Cameron Highlands

Nach ca. zwei Stunden über kurvige Passstraßen erreichten wir den kleinen Ort Tanha Ranta. Ich glaube dieser Ort ist DER Startpunkt für eineReise in die Highlands. Auf unserem Weg dorthin fuhren wir schon an unzähligen Erdbeerfeldern und riesigen Gewächshäuser vorbei. Denn neben dem Tee sind die Cameron Highlands und die Umgebung auch für den Anbau von Erdbeeren bekannt. Irgendwie komisch wir fahren in den wohl kältesten Ort auf unsere Malaysiareise (kalt heißt hier 18-20 Grad) und hier gibt es tatsächlich Erdbeeren.

Vom Busbahnhof war unser Hotel nur ca. 1 km entfernt und da es nicht so heiß war konnte ich Benni überreden diesmal zu Fuß zugehen. Auf dem Weg gingen wir über eine Art Restaurant Straße, hier reihte sich ein Restaurant ans andere, indisch, chinesisch, malaysisch, westernfood, thai, alles was das Herz begehrt. Wir hatten mal wieder Lust auf indisch und so gingen wir in eines der zahlreichen indischen Restaurants bestellten zweimal Naan Brot und bekamen frisches, heißes Naan Brot mit drei Saucen und das für gerade mal 0,60€ pro Brot! Das Essen haben wir echt vermisst, auch wenn unser Darm was anderes sagte. Am Hotel angekommen erwartete uns ein sehr nettes Team, leider konnten wir noch nicht ins Zimmer und so genossen wir noch ein wenig die kühle Luft und unterhielten uns fast 1 1/2 Stunden mit dem Chef des Hotels übers tauchen, die Perhentian Island und über Malaysia generell, das war mal wieder eine nette Begegnung.

Als wir dann ins Zimmer konnten erwarte uns ein kleines aber feines Zimmer mit einem 4qm großen Bad inklusive Dusche, Klimaanlage und Bett. Reicht !

Da es noch so früh am Tag war machten wir uns auf den Weg zu einem kleinen Trail. Dank Maps.me ist es super leicht so etwas zu finden. Wir gingen wieder an der Restaurant Straße vorbei, vorbei an einem Park mit einer kleinen Turmuhr. Irgendwie erinnerte uns hier alles an Deutschlands Süden. Wir fühlten uns ein bisschen heimisch. Weiter ging es am Fluss entlang über einen engen Pfad mitten durch den Dschungel. Das Wasser wurde immer breiter, schneller und lauter und wir konnten von weitem schon erahnen das wir einem Wasserfall immer näher kamen.  Und so war es auch als wir um die nächste Ecke bogen fanden wir einen kleinen Wasserfall über dem eine Brücke herging. Wunderschön! Und das beste war, wir waren ganz alleine. Wir folgten dem Weg noch eine ganze Weile bis wir irgendwann wirklich mitten durch den Dschungel liefen, der Weg war nur noch ein Pfad und wir mussten ab und an auch klettern. Nach kurzer Zeit kamen wir dann einer Straße raus die uns wieder in die Stadt führten. Ein toller erster Ausflug und wir versprachen uns sehr viel vom morgigen Tag. Gekrönt haben wir das Ganze dann nochmal mit einem indischen Essen. Für uns ging es dann aber zügig ins Bett denn am nächsten Tag stand unsere Tour in die Teeplantagen an.

Um 07:00 Uhr klingelte unser Wecker, wir frühstückten schnell Ei und Toast dazu einen leckeren Kaffee und los ging es. Unser Guide Jason wartete bereits auf uns.Wir hatten die Tour am Tag zuvor über das Hotel gebucht. Mit einem holländischen Pärchen (natürlich wieder die Holländer) machten wir uns also auf den Weg. Erst liefen wir eine ganze Weile an der Straße entlang, Jason sagte "zum warm machen" bis es dann in den Dschungel ging. Zu erst sollten wir uns aber mit ausreichend Mückenspray versorgen. Gott sei Dank hatten wir das schon am Hotel erledigt, andernfalls hätten wir die Tour kaum machen können, denn nach nur 20 Meter kamen uns schon unzählige entgegen. Wir fragen uns immer aufs neue welche Daseinsberechtigung Mücken auf der Welt haben. Jason war sofort in seinem Element, er erklärte uns zu jede Menge zu „seinem“ Dschungel. Wir lernten etwas über Pilze, die wir noch nie im Leben gesehen haben, Orchideen, probierten wilden Anis, sahen verschiedenste Ingwersorten, Raupen und Vögel. Man merkte sofort mit welcher Leidenschaft er diese Tour macht. Es ging stetig bergauf, es war warm und schwül, puh. Gott sei dank machten wir immer wieder eine kurze Pause in der uns etwas erklärt wurde. Nach ca. 2 Stunden erreichten wir dann eine Lichtung und wir befanden uns auf einem Hügel / Berg mitten in den Teeplantagen. Wir hatten eine wunderbare Rundumsicht, ein toller Fleck für unsere geplante Mittagspause. Es gab leckeres Bananenbrot, einen Apfel und Wasser. Dort oben kamen uns auch die ersten anderen Wanderer entgegen, die anscheinend eine ander Route hoch zum Berg genommen haben. Es war ganz schön heiß in der Sonne, nach unserer kurzen Rast und einem kurzen Fotoshooting ging es weiter.

Wir gingen ein kurzes Stück über die Anhöhe bis wir wieder in den Tiefen des Dschungels verschwanden. Ein großes Schild mit der Aufschrift „Not the right way“ ließen wir einfach links liegen. Jason wird schon wissen was er tut, der Weg wurde immer immer enger, wir kletterten über Wurzeln, Bäume und schlugen uns durch Lianen. Ein echtes Abenteuer. In der Ferne hörten wir einige Gibbons (Affen) rufen, Jason erklärte uns, das es Mittagszeit ist, sie schienen also Hunger zu haben. Es wirkte teilweise so als säßen sie direkt über unseren Köpfen und wir schauten regelmäßig nach oben um eventuell doch einen zu Gesicht zu bekommen, wir hatten aber leider kein Glück. Benni und Jason waren die einzigen beiden die sich nicht während des Abstiegs auf den Hosenboden gesetzt haben, alle anderen lagen mindestens einmal auf der Nase. Aber so ist das eben im Dschungel.  Nach 2 1/2 Stunden bergab gehen hatten wir es geschafft, wir hatten wieder "festen" Boden unter den Füßen, wir marschierten noch durch große Felder von Paprika, Aubergine und Peperoni. Nach der nächsten Kurve sahen wir sie dann, die Teeplantagen der Cameron Highlands. Wir suchten uns ein schönes Plätzchen direkt an einem kleinen Fluss, machten eine Pause, Fotos und die Drohen durfte auch mal wieder fliegen. Ich, Caro, machte mich dann auf den Weg in die Plantagen, man kann nämlich komplett durchgehen wenn man mag. Was für eine tolle Aussicht, das satte grün der Plantagen, der blauer Himmel und Vögel die über unseren Köpfen kreisten. Die Strapazen der Wanderung haben sich auf jeden Fall gelohnt, wir waren wieder abseits der Tourimassen und hatten quasi eine ganze Plantage für uns alleine. Man kann sich garnicht vorstellen, dass bis vor ein paar Jahren hier die Blätter alle noch einzel per Hand gepflügt wurden. Mittlerweile werden auch hier "Erntemaschinen" eingesetzt um das Ernten zu vereinfach / zu beschleunigen. 

Zum Abschluss führte uns unser Weg zu einem der Teeläden. Wir tranken zu viert noch einen leckeren originalen Chai Tee und wurden dann mit dem Taxi zurückgefahren. Just in dem Moment als wir ins Taxi stiegen fing es wie aus Eimern an zu gießen. Glück gehabt, mal wieder!

Am Nachmittag war dann Zeit für eine heiße Dusche und ein kurzes Mittagsschläfchen. Wir machen ja schließlich nicht alle Tage so eine Wanderung. Am Abend hatten wir beide Lust auf Nudeln, es gab einmal Nudeln Tomatensauce und Nudeln Bolognese, wir hatten definitiv schon bessere Pasta auf unserer Weltreise, aber um den Hunger zu stillen reichte es.

Am nächsten Morgen ging es für uns dann weiter, endlich wieder ans Meer. Nach dem Frühstück fuhren wir um 09:00 Uhr mit einem Minivan Richtung Osten. Nach zwei Stunden mussten wir an einem Restaurant aussteigen und auf den nächsten Minivan warten. Damit hätten wir nicht gerechnet, über eine Stunde mussten wir in der Hitze an dem Restaurant warten. Das erste mal auf unserer Malaysiareise das wir Pech mit dem Bus hatten.  Dann ging es endlich weiter und ab in den nächsten Minivan, weitere 2 1/2 Stunden Richtung Meer. Gegen 17 Uhr erreichten wir dann endlich Kuala Besut, von wo wir am nächsten morgen auf die Perhentian Islands fahren werden. Mehr dazu dann im nächsten Bericht.

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Kommentare: 1
  • #1

    Sabine (Montag, 14 Oktober 2019 13:43)

    So eine Dschungel Tour würde mich auch reizen �stell ich mir irgendwie spannend vor �. Euern Ausflug habt ihr wieder 1 A beschrieben . Klasse und weiter so �. Bin ein Fan von Euern Berichten

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