Komodo Cruise

Vier Tage und drei Nächte auf einem Boot ? Nein, niemals... !

Benni hatte sich die Tour schon auf Flores mehrmals durchgelesen und wir haben so einige Horrorstorys über diese Tour gelesen, von ekelhaften Zuständen auf dem Boot über meterhohe Wellen bis hin zu komplett gesunkenen Booten... für mich stand eigentlich relativ schnell fest, dass ich diese Tour nicht machen möchte , aber was erzähle ich., wir haben sie natürlich gemacht! Nach drei Tagen in Labuan Bajo ging es für uns also aufs Boot.

Um 8 Uhr morgens stiegen wir mit 35 anderen (wir waren alles Europäer) auf unserem neuen Zuhause für die nächsten Tage. Ein wenig „Luxus“ gab es für uns allerdings denn wir hatten uns eine Kabine gebucht.7 Stück gab es davon, alle waren von Paaren belegt, die anderen hatte ihre Schlafplätze auf dem Deck mit Matratzen einem kleinen Kissen und einer dünnen Decke. Wir versuchten es uns in den 5 qm so gemütlich wie möglich zu machen. Der größte Vorteil an der Kabine war, dass wir unser ganzes Zeug abschließen konnten und nicht mit allen anderen in einem offenen Raum lassen mussten. Während wir uns einrichteten schaffte die Crew sämtliche Lebensmittel, Snacks und Getränke an Bord. Neben Paletten voll mit Eiern, Kohl, Tomaten, Wasser, Kekse und Milch, fand auch viel Kaffee und Tee den Weg aufs Boot. Kurz zum Boot, es gab drei Toiletten inklusive Dusche/einen Schlauch zum abduschen, ein Sonnendeck, ein Deck mit Schattenplätzen, eine Küche für die Crew und ein Räumchen wo wir uns alle immer zum Essen trafen.

 

Um 9 Uhr verließen wir den Hafen von Flores und machten uns auf den Weg ins neue Abenteuer. Es ging für uns als erstes auf die Insel Rinca. Die Tour/die Insel ist vor allem deshalb so beliebt, weil man hier die einzigen noch frei lebenden Komodowarane sehen kann. Nach ca. 1.5 Stunden erreichten wir die Insel und nach einem kurzen Hike sahen wir auch schon den ersten Komodowaren, was für ein Erlebnis! Wir wanderten eine Weile über die Insel in einer Affenhitze und sahen hinter jeder Ecke eine Echse, natürlich macht man die Tour mit einem Ranger die mit Stöcken bewaffnet sind (wir bezweifeln aber bis heute das die Echsen diese Stöcke abhalten würden). Von einem erhöhten Aussichtspunkt konnten wir uns einen kleinen Überblick über den wunderschönen Park, seine Inseln und Buchten verschaffen.

Nach einem kurzen Stop im Café ging es für uns dann wieder aufs Boot auf dem Weg zur Komodo Insel, auf der die richtig großen Warane leben. Auch hier wurden wir nicht enttäuscht, wir schlängelten uns über einen Pfad durch den Dschungel und sahen wieder etliche Echsen, die größte war ca. 2.50 Meter und ungefähr 120 kg schwer, unglaublich!! Neben den großen Waranen haben wir auch einen kleinen beim Nestbau und an einer Wasserstelle gesehen, wir konnten uns kaum sattsehen an den Tieren. Wenn man bedenkt, dass die Geschichte der Warane mehr als 130 Millionen Jahre zurück, geht obwohl er erst 1912 entdeckt wurde. Er hat keine natürlichen Feinde und besetzt damit eine Art ökologische „Nische“ auf den Inseln. Er ist der größte Fleischfresser in seinem Lebensraum. Neben den Waranen leben auch Ziegen und Büffel auf den Insel, leider nur als Futter für die Warane, wenn diese zum Beispiel einen Büffel beißen dauert es ca. 1-2 Wochen bis dieser an den Keimen und Bakterien des Bisses stirbt. Die Warane müssen also nur abwarten. Das war ein bisschen traurig zu sehen, aber das ist halt der Kreislauf des Lebens. Nach einer einstündigen Wanderung ging es dann für uns zurück aufs Boot und es gab Essen. Wir hatten vorher im Internet schon gelesen, dass das Essen bei den Touren wirklich gut sein soll und wir wurden nicht enttäuscht, es gab Reis, Fisch, Gemüse und sogar eine vegetarische Option (Ei, Tempe oder Tofu). Nebenbei hatten wir auch noch den ganzen Tag Wasser, Kaffee, Tee und Snacks zur Verfügung.

Nach dem Essen ging es dann (leider zu spät) zum Pink Beach, der Name war Programm denn der Sand an dem Strand war gespickt mit ganz vielen rosa Korallenstückchen, sodass der gesamte Strand aussah als wäre er pink. Zu spät waren wir, da das Licht nicht mehr so toll war um die ganze Pracht zu sehen, deswegen habe wir auch leider keine guten Fotos machen wodrauf man den pinken Strand erkennen könnte. Wir konnten abschließend am Strand noch schnorcheln und dann ging es 2 1/2 Stunden zum abendlichen Stop. Wir konnten uns mittlerweile an das Geschaukel gewöhnen und haben schon nach den ersten paar Stunden super nette Leute kennengelernt. Nach einem wunderbaren Sonnenuntergang auf See und einem zweiten warmen Essen (um es vorweg zu nehmen, es gab jeden Tag das selbe, aber es war gut) spielten wir zu 5 noch eine Partie UNO tranken ein paar Bier und gingen dann recht früh in die Koje (oh wie passend). Die erste Nacht war viel besser als gedacht, wir schliefen mit offener Tür um zumindest ein wenig Luft zu bekommen, konnten dem Meer lauschen und quasi unter freiem Himmel einschlafen.

Die erste Nacht war kurz, der Wecker klingelte um 5 Uhr, denn es ging für uns auf die Padar Insel, mein, Caro, absolutes Highlight auf dieser Tour. Mit ca. 20 anderen Booten und 100ten Menschen machten wir uns auf dem Weg zur Spitze der Insel. Über einige Treppenstufen und ausgebaute Wege erreichte man nach ca. 15 Minuten den Aussichtspunkt der Insel von dem man einen guten Überblick über die ganze Insel hatte. Wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen und bestaunten von oben das Treiben und die aufgehende Sonne. Viel besser als der Sonnenaufgang war allerdings das Licht über und auf der Insel. Diese Insel ist einfach so beeindruckend, klein, aber gespickt mit vielen zerklüfteten Buchten und einigen Hügeln.  Der Clou an dem Ganzen ist, das es drei verschiedene Sandarten auf der Insel gibt, schwarz, pink und weiß- habt ihr sowas schonmal gehört ? Also wir waren baff. Wir haben unser bestes gegeben um möglichst schöne Fotos der ganzen Insel zu bekommen, was angesichts der vielen Menschen recht schwierige war. Mit der Drohne ging es allerdings ganz gut, auch wenn man hier echt aufpassen musste, dass man nicht mit einer anderen zusammen stößt. Nach dem Sonnenaufgang liefen wir alle wieder abwärts und es gab Frühstück für alle. Pancake mit Banane, auch das Frühstück war wirklich erstaunlich gut. Es gab sogar Schokoladensauce, Yammi.

Vollgefuttert ging es für uns zum Manta-Point an dem man, wenn man Glück hat, Mantas sehen kann (komisch bei dem Namen). Von der Padar Insel waren es gute 2 - 3 Stunden Fahrt zum Manta-Point an dem, wie wir uns schon dachten, schon einige Boote standen aber auch immer wieder welche nachkamen. Wir wussten natürlich vorher schon das wir nicht die einzigen seien werden die diese Tour machen. Gott sei Dank verteilte sich das Ganze im Wasser ganz gut und wir bekamen die anderen schnorchler garnicht so mit. Allerdings was es auch echt nicht so einfach hier zu schnorcheln, die Strömung war krass, auch über Wasser, wir wurden alle an einer Steller aus dem Boot "geworfen" und trieben quasi alle in eine Richtung. Aber wir hatten Glück, nach einer kurzen Zeit schwammen zwei (leider nur) kleine Mantas an uns vorbei - juhuuuuu! Wieder ein Tier mehr aus der Unterwasserwelt welches wir „abhaken“ können. Leider ist dort ein riesiges Missgeschick passiert, unsere GoPro ging kaputt und so haben wir die beiden nicht mal auf einem Foto, ihr müsst es uns so glauben. Gott sei Dank haben wir die Kamera wieder hinbekommen, irgendwas war mit den Akkus nicht in Ordnung. Nachdem uns das kleine Beiboot wieder aus dem Wasser gefischt hat hieß es erstmal entspannen, sonnen, Mittagessen und wieder entspannen.  Tagsüber konnten wir uns schon ein Bild von den Wellen auf offener See machen, teilweise war es schon echt heftig wie schräg so ein Boot im Wasser liegen kann. Benni musste dann auch kurzzeitig in die Kabine und die Toilette wurde von einigen in dieser zeit auch öfter besucht als vorher. Es hielt sich aber mit den Seekranken echt im Rahmen, da hätte ich mehr erwartet. Im Nachhinein haben wir dann erfahren warum es so krass war, auf Java hat es zu der Zeit ein Erdbeben der Stärke 7,4 gegeben und die Erdplatten haben sich bis zu uns bewegt/aneinander gerieben, sodass auf See die hohen Wellen entstanden sind. Gut, dass wir das erst nachher erfahren haben. Während der Fahrt gab es dann das nächste absolut unerwartete Highlight, eine gesamte Delfin Schule inklusive Baby schwamm eine ganze Weile neben unserem Boot her, wir fühlten uns wie im Film und konnten unser Glück kaum fassen!! Nach dem Abendessen ging es für uns 15 Stunden, also über Nacht, weiter Richtung Lombok. Abends wurde das Meer dann ruhiger und wir konnten auch die zweite Nacht, diesmal fahrender Weise, auch gut schlafen. 

Wer wollte konnte morgens den Sonnenaufgang vom Boot aus sehen, aber wir waren einfach zu müde und so ging es für uns erst nach dem Frühstück los. Es ging auf Moyo-Island zu einem Wasserfall,  nachdem wir alle mit dem kleinen Boot zum Strand gebracht wurden ging die kleine Wanderung los. Wir sahen vom weiten schon, dass uns auch hier eine Boote folgten, allerdings waren wir hier die ersten. Vorbei und durch kleine Flüsse mitten durch den Dschungel führte uns der Weg zum Wasserfall. Angekommen sahen wir mehrere kleine Becken die zum baden einluden, doch wir kletterten den gesamten Wasserfall hoch um an der Spitze in den natürlichen Pool zu springen. Also Klamotten aus und auf zum klettern. So ganz ohne Schuhe stellten wir uns das gar nicht so einfach vor, doch es ging recht gut und nach 5 Minuten klettern waren wir oben angekommen. Am meisten freuten wir uns glaube ich aber, neben der Kulisse über frisches, kaltes und nicht salziges Wasser. Eine willkommene Abwechslung nach dem ganzen Salzwasser. Wir sprangen von Bäumen und Lianen ins Wasser und genossen alle zusammen das kühle Nass. Gott sei dank waren wir hier die ersten die den Weg auf sich genommen haben nach einer halben Stunde im Wasser wurde es dann nämlich immer voller und das Ganze machte auch keinen Spaß mehr. Also ging es wieder abwärts. Vorsichtig suchten wir uns den Weg runter zu unseren Taschen. Und wie immer war der Weg runter schwerer als der Weg hoch, teilweise mussten wir uns an Lianen abseilen und an Wurzeln festhalten. Das Ganze sah bestimmt super aus im Bikini. 

Je weiter wir uns dem Strand näherten desto mehr Leute kamen uns entgegen, um diese Zeit kommt man wahrscheinlich nicht mal mehr ans Wasser dran. Am Strand angekommen schwammen einige zurück zum Boot, inklusive Caro und die anderen wurde mit dem kleinen Boot wieder zurück gebracht.

Wir nähern uns immer mehr unserem Ziel, weiter ging es vorbei an vielen kleinen und großen Inseln, vorbei an einfach glasklarem Wasser, vorbei an traumhaften Buchten. Auch am letzten Tag legten wir noch zwei Schnorchelstops ein, an denen aber leider auch nicht mehr so viel zu sehen war wie an den vorherigen, mittlerweile glaube ich aber das wir schon sehr sehr verwöhnt sind von dem was wir schon alles sehen konnten. Viel kann uns anscheinend nicht mehr beeindrucken. Am Abend stand eine kleine Party am Strand bei Lagerfeuer an. Vorher wurde allerdings einmal die Crew getauscht, bzw. der Captain und der Koch wurden an ihrem zu Hause, eine Insel mitten im nirgendwo raus gelassen. An diesem Stop wurde das Boot auch einmal voll getankt und einige von uns gingen kurz an Land ihren Biervorrat für den Abend auffüllen. Nachdem alle wieder an Bord waren ging es weiter Richtung „Partystrand“. Der Abend rückte näher, die Sterne wurden heller und von weitem konnten wir schon ein kleines Lagerfeuer erkennen. Viele unserer Mitfahrer machten sich richtig schick und die Mädels haben sogar Schminke aufgelegt. Naja wir gingen dann in Badehose und Short an den Strand wo die Party stattfand. Wir gönnten uns ein paar Bier, probierten ganz komischen einheimischen selbstgebrannten Schnaps, unterhielten uns und lauschten der Musik am Lagerfeuer. Einer unserer Crewmitglieder, bei dem leider Benni saß, hat sich so dermaßen betrunken, dass er nach zwei Stunden nicht mehr gerade stehen geschweige denn laufen konnte. Benni hat dort wohl auch den einen oder anderen (heimlichen) Schnaps getrunken :-D. Wir alle hofften nur, dass der Betrunkene nicht morgen das Steuer in die Hand nehmen wird. Mit einem der letzten Beiboote ging es für uns dann auch wieder aufs Boot, Gott sei Dank fuhren wir nicht über Nacht. Ich glaube das wäre nicht gut für Benni ausgegangen - Shit Happens. Die letzte Nacht verging sehr schnell, eingeschlafen wie ein Stein und geweckt von der Morgensonne. Wer wollte konnte zum Sonnenaufgang auf den kleinen Hügel an Land klettern. Viele waren es nach der vorherigen Nacht nicht, die den Weg auf sich genommen haben. Ich habe mir den Sonnenaufgang vom Boot aus angeschaut und Benni musste noch ein bisschen ausnüchtern. Nach dem Frühstück ging es dann auf die letzte Etappe der Tour. Nochmal 4 Stunden Fahrt stand auf dem Plan. Wir fuhren an einem riesigen Vulkan vorbei der immer mal wieder im Abstand von ca. 30 Minuten kleine bis größerer Rauchwolken ausspuckte. Faszinierend diese Vulkane. Nach und nach näherten wir uns Lombok, wir packten langsam unsere Sachen und verabschiedeten uns voneinander, denn die meisten Wege trennten sich. Für viele ging es auf Lombok direkt zu den Gili Insel, einige führen nach Sengigi und für uns und ein paar andere ging es nach Kuta im Süden von Lombok. Am Hafen angekommen brauchte der Kapitän eine gefühlte Ewigkeit bis er endlich eine vernünftige Parkposition hatte, vielleicht hatte auch er das eine oder andere Bier zu viel getrunken. Nach einem Abschlussfoto verteilten wir uns alle auf kleine Busse oder Autos. Wir haben uns schnell ein kleines Auto geschnappt damit wir nicht so viele Leute im Wagen haben. Mit drei Franzosen und Charlotte aus München, die wir kennengelernt haben, ging es in zwei Stunden nach Kuta. 

Das war also unsere erste lange Bootstour und abschließend können wir sagen, dass es definitiv die richtige Entscheidung war mit dem Boot und nicht mit dem Flieger nach Lombok zu fahren. Wir hätten die ganzen Highlights und Erfahrung im Flieger nicht machen können.

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Now or Never

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Kommentare: 1
  • #1

    Moni x (Sonntag, 08 September 2019 13:00)

    Ich bin gerade im Leserausch und es ist wie immer total toll!
    Dank euch beiden für die schönen Berichte!

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