bad. Das Zimmer war ok, aber leider war das Bad das schlechteste was wir bislang hatten. Wir hatten zwar eine vernünftige neue Toilette aber zum Wasserablauf der Dusche gab es nur ein Erdloch und das roch von Anfang an muffig und feucht. Für zwei Nächte werden wir das aushalten, denn unser Plan war es von Maumere mit zwei Rollern die Insel zu überqueren, wir machten uns also sofort mit einem Taxi auf den Weg zu einem Rollerverleih der auf diese Tour spezialisiert ist. Leider sagte uns die Dame dort vor Ort das man die Roller nur online buchen kann, das war uns neu, wir gingen neben an in ein Restaurant, aßen klebrigen nicht leckeren Reis, tranken komischen Tee und erfuhren dann nach einem ewigen Hin und Her das man mindestes drei Wochen vor Tourantritt einen Roller buchen muss. Kacke! Die Laune sank. Wir hatten allerdings noch eine andere Alternative im Kopf. Ein Hotel ca. 35 km außerhalb von Maumere bietet auch Roller an, die man am anderen Ende der Insel wieder abgeben kann. Wir fuhren also enttäuscht zurück zum Hotel um von dort aus anzurufen. Angekommen am Hotel wurden wir ein weiteres Mal enttäuscht, weder die Handynummer noch die Festnetznummer noch das Onlinekontaktformular des Gasthauses funktionierte. Unsere Hoffnungen sanken immer weiter, wir hatten nur eine einzige Chance, wir mussten dort hin. Der Hotelmanager war so freundlich und lieh uns seinen Roller und so machten wir uns also auf dem Weg zum Gasthaus. Wir fuhren die 35 km vorbei an riesigen Kohlfeldern, Maisfeldern, Bananenplantagen, kleinen Dörfern in denen die Kinder und Erwachsenen uns freundlich zu winkten. Wir fühlten uns total Willkommen. Natürlich fanden wir das Gästehaus nicht sofort und wir mussten uns am Ende echt durchfragen bis wir den richtigen Platz gefunden hatten. Doch endlich hatten wir es gefunden. Ein super geiles Gästehaus direkt am Strand mit nur drei oder vier Hütten und einem kleinen Restaurant. Nach einer halben Stunde Wartezeit kam der Chef und wir bekamen die Nachricht das er noch genau zwei Roller zum ausleihen da hätte, die anderen seien alle schon gebucht und gezahlt. Gott sei Dank! Unser Trip kann doch stattfinden. Wir setzten einen Vertrag auf und machten uns mit einem Roller und dem Hotelroller auf dem Weg zurück zum Hotel. Auf halber Strecke merkte Benni dann das er den Schlüssel vom Hotelroller verloren hatte (auch das noch). Der Manager sah es mit Humor und einer der unzähligen anderen Männer die sich immer im Hotel aufhielten hatte einen anderen Schlüssel der passte. Wir zahlten ihm 10€ als Entschädigung und alles war gut. Nach dem aufregenden Tag hatten wir einen Mordshunger und da es nichts, wirklich garnichts in der Umgebung gab bestellten wir Reis im Hotel. Nach sage und schreibe 90 Minuten bekamen wir kalten Reis mit kaltem Ei. Oh man… aber wir wurden satt und gingen total kaputt ins Bett. Am frühen Morgen wurden wir dann von der lauten Rezeption und dem Fernseher (wo 24 Stunden Frauenfußball lief) geweckt. Frühstück hatten wir inklusive. Es gab Tee und kaltes Ei mit ungetoastetem Toast und ein bisschen Marmelade. Besser als nix. Sofort nach dem Frühstück holten wir den anderen Roller ab und fuhren also zum 3ten und 4ten mal die Strecke. An dem Tag planten wir ansonsten nur noch ein wenig die nächsten Tage und die Route bevor wir Abends in ein Restaurant direkt am Meer gingen welches wir durch Zufall auf dem Weg entdeckt hatten. Benni hatte vorzüglichen Fisch vom Grill und für mich gab es Reis und Gemüse. Zum ersten Mal fühlten wir uns gut und als sein wir angekommen. Die Raeggebar (so hieß die Bar)  gefiel uns super, kalte Getränke, gutes Essen, gute Musik und das Meer direkt vor der Nase. Geil!

Am Abend packten wir unsere Sachen und gingen früh ins Bett denn am nächsten Tag ging es los. Doch um 22 Uhr , wir lagen schon im Bett, klopfte es an der Tür und wir wurden gefragt was wir denn am nächsten Tag frühstücken wollen - unglaublich!! Das selbe um 06:00 Uhr in der Früh, wir hatten noch Schlafsachen an und lagen noch im Bett, da klopfte es und es wurde uns einfach das Frühstück in den Raum bzw. aufs Bett gestellt. Benni war total sauer und man merkt echt, dass hier der Tourismus nicht angekommen ist, die gesamte Hotelmannschaft wusste einfach nicht was zutun ist. Dem Frühstück schadete es nicht, es war ja eh kalt. Nach dem Frühstück schnallten wir unsere großen Rucksäcke auf die Roller und machten uns auf dem Weg zum ersten Stop. Ab zum Koka Beach, unsere erste Etappe war nur 50km lang. 

Wir fuhren rein in die Berge, schlängelten uns durch den Dschungel, fuhren vorbei an riesigen Reisfeldern, Bachläufen und kleinen Seen. Am Straßenrand standen teilweise große LKW´s  randvoll mit Bananenstauden. Wie in Maumere wurden wir auch hier an jeder Ecke freundlich begrüßt, jeder reckte seine Hände in die Höhe, grinste und die Kinder liefen sogar teilweise ein Stück hinter uns her. Einige Male haben wir einfach angehalten uns hingesetzt und diese geile Landschaft auf uns wirken lassen, zwischen den Bergen befinden sich immer wieder kleine Dörfer eingerahmt von Palmen, Bananenstauden und grün bewachsenen Gebirgsketten.

Nach ca. zwei Stunden erreichten wir die Abzweigung zum Koka Beach. Wir fuhren einen kleinen Schotterweg hinunter und fuhren direkt auf den Strand zu. Ein Traum!!! Der Strand wird durch einen riesigen Felsen in der Mitte geteilt, sodass es aussieht als wären es zwei Strände. Da wir noch nicht genau wussten ob wir hier übernachten wollen/können schauten wir uns erst einmal um und wir wurden direkt von Blasius (ja das war wirklich sein Name) empfangen und er zeigte uns seine Hütten. Wir haben nicht lange überlegt und buchten uns für eine Nacht eine Hütte. In der Hütte lagen zwei große Matratzen mit zwei Moskitonetze, das Bad bestand aus einer Toilette, einem Loch im Boden (fürs Duschabwasser), einem Gartenschlauch der aus der Decke ragte (ja genau Dusche) und einer Regentonne zum Wasser sammeln. Klingt spartanisch oder? Ja das war es auch aber wir fühlten uns sofort wohler als in Maumere, denn es war sauber und es stank nicht. Am Strand gab es nur die vier Hütten, das Restaurant von Blasius und zwei drei Büdchen die Kaffe, Kekse und gebackene Bananen verkauften. Nachdem wir unsere Körper in unsere Badesachen geschwungen hatten gingen wir sofort ab ins Wasser. Kristallklares Wasser mit riesigen Wellen (wir mussten also ein wenig aufpassen). Es machte so ein Spaß in die Wellen einzutauchen und sich dann völlig geschafft an den Strand zu legen. Den ganzen Tag verbrachten wir im Wasser oder am Strand. Bis auf eine kurze Pause zu Mittag, denn der Geruch von frisch gegrilltem Fisch stieg uns in die Nase. Wir setzten uns also ans Restaurant, an dem mittlerweile auch einige Tagesausflügler saßen, bestellten Fisch, Reis und Gemüse und Benni bekam den besten Thunfisch den er je gegessen hatte. Frisch gegrillt, heiß, in einer super Marinade, dazu frisches Gemüse (Möhren und  - wir glauben- Spinat) und leckeren Reis. Das war das beste Essen was wir seit langem gegessen haben! Am Abend waren wir am Strand wieder ganz alleine (nur Blasius mit Familie und wir, keine anderen Gäste, keine Touristen), nach einer kurzen Dusche gingen wir also wieder ins Restaurant - schwimmen und sonnen macht einfach müde- Benni bekam diesmal einen riesen Fisch!!, wirklich riesig, wir bekamen das doppelte an Reis und Gemüse und für mich gab es noch zwei Eier. Soviel haben wir seit Ewigkeiten nicht mehr gegessen und vor allen Dingen haben wir lange nicht mehr so gut gegessen. Es wurde langsam dunkel, die Sonne ging unter und es erschienen immer mehr Sterne am Himmel. Nach einer Stunde schlemmen saßen wir unter gefühlt einer Millionen Sternen, so etwas haben wir beide noch nie im Leben gesehen! Wir liefen noch eine halbe Ewigkeit ganz alleine unter diesem Sternenhimmel am Strand entlang. Irgendetwas war allerdings anders als an den anderen Stränden an denen wir sonst Abends immer waren… bei jedem Schritt leuchtete der Sand unter unseren Füßen, wir fühlten uns wie im Film Avatar, die Sterne über dem Kopf und (davon gehe ich aus) leuchtendes Plankton unter den Füßen… es war einfach perfekt. Und wir waren glücklich diesen Moment erleben zu dürfen. Völlig überwältig von dem was wir gesehen und erlebt haben schliefen wir in unserer Strandhütte ein. Erstaunlicher Weise schliefen wir beide recht gut obwohl es Nachts arschkalt wird. Aber daran bin ich ja mittlerweile gewöhnt wenn Benni die Klimaanlage auf 16 Grad stellt… Nach einem kurzen Strand-check machten wir uns zum Frühstück auf, es gab Omelette, leckeren Kaffee und Gebäck das für locker zehn Mann gereicht hätte. Pappsatt stand dann ein kleines Fotoshooting auf dem Plan denn an dem Fels der sich in der Mitte der beiden Strände befindet sprudelte bei jeder großen Welle eine riesige Fontäne Wasser in die Höhe. Benni machte sich also auf zu den Fontänen kam aber leider mit einem halben Zeh weniger wieder. Durch ein Wasserloch hat er sich leider seinen halben dicken Zehennagel ein und abgerissen und all das nur für das perfekte Foto… Das war es leider für Benni mit Schwimmen. Ich verbrachte den halben Tag im Wasser und in der Sonne bis wir uns Abends nach dem packen erneut dem Festmahl (diesmal mit exzellentem Hähnchen) hingegeben haben. Danach hieß es haya machen denn am nächsten Tag starteten wir unsere zweite Etappe. Zum Frühstück gab es diesmal eine riesige Obstplatte und leckere mit Kokos gefüllte Donuts. Wir wollten diesen Ort eigentlich nicht verlassen denn es war mit Abstand der schönste Strand und das beste Essen!! an dem wir bislang waren. 

An dieser Stelle möchten wir Blasius und seiner Familie für diese zwei unvergesslichen Tage danken. Wenn ich mir einen einsamen Ort malen könnte dann wäre es der Koka Beach. Fahrt hin und überzeugt euch selbst von der magischen Umgebung.

Die nächste Etappe war wieder knappe 50 km lang, es ging in das kleine Dorf Moni (liebe Grüße an dieser Stelle an Moni X-Man :-) ) Die Strecke war noch beeindruckender als die erste, enge, kurvige Straßen schlängen sich 50 km vorbei an Bergen, Dörfern, Schulen und kleinen Marktständen. In Moni angekommen fuhren wir zu einem Instagram-Tip, dem Geckos Homestay. Auch hier hatten wir Glück das noch eine Hütte frei war. Es stand für den Reisetag nichts mehr auf dem Plan außer Fotos sortieren, tanken und SIM-Karte aufladen, bei letzterem hatten wir kein Glück, es gab keine SIM Karten und kein Wlan. Durch Zufall entdeckten wir im Dorf (wieder) eine mega coole Reggeabar in der wir einen Burger und eine Kürbissuppe aßen. Danach ging es für uns ins Bett denn am nächsten Morgen stand die Wanderung auf den Kilimuto auf dem Plan. Oh Gott, es ist 03:40 Uhr und der Wecker klingelt. Wir mussten wirklich 3 mal überlegt ob wir aufstehen oder nicht aber wir haben es getan, wir packten uns richtig dick ein denn wir haben in der Nacht schon gefroren wie Espenlaub, also lange Hose, lange Socken, langes T-Shirt, Pullover, Jacke und Tuch. Los gehts, wir fuhren 45 Minuten Richtung Parkplatz vom Kilimuto zahlten 350.000 IRP Eintritt und wanderten dann 30 Minuten den Berg hoch.  Es war eiskalt und stockfinster (ich muss nicht extra erwähnen wie gerne wir wieder in unsere Schlafsäcke wollten) leider war es doch voller als gedacht aber oben angekommen suchten wir uns ein schönes Plätzchen, tranken einen Kaffee und warteten auf den Sonnenaufgang und der war wirklich atemberaubend. Nach und nach tauchte die Sonne die beiden Seen (die sind der eigentliche Grund für unsere Wanderung) in ein unfassbar geiles Licht und man konnte so langsam die blaue Farbe der Seen erkennen. Nach ca. 2 Stunden war die Sonne dann da und wir konnten die Seen in ihrer vollen Pracht erkennen. Zwei Seen, die nur durch eine dünne Felswand getrennt, direkt neben einander in einem riesigen Krater liegen und nach Schwefel riechen - geil. Das frühe Aufstehen und der Weg dorthin waren bei diesem Anblick vergessen und wir genossen noch eine Weile den Anblick bis uns unser Weg wieder runter führte.  Am Hotel angekommen gab es dann erstmal ein gemeinsames Frühstück mit den anderen Gästen (drei Mädels aus D, IT und F). Es gab reichlich Obst, frittierte Süßkartoffel und Banane mit Schokoladensauce. Nach der Stärkung schnauften wir noch einmal durch, denn wir hatten die längste Etappe unseres Trips vor uns. Von Moni ging es für uns nach Bajawa, 179km Roller fahren standen an. 

 

Die Strecke von Moni nach Bajawa war ein echtes Highlight. Wir konnten uns gar nicht an der Natur und der überwältigenden Landschaft satt sehen. Hätten wir noch öfter gehalten um Fotos zu machen wären wir wahrscheinlich nie angekommen. Die Fahrt dauerte knapp 10 Stunden und wir waren am Ende des Tages wirklich gerädert und froh, dass wir diese Etappe hinter uns gebracht haben. Unsere Rücken und Hintern taten sowas von weh!  Während der Fahrt fuhren wir Kilometerlang an einem Vulkan vorbei der die ganze Zeit „brodelte“ und eine kleine Rauchfahne ausspuckte. Irgendwie geil aber auch beängstigend wenn man überlegt, dass es immer wieder passiert das Vulkane hier in der Gegend ausbrechen. Die Menschen die in dieser Umgebung leben machen (meinen wir) keinen Hehl daraus, sie leben in Ihren einfachen Hütten, bauen Kohl, Mais, Salate und Früchte an, waschen ihre Wäsche und die Kinder spielen mit alten Gummireifen oder abgerantzen Fahrrädern an der Straße. 

In Bajawa angekommen mussten wir uns erstmal eine Unterkunft suchen, wie zuvor hatten wir noch keine gebucht. Hier gestaltete es sich zum erstmal ein wenig schwierig, auch, weil hier eine ganze menge Touristen waren. Nach drei Anfragen haben wir dann aber das winzige Hotel Edelweiß 2 (zwei, weil es noch ein größeres anderes an einer anderen Straßenecke gab) gefunden ( :-) ). Das Zimmer war relativ klein aber wir waren einfach nur froh nach diesem langen Tag eine Unterkunft gefunden zu haben und es gab endlich mal wieder warmes Wasser in der Dusche. Relativ schnell entschlossen wir an dem Abend, dass wir hier zwei Nächte bleiben werden. Ich konnte nicht am nächsten Tag schon wieder so lange auf dem Roller sitzen. Abends ging es für uns dann auf Empfehlung des Hotels in ein kleines Restaurant in der „Stadt“. Wir hatten aber auch einen Mordshunger. Es gab Tomatensalat (der mehr aus Knoblauch als auch Tomaten bestand - war aber lecker), Fride Rice und ein Gado-Gado (allerlei Gemüse mit Reis und einer Erdnusssauce) für mich. Ich glaube wir haben an dem Abend 10 Stunden geschlafen, bis wir dann am morgen quasi zum Frühstück gezwungen wurden, das haben die hier in Flores echt noch nicht so raus mit dem Frühstück. Wir kamen nicht um 08:30 Uhr (wir wurden am Abend zuvor gefragt wann wir ca. frühstücken wollen) sondern um 09 Uhr, bekamen dann zwei eiskalte, winzige, rohe Pancakes und Kaffee. Wer uns kennt weis, dass uns das nicht im Ansatz satt macht, wir bestellten also noch jeder zwei Toast (nicht getoastet natürlich) und gaben das Frühstück dann auch relativ schnell auf. 

Bajawa ist ein bekannter Ausgangspunkt um die traditionellen Dörfer zu besuchen. Wir entschieden uns für das Dorf Bena, welches aber bewusst als „Touri-Dorf“ bezeichnet wird und so war es dann leider auch. Der Eintritt von 25.000 IDR pro Person waren okay, aber wir hatten das Gefühl, dass die Menschen hier gar nicht wirklich leben sondern nur zur „Show gestellt werden“. In einigen Hütten befanden sich sogar TV`s und Computer. Naja, für eine Foto des Dorfes reichte es alle mal. Man kann von dort aus auch eine Wanderung zu einem Dorf in den Dschungel machen aber danach war uns nicht nach dem langen Fahrtag. Vom Dorf Bena aus erreicht man nach 20 Minuten die sogenannten heißen Quellen. Leider war auch diese Attraktion nichts für uns… Benni konnte wegen seines Zehs eh nicht ins Wasser und mir war es einfach zu warm für eine heiße Quelle (ja, das hätte man auch vorher wissen können ich weis). Wir fuhren also gegen Mittag wieder ins Hotel und schrieben fleißig am Block und kümmerten uns um unserer Fotos und Co. Mehr haben wir in Bajawa eigentlich nicht gemacht. Durch Zufall haben wir dort die beiden Mädels (D und F) aus Moni wieder getroffen mit denen wir dann Abends bei einem mega coolen Restaurant waren, der Inhaber spielte fleißig Reggae Musik, Peter Fox und Seeed. Essen gab es auch sehr gutes und natürlich, endlich mal wieder, ein Bier. 

Die nächste Etappe stand an. Von Bajawa aus ging es nach Ruteng unsere letzten Zwischenstation auf unserer Reise quer durch Flores. Auf der Fahrt bemerkten wir dass es immer mehr Reisfelder gab. Die Bananenplantagen wurden weniger und wurden eingetauscht gegen weite Reisfelder und riesige Reisterassen. Ruteng ist bekannt für seine Spiderwebricefelder, mehr dazu aber später, denn erst müssen wir euch von unserem wunderbaren Homestay erzählen. Zu Gast waren bei Linda und Ricardo (den wir leider nicht kennenlernen konnten). Linda und ihr Mann vermieten in Ihrem Privathaus drei Zimmer für Gäste. Wir teilten uns ein Bad mit einem anderen Pärchen und Küche, Wohnzimmer und Terrasse des Hauses waren für alle gemeinsam. Linda erzählte uns so viel über Ihr Leben, ihre drei Kinder, ihr Leben mit dem Tourismus (teils sind die Menschen in Flores nicht ganz so angetan vom ganzen Tourismus, da sie angst haben so zu „enden“ wie die Menschen auf Bali), ihrem Heimatort und gab uns unzählige Tipps für unserer Weiterreise in Indonesien. Wir suchten uns am Nachmittag in Ruteng (der Ort war größer als alle zuvor und wir merkten, dass es langsam in Richtung Touriorte ging) ein gemütliches Restaurant für unseren Lunch. Im Restaurant lernten wir dann Doni kennen. Ein 17 jährigen Jungen der die Tourismusschule in Ruteng besucht und gerne einmal Guide werden möchte. Benni und ich aßen unser wirklich extrem gutes Mittagessen (was es gab könnt ihr euch ja denken) und luden Doni zu einem Kaffee ein, de er sich alleine nicht leisten konnte. Er erzählte uns viel über seine Eltern die außerhalb der Stadt lebten und nur für ihre drei Kindern schuften damit sie zur Schule gehen können. Wirklich ein hartes Stück wenn man überlegt welchen Luxus wir mit unserem Schulsystem in Deutschland haben. Nach einer guten Stunde wurden wir dann von ihm in seine Schule eingeladen um ein wenig von uns zu erzählen, wir machten uns also auf den Weg zur Travel & Tourismusschule von Ruteng. Wir staunten nicht schlecht als uns 500 Augenpaare aus den Klassenzimmern interessiert anschauten. Die Schule war für indonesische Verhältnisse relativ neu und es wurde auch immer noch gebaut. Wir gingen also in Doni´s Klasse und wurden mit einem lautem Applaus und breit grinsenden Gesichtern empfangen. Benni erzählte von uns unserer Reise und unseren Plänen in Indonesien. Die Schüler löcherten uns mit Fragen und die Klasse wurde immer voller und voller. Nach einer halben Stunde besuchten wir dann eine weitere Klasse und trafen auf dem Weg den Klassenlehrer von Doni, der auch einige Sachen von uns wissen wollte u.a. wie wir an Visa kommen. Er wollte dies gerne seinen Schülern wiedergeben. In der zweiten Klasse wurden wir dann von einer netten Schülerin in Empfang genommen die erstmal eine Selfiestunde mit uns gemacht hat. Danach erzählten Benni auch hier von unserer Reise und wir beantwortet eine menge Fragen. Leider mussten wir dann zum nächsten Kassenzimmer „Nein“ sagen, ansonsten wären wir noch weitere 3 Stunden hier geblieben. Dieses Erlebnis werden wir nie vergessen, die ganzen Kinderaugen, die interessanten Gespräche und das Wissen was hinter diesen Köpfen steckt war einfach unfassbar zu sehen und zu erleben. Wir hoffen das auch nur einige die Chance haben einen guten Job zu bekommen und vor allem Doni, damit er seinen Eltern ein wenig Geld zurück geben kann. So war der Nachmittag auch super schnell verflogen. Wir genossen den Abend gemeinsam mit Linda und einem deutschen Paar, quatschen bis in die Abendstunden und gingen dann quasi alle gemeinsam ins Bett. Am nächsten Morgen bekamen wir dann ein gutes, frisches Frühstück, Ei, Toast und Obst. Gestärkt, mit einem lachenden und einem weinenden Auge verließen wir am nächsten Morgen das Homestay von Linda. Wir schauten uns auf dem Weg noch die Spiderwebricefelder an. Auf einer Anhöhe hatten wir einen wunderbaren Blick von oben auf die riesigen Reisfelder von Ruteng. Ab dem Zeitpunkt wussten wir auch wieso sie so genannte werden. Die Reisterrassen sehen von oben aus wie ein riesiges Spinnennetz. Das Areal war bestimmt ?? km 2 groß. So, dann ging es aber los. 

 

Es ging für uns nach Labuan Bajo, der westlichen Hafenstadt von Flores. Die letzte Etappe unserer Reise war für uns auch die anstrengendes, nach 8 Tagen auf dem Roller taten unsere Rücken und Hintern bereits nach gefühlten 5 km weh, doch wir wussten das es die Letzte ist und so fuhren wir in Richtung Westen, ca. 130 km lagen vor uns. Alle denen wir auf der Reise erzählt haben das wir nach Labuan Bajo fahren sagten, dass es dort wieder mega warm sein wird. Das merkten wir dann auch je näher wir kamen, es wurde immer heißer und auch die Landschaft veränderte sich. Die Reisfelder wurden immer weniger und die Wiesen am Straßenrand wurden braun. Das letzte richtig grüne Fleckchen war das kleine Örtchen Tado, der Ort liegt mitten in einem kleinen Tal in welchem ein riesiges grünes Spiderwebricefeld liegt. Auf dem Reisfeld standen zwei wunderschöne Bambushütten in denen man auch übernachten kann. Leider hatten wir bereits eine Unterkunft, hier hätten wir uns sicher wohlgefühlt. Nach einer kühlen Cola und einem sehr netten Gespräch mit den Besitzern ging es für uns auf die Zielgerade.

Die letzten Kilometer zogen sich und nach jeder Kurve erhofften wir den ersehnten Blick auf den Ozean. Nach einer weiteren Stunde und unzähligen weiteren Kurven, Straßenständen und lachenden Kindern sahen wir Ihn, den Ozean. Wir konnten erahnen das sich dort unten unser Ziel befindet. Wir sahen die vorgelegten Insel von Flores und waren froh, dass wir es bald geschafft haben. Die letzten Minuten und Kurven zogen sich sehr doch wir haben es geschafft, 10 Tage Flores, 500 km Roller fahren, 5 verschieden Unterkünfte, unzählige Highlights, unzählige Erfahrungen und Eindrücke - Danke Flores für eine unvergessliche Zeit! 

 

In Labuan Bajo verbrachten wir drei Nächte bis zum Start unseres neuen großen Abenteuers! Es ging aufs Boot. 4 Tage / 3 Nächte mit 30 anderen Leuten auf dem Weg von Flores nach Lombok! 

Über dieses Örtchen gibts leider nicht viel bis garnix zu erzählen. Die meisten Leute die hier sind starten oder beenden hier ihre Flores Tour. Viele gehen aufs Boot oder machen die Tour die wir gemacht haben nur andersrum. Hier reihte sich ein Tourverkaufsstand an den anderen, es gab zwei große Supermärkte wo man alles für die längeren Bootstouren einkaufen konnte und unzählige Hotels, Hostels, Gasthäuser und Tauchschulen. Böse Zungen behaupten sogar, dass es hier in zwei/drei Jahren ähnlich wie auf Bali zugehen soll, was wir uns nach drei Tagen hier auch sehr gut vorstellen können.

Unser Fazit zu Flores - Ein (noch) absolutes Juwel im indonesischen Inselreich. Wer bislang, wie wir, noch nicht viel von der Insel gehört hat sollte den Sprung von Bali oder Lombok aus wagen. Hier geht es wirklich noch zu wie vor 5 Jahren auf den bekannten Insel. Die Landschaft und die Menschen sind atemberaubend und wir sind sehr dankbar das erlebt zu haben. 

JustBackpacker

Now or Never

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Moni x (Sonntag, 08 September 2019 12:50)

    moni-x-man grüßt zurück und ist wie immer begeistert von all diesen Impressionen

Hier noch mehr von Uns!

 Kontakt

info@justbackpacker.de

JustBackpacker

Dein Reiseblog zu den Themen Weltreise, Roadtrips & mehr...

> zum Blog