Langkawi, Steuer und Inselparadies

Leider haben wir unseren Tauchschein, den wir eigentlich dort machen wollten, nach dem ersten Tag abgebrochen, wir fühlten uns in der Tauchschule einfach nicht wohl und unsere innere Stimme sagte uns:“ Hier nicht!“. So genossen wir dann 5 Tage am Strand mit sonnen, schnorcheln und entspannen. Alleine schnorcheln vor der Insel war der Wahnsinn, auch nach 100 Metern konnte man ohne Probleme auf den Grund sehen. Wir haben einen ganzen Schwarm (ich weis nicht ob das so heißt) an kleinen Riffhaien gesehen die sich direkt am Strand tummelten und einen ganzen Haufen von bunten Fischen und Korallen. Nach 5 Tagen ging es dann aber wie gesagt schon weiter auf die nächste Insel. Wir flogen von Besut (Stadt im Osten) nach Penang, übernachteten eine Nacht mitten in Little India in Georgetown und fuhren dann am nächsten Morgen mit der Fähre nach Langkawi. Um 10.30 Uhr legte die Fähre ab und wir waren mal wieder zu dünn angezogen, es war einfach arschkalt auf dem Boot und so wurden die 2 1/2 Stunden Überfahrt echt anstrengend. Gott sei Dank war die Fähre nur 1/3 voll, sodass wir genug Platz hatten und auch ein bisschen schlaf nachholen konnten. 

Auf Langkawi angekommen sah man schon wofür diese Insel „bekannt“ ist, am Pier befindet sich ein Dutyfree Shop nach dem anderen. Auf Langkawi zahlt man nämlich keine Steuern auf Alkohol, Zigaretten und auch viele importiere Waren wie Schokolade (Milka, Kinder, etc.) sind im Vergleich zu den anderen Städten Asiens super günstig. Wir wollten aber erst einmal ins Hotel, es war nämlich auch ziemlich dunkel und sah nach regen aus. Mit einem Grab ging es für uns dann vom Pier in Richtung Cenang Beach, wo wir die nächsten 5 Nächten verbringen werden. Ich freute mich riesig auf die Insel, denn ich hatte vorher nur Gutes gehört und auch schon viele schöne Sachen rausgesucht die wir machen können. Am Hostel angekommen erwartete uns ein extrem netter Host mit seinem jungen Mitarbeiter. Wir waren relativ früh dran, sodass wir noch nichts ins Zimmer konnten aber das war hier überhaupt kein Problem, wir bekamen eine eiskalte Cola und Wen (der Besitzer) erzählte uns viel über Langkawi, die TaxfreeZone und bietet uns ein paar Touren an. Wir entschieden uns für einen Roller für zwei Tage und für eine Inselhopping Tour am letzten Tag. Da die Klimaanlage in unserem gebuchten Zimmer kaputt war bekamen wir dann auch noch ein größeres Zimmer, man muss ja auch mal Glück haben. Die ganze nette Atmosphäre machte den mittlerweile straken Regen auch wett. Wir konnten also ganz in Ruhe unsere Sachen auspacken, die faltigen Sachen mal wieder aufhängen und die Pläne für die nächsten Tage machen. Am Abend zog es uns mal wieder zu einem arabischen Restaurant. Es gab Falafel, Weinblättern, Humus und für Benni leckeres frisches Hähnchen Kebab. Nach einer kurzen Runde am Strand ging es dann schon ins Bett.

Am nächsten Morgen gingen wir neben unserem Hostel frühstücken, die beiden Franzosen die dort ebenfalls ein Hostel leiten, bieten auch einen Frühstücksservice an und der war exzellent, es dauert zwar eine Weile bis das Essen kam (die Arme war ganz alleine, da der Mann einkaufen war) aber die Müsli Bowl mit leckerem selbstgemachtem Granola und Früchten war echt der Hammer, dazu einen leckeren lokalen Kaffe und der Tag kann starten.  Auf meinem Langkawi Tourplan stand heute der Gujang Raya (der höchste Berg der Insel 881m), der Durian Perangin Wasserfall und der Tanjung Rhu Strand volles Programm also am ersten Tag. Unser erster Stopp war der Berg, wir fuhren entlang von saftigen grünen Reisfeldern Richtung Berg, den wir schon von weitem sahen, nach ca. 16 km erreichten wir die Auffahrt, man kann nämlich ganz bequem bis oben hin fahren. Ich hatte vorher schon gelesen, dass man hier eine ganze Menge Tiere sehen kann wenn man Glück hat und wir hatten Glück, nach einer kurzen Zeit musste Benni mit dem Roller voll in die Eisen gehen, denn ich hatte sie entdeckt, die Nashornvögel!! Bis vor der Reise wussten wir nichtmal das es sie in Malaysia gibt und dann sehen wir sie live über unsere Köpfe fliegen, ein absolutes Highlight für uns. Auf dem Weg hoch kamen wir dann an eine Stelle an der gefühlt 20 Affen in einem Baum saßen, auch diese waren nicht die „normalen“ Affen, es handelte sich um die südlichen Brillenlanguren, die wir vorher auch so noch nicht kannten. Langkawi beherbergt einen der ältesten Primärregenwälder der Welt mit einer riesigen Artenvielfalt. Teile der Inseln sind 2007 als Geopark in die Liste der UNESCO-Welterben aufgenommen worden.

Auf der Hälfte der Strecke kamen wir dann an einen wunderbaren Aussichtspunkt der uns unseren Strand und den westlichen Teil der Insel zeigte, von hier aus hatten man auch einen wunderbaren Überblick über die unzähligen vorgelagerten Inseln.  Durch Zufall trafen wir dort auf einen einheimischen Guide der uns jede Menge zu den einzelnen Punkten erzählen konnte. Man kann diesen Aussichtspunkt wohl auch zu Fuß erreichen muss dafür allerdings nur lächerliche 4267 Stufen hochlaufen. Ein Franzose hat dies wohl mal in unter einer Stunde geschafft. No Way !! Mit diesem Gedanken setzten wir uns wieder auf den Roller und fuhren weiter hoch. Auf der Spitze des Berges war es dagegen völlig unspektakulär. Dort befanden sich nur mehrere große aber leere Militärgebäude und sonst nichts. Man hatte nichtmal eine gute Sicht von dort oben. Da es eh nach Regen aussah machten wir uns dann auf den Rückweg. Auch auf dem Rückweg sahen wir eine ganze Menge Affen auf den Leitplanken oder Stromleitungen sitzen. 

Es ging weiter zum Durian Perangin Wasserfall. Es fing Gott sei Dank nicht an zu regnen. Dort angekommen erwartet uns ein geniales Bild. Rechts und links neben dem auslaufenden Wasserfall befanden sich kleine Hütten zum sitzen, entspannen und grillen. Kinder spielten in dem flachen Wasser während die Eltern Essen zubereiteten. Wir wollten allerdings ganz hoch, so machten wir uns auf den Weg Richtung Wasserfall. Der Weg führte uns über eine schmale Brücke und einige Treppenstufen die zu meinem Leidwesen voll mit Affen waren. Naja, nix passiert. Der Wasserfall war schon von unten zu hören. Nach ca. 10 Minuten erreicht man auch schon die Spitze. Wir hatten wieder so ein Glück, denn wir waren ganz alleine vor Ort. Wir zogen unsere Sachen aus und sprangen in die Fluten, das Wasser war soooo kalt aber eine echte Abkühlung zu dem heiß/schwülen Wetter. Das Wasser stürzt aus ca. 15 Meter mitten aus dem Dschungel in ein kleines Becken. Benni stellte sich natürlich ganz Tarzan / Instagram like unter die kalten Wassermassen, er ist ja doch manchmal soooo mutig. Für mich ging es nur bis zur magischen Frauen-Unterbrust-Kante ins Wasser. Nach einem Fotoshooting setzten wir uns zum trocknen direkt neben den Wasserfall in die Sonne, aßen unser zweites Frühstück und genossen die Ruhe im Dschungel. Das war übrigens der erste Wasserfall in dem wir baden waren, die anderen (z.B. auf Bali) waren uns einfach immer zu voll. Geiles Erlebnis sag ich euch.

Von dort aus ging es für uns zum Tanjung Rhu Beach, welcher uns auch von unserem Host als der schönste Strand auf Langkawi empfohlen wurde. Der Strand befindet sich ganz im Norden von Langkawi und alleine die Strecke dorthin war ein Traum, wir fuhren mitten durch Pinienwälder und fühlten uns ab und an wie auf Mallorca. Die Straße endet dann einfach mitten im Nichts direkt am Strand. Dort stehen zwei, drei Buden und ein paar kleine Geschäfte. Für uns gab es erstmal Fried Noodles und Fried Rice Seafood, einen Ananassaft und einen Bananeshake.  Voll gefuttert ging es dann an den Strand. Und der war wirklich ein Traum, ein breiter, langer, heller Sandstrand mit Pinienbäumen und Blumenfeldern am Rand. Vom Strand aus hatte man einen genialen Blick auf die vorgelagerten Insel. Das einzige was hier nicht so toll war war das Wasser, wir fühlten uns ein bisschen wie in einem Stausee bei uns zu Hause, nur 15 Grad wärmer.  Hier verbrachten wir dann unseren Nachmittag. Abends gingen wir dann die Beachmeile einmal auf und ab und informierten uns über die Preise in den Dutyfreeshops, am Ende entschieden wir uns dann für einen leckeren, eisgekühlten Weißwein den wir neben einer Stange Toblerone innerhalb von 10 Minuten am Hotel vernichteten. Haha, wir hatten definitiv Weindurst und Schokihunger. Bisschen angeschwipst ging es dann in die Falle, was für ein toller erster Tag auf der Insel. 

Am nächsten Morgen ging es für uns Richtung Langkawi Cabel Car und Skybrigde, einer der berühmtesten Sehenswürdigkeiten auf der Insel. Wir sind recht früh losgefahren damit es noch nicht so voll ist. Vor der Cable Car legten wir allerdings noch einen Stop am Telaga Harbour Marina Leuchtturm, ein. Dieser Leuchtturm liegt in einer künstlich angelegten Lagune in der unzählige teure Yachten und Segelboote stehen, ein echtes Kontrastprogramm zu den sonstigen Strandabschnitten mit Holzbooten. Leuchttürme haben für uns immer irgendetwas magisches und dieser Stand mitten in einer hellblauen Lagune. Herrlich! Die Drohnenbilder sind der absolute wahnsinn geworden. Weiter ging es zur Cable Car. Dort angekommen fühlten wir uns wie in einer Art Freizeitpark, überall gab es Fressbuden, Kiosks, T-Shirt und Brillenverkäufer und und und. Den ersten Schock bekamen wir dann wieder mal als wir an der Kasse standen, der Preis von umgerechnet 15 € pro Person scheint ja okay, aber wir als Ausländer zahlen IMMER und ÜBERALL den mindestens doppelten Preis! Das finden wir einfach nicht ok. Trotz all dem Frust setzten wir uns in eine der Gondeln. Vorher mussten wir allerdings noch gefühlte 20 Fotos machen (die am Ende dann alle gekauft werden können). Mit 42 Grad gehört die Seilbahn mit zu den steilsten Seilbahnen der Welt und sie war wirklich steil und man hatte einen wunderbaren Blick über den Dschungel, einige kleine und große Wasserfälle und über die künstlich angelegte Lagune die wir vorher besichtigt hatten. Auf der Hälfte der Strecke kann man einmal aussteigen um Fotos zu machen, hier war es uns leider einfach schon zu voll sodass wir direkt weiterfuhren. Es ging noch ein Stückchen Bergauf bis man den Gipfel erreicht, dort oben hatte man eine tollen rundum Blick in alle Ecken der Insel, es gab zwei Aussichtsplattformen die durch eine Treppe voll mit Schlösser (ähnlich wie in Köln) verbunden waren. Von dort aus konnte man auch schon einen Blick auf die Sky Bridge werfen, die in der Mitte mit nur einem einzigen Arm gehalten wird. Schon beeindruckend, dass wollten wir uns jetzt aus nächster Nähe angucken, doch dann bekamen wir schon den nächsten Dämpfer, die Brücke ist nicht im Preis inkludiert. Man muss nochmal zwei Euro (ja, nur zwei Euro denkt ihr euch bestimmt :-)) bezahlen um auf die Brücke gehen zu dürfen, dass war uns dann aber einfach zu dumm und nach ein paar Fotos verließen wir die Cable Car dann ganz schnell. Für uns zählt sie definitiv nicht zu der besten Sehenswürdigkeit auf Langkawi. 

 

Unten angekommen gab es dann erstmal ein kleines Frühstück und eine kühle Sprite. Was allerdings inkludiert war, war das 3D Museum welches sich ebenfalls in dem Park befand, dass wollten wir auf jeden Fall mitnehmen, auch wenn wir nichts großes erwartet haben. Aber wir können euch sagen, wir hatten so unendlich viel Spaß wie den ganzen Tag noch nicht. Ich bin in Dinosaurier, Panda, Elefanten und Affen Münder gekrochen, stand in Flaschen und auf Zirkusbühnen, befand mich mitten im Meer und auf dem fliegenden Teppich. Herrlich! Ihr könnt euch sicher nicht auf Anhieb vorstellen was wir genau meinen, oder? Schaut euch auf jeden Fall das Fotoalbum an, es war der Knaller. 

Von dort aus machten wir uns dann auf den Weg zu einem ganz besonderen Strand, die Geschichten diese Strandes sind irgendwie gruslig und auch sein Name „Skull Beach“ lässt nichts gutes erahnen. Angeblich soll es hier ein Seemonster geben / ein Schiff vor der Küste untergegangen sein. Der Strand gehört zu den idyllischen Stränden auf Langkawi, hier gibt es keine Buden, keine Verkaufsstände und keine Toiletten, es ist einfach nur ein Strand. Als wir ankamen waren viele Einheimische vor Ort die grillten und die Kinder im Wasser plantschten. Das Wasser war traumhaft und auch der Strand war extrem schön, kein Müll, Palmen, Bäume und blaues klares Wasser. Uns war es zum schwimmen allerdings zu voll und so machten wir hier nur eine kurze Pause, beobachteten die Kids beim Baden und genossen ein wenig die Sonne. 

Von dort aus führt eine Straße weiter die Küste entlang die laut Karte irgendwann einfach endet und auf der es noch weiter Strände geben soll. Leider waren die Strände alle nicht für die Öffentlichkeit da sondern gehörten den Ressorts die dort erbaut wurden. Doch alleine die Straße war wieder ein Traum, wir fuhren mitten durch den Dschungel, vorbei an kleinen Wasserfällen, einem wunderschönen Golfplatz, vorbei an Bäumen voller Nashornvögeln und Affen die unseren Weg kreuzten. Wir versuchten es zweimal in eine Ressort rein zu kommen um die Strände zumindest zu sehen, aber keine Chance die Wachmänner ließen uns partout nicht rein. Schade, da es aber auch schon später Nachmittag war machten wir uns auf den Rückweg, brachten kurz die Techniksachen ins Zimmer und verbrachten den Abend dann an unserem Strand. Der Cenang Beach ist ein riesiger und breiter Strand an dem man auch wunderbar baden und verweilen kann. Das einzige was hier ein wenig stört sind die Massen von Wassersportarten die hier angeboten und gemacht werden. Von Bananenboot über Jetski bis hin zum Parasailing ist hier alles vertreten. Wir suchten uns allerdings eine ruhige Ecke am Ende des Strandes.

Am Abend machten wir uns nochmal auf den Weg zum Dutyfreeshop. Wir entschieden uns dann für eine Flasche Jack Daniels, Zigaretten und Kinderschokolade. Was für eine Kombination. Doch schließlich brauchten wir auch was zum Anstoßen für Benni Geburtstag. Durch Zufall kamen wir dann auf dem Rückweg am Nightmarkt vorbei, was für ein Glück, wir lieben ja solche Märkte. Gut und günstig essen, dass ist hier die Devise. Und so war es auch, kurz und knapp, es gab: Kartoffelspieß, Kebab, Satayspieße, 4 Pancakes, 6 kleine Pancakes und einen Mangoshake für 5,50 €!! Der Wahnsinn, besser, frischer und günstiger kann man einfach nicht essen. Nach dem langen und ereignisreichen Tag ging es dann ab in die Falle, wir mussten am nächsten Tag auch früh raus. 

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