Koh Chang, Thailand vor 10 Jahren

Aber von vorne, Anfang November haben wir nach über sieben Monaten Besuch von unseren Familien bekommen. Unsere Mamas und meine Schwester sind das aller erste mal in Thailand gewesen. Wir starteten am 2.11 in Bangkok, nach drei Tagen hatten alle drei glaube ich genug von der Stadt, aber man muss Bangkok einfach gesehen haben wenn man schon einmal hier ist.  Danach verbrachten wir drei wunderschöne Tage auf der Insel Koh Tao (die Fahrt dorthin ging natürlich ganz Backpacker-Like mit Bus und Fähre), wir aßen leckeres BBQ, entspannten am Strand und machten einen genialen Schnorcheltag rund um Koh Tao. Und das absolute Highlight war natürlich das wir alle gemeinsam Schildkröten gesehen haben - geht noch mehr? Ja, geht es, auf Koh Samui hatten wir eine richtige Pornohütte, eine Villa in den Hills von Chaweng, mit Blick aufs Meer, eigenem 10 Meter Infinitypool, drei Schlafzimmer inklusive Bad, riesige Küche und Wohnzimmer, wow, was für ein Luxus. Es wurde jeden Tag lecker gekocht, es gab super Frühstück mit Käääässeeeee und Abends gab es zum Abschluss Wein und Bier (vielen lieben Dank Mamas). Wir zeigten den drein einige unserer Highlights von Samui, z.B. einen Aussichtspunkt mitten auf der Insel, den Magic-Buddah Garten, den Plai Laem Tempel und die Buddha Statue. Neben den uns bekannten Stellen entdecken wir allerdings auch noch super geniale Strände im Norden und Dschungelpfade im Inland. Wir glauben, dass wir den drein Thailand ein bisschen schmackhaft machen konnten. Nach zwei wunderschönen Wochen mit viel Liebe, gutem Essen, tollen Gesprächen und Familietime mussten wir die beiden leider schon wieder verabschieden. Es ging wieder zurück ins 30 Grad kältere Deutschland. 

Mit Tini, meiner Schwester, ging es dann für eine Woche noch nach Koh Phangan. Dort wohnten wir dann auch wieder in unserem Budget in einer kleinen Hütte mit zwei Doppelbetten, einer Klima und einem Bad. Aber auch das muss die Familie ja sehen und miterleben. Auch auf Koh Phangan legten wir einige Kilometer mit unseren Rollern zurück. Wir zeigten Tini auf unserer Lieblingsinsel das typische Thai/Backpacker leben, mit Kellogs und Milch zum Frühstück, Essen auf dem Foodmarkt und bis tief in die Nacht Uno spielen. Wir erlebten tolle Sonnenuntergänge, einen genialen Schnorchelausflug und kuschelige Schwesternabende. Ich bin immer zwischen beiden Betten hin und her gehüpft.  Leider verging auch diese Woche viel zu schnell und so verabschiedeten wir uns nach drei Wochen von einander und unsere Wege trennten sich wieder. 

Für uns ging es dann innerhalb von 12 Stunden mit Bus und Fähre nach Bangkok, dort schliefen wir ein paar Stunden bis es am nächsten Morgen wieder für sieben Stunden mit dem Bus und einer kurzen Fährfahrt nach Koh Chang. Bis jetzt wussten wir echt noch nicht viel über Koh Chang, aber die Infos die wir von vielen Einheimischen und Mitreisenden erhalten haben waren nur positiv und das können wir nun bestätigen. Als wir mit dem Taxi vom Pier zu unserer AirbnB fuhren sahen wir nur grün, grün wohin das Auge reicht. Ein bisschen erinnert uns Koh Chang an Langkawi in Malaysia. Die Straßen sind ok, aber auch nicht mehr, es ist alles noch sehr ursprünglich, es gibt ganz viele Buden, kleine Märkte und Garküchen. Als wir an dem mit unserem Host vereinbarten Ort ankamen, sammelt er uns ein und brachte uns zum Haus. Dean ein Engländer lebt hier seit 11 Jahren und vermietet vier Zimmer in seinem Haus in dem er mit seiner Frau wohnt. Das Zimmer war wirklich toll, groß, sauber, wir hatten einen Schrank und endlich mal wieder einen Kühlschrank. Einer Woche voller neuer Abenteuer stand also nichts im Weg. 

Die ersten Tagen erkundeten wir mit dem Roller nur ein wenig die Umgebung, fuhren an der Küste entlang in den Süden und in den Norden. Das Wasser hier ist einfach der oberhammer gewesen, kristallklar, hellblau bis türkis und wenig bis gar kein Müll (eigentlich schade, dass man das extra erwähnen muss, aber so ist das hier leider). Die meiste Zeit verbrachten wir an unserem Strand, dem Kea Bea Beach, die anderen Strände im Westen gefielen uns irgendwie nicht so gut wie unserer. Ich hatte vorher schon gelesen das man hier Elefanten beim baden im Meer sehen kann, an zwei Abenden hintereinander kamen zwei Elefanten zum Baden. Eine tolle Erfahrung, auch wenn ich bis heute nicht weis ob es eine gute oder schlechte Elefantentour war, man weis ja nie, leider.  

Am dritten Tag mieteten wir uns zum aller ersten Mal auf unsere Weltreise ein Kayak, endlich, und es hat sich echt gelohnt. Wir padelten von unserem Strand quer übers offene Meer zu einer kleinen vorgelagerten Insel mit einem winzigen Sandstrand, der sah leider von unserem Strand schöner aus, anscheinend wird der Platz als Mülldeponie genutzt, so wenig Müll es auf unserer Seite gab, desto mehr gab es hier. Nach einem kurzen Fotoshootings verließen wir den Ort auch wieder, das haben wir uns irgendwie anders vorgestellt, wir zwei auf einer einsammeln Insel...Naja... Wir paddelten also weiter einmal um die Insel rum, das Wasser wurde immer schöner, gefühlt konnten wir vom Boot aus 15 Meter in die Tiefe schauen und die Fische von oben beobachten. Es ist schon ein anderes Gefühl eine Insel von so einem kleinen Kayak aus zu sehen, das Wasser spritze Meter hoch an die Felsen, wir fuhren in kleine Höhleneingänge hinein und umschipperten Mangroven die aus dem Wasser ragten. Nach der Inselumrundung ließen wir uns einfach die Küsten entlang treiben, gingen schnorcheln und sonnten uns an Deck unseres kleines Bootes. 

Wir hatten das Paddel ein bisschen unterschätzt, nach drei Stunden waren wir fix und fertig und paddelten zurück zum Strand. Danach ging es für uns erstmal zur Massage, nach dem sportlichen Erlebnis erstmal entspannen, auch wenn Benni danach noch größeren Muskelkater hatte, es war seiner Meinung nach die härteste Massage die er je hatte, der Tag danach war allerdings noch schlimmer. 

Aber, keine Ausrede zählt, denn am nächsten Tag wollten wir einmal in den Süd-Osten der Insel, um dorthin zu kommen mussten wir allerdings erstmal um die komplette Insel fahren. Ca. 50 km lagen vor uns, also Frühstücken, Tasche packen, eincremen und ab auf den Roller. Die Fahrt bis zum Pier kannten wir ja schon, man schlängelt sich mega steil von der Meerebene über zwei kleine Hügel, bis es dann wieder runter geht. Die Kurven hier waren echt abenteuerlich und wenn man Pech hat und bergauf einen Laster oder vollgepackten Bus vor sich hat, bleibt man in der Schlange auch schonmal stehen während sich das Gefährt langsam den Berg hoch quält. Als wir den Pier hinter uns ließen merken wir sofort was alle Leute mit denen wir sprachen gemeint haben, ab hier wird es wirklich sehr sehr ursprünglich, man kann die Hotels, Resorts, Restaurant und Homestays die sich auf den Kilometern befinden an zwei Händen abzählen. Wir fuhren direkt neben dem Meer her, links der Ozean, rechts der tiefe, grüne Dschungel. Es kamen uns auch nur ein paar wenige Autos und Roller entgegen. Den größeren Häusern/Villen die dort zu finden waren sah man an, dass sie wahrscheinlich von Europäer gebaut wurden, spätesten als wir dann den weißen Audi A5 und den weißen Mercedes im Carport sahen war es uns klar. Aber auch diese Häuser trübten nicht den wunderschönen Blick den man hier in jeder Ecke erhaschen konnte. Gefühlt machten wir alle 5 Minuten Halt um Fotos zu schießen, auf einer Bank den Blick zu genießen oder die Füße im Wasser baumeln zu lassen. 

Nach knapp 40 Minuten kam wir dann an einen Abzweig der uns den Weg zu unserem eigentlich Ziel zeigte, der Long Beach. Wir fuhren eine bestimmt 12 km lange Straße im Nichts entlang, mitten durch den Dschungel, erst dachten wir wir hätten uns verfahren weil es dort wirklich nichts gab, null Komma nix, aber wir haben ja die weite Fahrt nicht auf uns genommen um jetzt umzudrehen, also weiter gehts und da war er, der Long Beach, durch ein kleines Tor welches zu einer Bungalowanlage und einem Restaurant gehörte gingen wir ein paar Stufen Richtung Meer. Wie sich später herausstellte war die Anlage komplett leer, bis auf die Tagesgäste die hier vorbei kommen scheint hier nicht viel zu passieren, schade eigentlich, denn der Strand gehört mit zu den schönsten den wir je in Thailand gesehen haben. Ich schreibe ja schon oft wie kristallklar das Wasser hier in Thailand ist aber DIESES Wasser war mehr als klar, wir konnten wirklich gefühlte 100 Meter weit schauen und immer noch den Grund des Meeres sehen. Gesäumt von Palmen und eingerahmt von Bergen schlängelt sich dieser wunderschöne Strand nur ein paar hundert Meter lang. Als erstes gönnten wir also unseren Hintern eine Pause und unseren Körpern eine Abkühlung. Was wir nämlich noch nicht erwähnt haben ist, dass es hier nochmal gefühlt 10 Grad wärmer ist als auf der anderen Seite vom Golf von Thailand. 

Leider plagte uns dann wieder unser alltägliches Leid, der Hunger. Wir Vollpfosten haben natürlich auch bis auf ein Schluck Wasser nichts mitgenommen. Nach einer Ruhepause im Schatten verließen wir dieses wunderschöne Fleckchen Erde, wir hatten schließlich auch noch ein ganzes Stück Fahrt vor uns und es gab hier weit und breit nicht mal einen 7eleven für ein paar Kekse. Eins mussten wir vor der Rückfahrt allerdings noch wissen: „Enden diese wunderbaren Straßen wirklich einfach im Nichts?!“. Wir machten uns also auf den Weg weiter gen Süden, vorbei an einem riesigen Tempel, der mitten im Dschungel stand und dann standen wir dort, vor einem Hinweisschild mit der Aufschrift „Road closed / under constuction“ unglaublich, die Straßen hier waren die besten die wir in ganz Südostasien gefahren sind und dann bauen die einfach die Straße nicht weiter, es fehlen gerade mal knappe 5 Kilometer. Leider konnten wir auch nicht rausfinden warum das bis heute so ist. Wollen die Menschen es einfach nicht um den Charakter der Insel beizubehalten? 

Also ging es für uns die selbe Strecke wieder zurück, auf dem Weg wurde schnell eine Ananas und ein Croissant gesnackt bis wir dann bei uns im Dorf einen leckeren Glasnudel Salat und ein paar frittierte Tintenfischringe aßen. Wow, was für ein Tag! Am nächsten Tag packten wir unsere Sachen, klärten mit der Hausdame die Taxifahrt ab und genossen dann noch den vermeintlich letzten Tag am Strand, Benni schaute sich Gott sei Dank unser Ticket nochmal genau an und stellte fest, dass wir gar nicht am nächsten Tag fahren sondern noch einen Tag mehr auf der Insel hatten, das ist uns jetzt schon so oft passiert - ich glaube, dass ist das „Problem“ des langen Reisens, wir wissen einfach nie genau was für ein Tag ist. Naja, wir haben es früh genug gemerkt, gingen Nachmittags nochmal eine Pizza/Salat essen und tranken ein gemütliches Bier am Strand, wir mussten ja nicht um 08:30 Uhr am nächsten Tag los. 

 

Am nächsten morgen verbrauchten wir dann unsere Reste von Toast und Erdnussbutter die wir uns für die Woche gegönnt hatten und machten uns auf dem Weg zum Strand, wir haben für den letzten Tag noch einmal einen anderen Strand ins Visier genommen, auf Empfehlung von Dean fuhren wir zum Chai Chet Beach der, wie so viele Strände, nur durch eine Hotelanlage zu erreichen war. Leider bekamen wir dann kurz vor der Abzweigung zum Strand noch einen Platten, oh man und das am letzten Tag. Benni machte sich also auf den Weg zu einer Werkstatt, was in Thailand kein Problem ist und ich ging schonmal vor zum Strand. Der Strand war ganz anders als die anderen, umringt von einer Unmenge an Pinienbäumen lag man auf einem schmalen Strandstück zwischen Meer und Bungalows. Schön, aber leider auch nicht so schön wie unser Strand, also machten wir uns nach einem kurzen Bad auf den Rückweg zu unserem Strand. 

Dann mussten wir uns leider vom Meer verabschieden, denn das werden wir für längere Zeit erstmal nicht mehr haben. 

Nach einer kurzen Nacht ging es am für uns am nächsten morgen zurück nach Bangkok. Die Frau von Dean war so nett und brachte uns zum Pier an dem wir nach einer Stunde warten in einen Minibus gelotst wurden… verdutzt fragten wir die Damen nach unserem großen Bus den wir gebucht hatten, nach einem hektischen Telefonat mit Ihrem Chef wurde uns dann gesagt, dass der große Bus einen Unfall hatte, naaaa klar, willkommen in Asien. So quetschten wir uns also in den Minivan, in dem schon sechs andere Mitfahrer warteten und fuhren auf die Fähre. Nach der Überfahrt erfuhren wir dann, dass wohl die zwei noch fehlenden Mitfahrer die Fähre verpasst haben, super, wir mussten also nochmal fast eine Stunde auf die anderen warten. Mit zwei Stunden Verspätung ging es dann zurück. Der Fahrer kam mit uns völlig entnervt mitten in der Bangkoker Rushhour in der Stadt an, auf jede Frage hin reagierte er nur noch genervt. Wir stiegen dann in der Nähe des Bahnhofes aus und liefen zu unserem Hostel. Das Hostel befand sich mitten in Chinatown und ragte zwischen den ganzen anderen, teils schäbigen Häusern, hinaus. Vor der Tür standen eine alte Vespa, Pflanzen rankten an Holzpaletten empor, Lampions leuchteten uns den Weg. Wir fühlten uns sofort willkommen, als wir dann in unser Zimmer kamen, betraten wir das wohl mit abstand kleinste Zimmer auf unserer nun acht Monatigen Reise, es gab ein Hochbett und ein Bad, wir wussten nichtmal wohin mit unseren Rucksäcken, für eine Nacht aber vollkommen ok. Belohnt wurde das Ganze mit einer super geilen Pizza am Abend und einem sehr leckeren und frisch zubereiteten Frühstück am Morgen. 

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Kommentare: 1
  • #1

    Sabine (Samstag, 14 Dezember 2019 13:35)

    Ja es hat mir sehr gut � mit euch beiden Dörte und Tini gefallen . Thailand immer wieder . Koh Chang nur von den Bildern her gefällt mir sehr gut �

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