Chiang Mai

Nach einer Nacht in Bangkok ging es für uns endlich in den Norden von Thailand, von Anfang an stand das auf unserer Reiseliste und jetzt haben wird endlich die Chance genutzt und sind auf dem Weg dorthin.

Von Bangkok aus ging es mit dem Zug 12 Stunden nach Chiang Mai hoch. Diese Zugfahrt ist bei Backpackern sehr bekannt, wir entschieden uns für die Fahrt am Tag anstatt dem Nachtzug, weil wir gerne die Landschaft sehen wollten. Dies war für uns definitiv auch die richtige Entscheidung, denn die Landschaft war wirklich atemberaubend. Aber fangen wir von vorne an.

 

Um 08:30 Uhr startete unser Zug vom Bahnhof Hut Lampong in Bangkok, wir betraten den Zug mit vielen Einheimischen und ein paar wenigen Touristen. Gebucht hatten wir zwei Plätze in der AC-Klasse, was uns ungefähr 30€ für beide gekostet hat. Die Sitze waren sehr bequem und wie erwartet war es natürlich eiskalt, die Klima stand mal wieder auf Polarkälte. Aber besser zu kalt als zu warm. Los ging es, wir fuhren erst eine ganze Weile durch den Großraum Bangkoks bis wir dann die umliegenden Region erreichten, Reisfelder, riesige Seen, große Rinderherden und kleine Holz Häuschen waren rechts und links der Strecke zu sehen. Mit jedem Kilometer wurde es grüner und ursprünglicher. Die Zeit vertrieben wir uns, neben Ausschau halten, mit Netflix, Essen, Uno zocken, Blog schreiben und über unsere bisherige Reise zu philosophieren.

 

Auf der Zugfahrt bekamen wir sogar drei mal Essen und Getränke, zwar gab es nichts vegetarisches aber den Service fanden wir wirklich gut. Zumal wir damit absolut nicht gerechnet hatten. Je mehr wir uns dem Norden näherten desto mehr kamen wir auch in den Dschungel, nach ca. neun Stunden fuhren wir bestimmt eine Stunde lang durch einen komplett zu gewachsenen Streckenabschnitt, rechts und links Bäume, Sträucher und dichter Dschungel, vorbei an kleinen Wasserfällen und an kleinen ursprünglichen Dörfern. Wir fuhren direkt dem Sonnenuntergang entgegen, das war genauso wie wir uns es erträumt hatten. Die Fahrt hat sich also definitiv gelohnt und sollte man gemacht haben wenn es die Reisezeit zu lässt. 

Nach knapp 11 Stunden haben wir unser Ziel Chiang Mai dann erreicht. Wir besorgten uns schnell ein Taxi und ab ging es in die Innenstadt zu unserem Hotel. Angekommen hieß es für uns am Abend nur noch kurz auf die Walking Street zu gehen (eine Art Markt) um etwas warmes zu essen und dann waren wir auch froh als wir endlich frisch geduscht in die Falle konnten. 

 Am nächsten Morgen ging es Benni leider nicht so gut, die Erkältung wurde immer schlimmer und so machte ich mich alleine auf den Weg durch die Stadt. Chiang Mai ist für seine Altstadt bekannt und berühmt. Im gesamten Stadtgebiet gibt es knapp 200 Tempel, so viele wie in keiner anderen Stadt. Das wollte ich mir natürlich genauer anschauen und so schlenderte ich einfach drauf los. Egal um welche Ecke man biegt, irgendwo ist wirklich immer ein Tempel zu sehen. Leider weiß ich nicht mehr von allen die Namen, aber einer ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben, der Wat Chedlin. Der Tempel scheint noch ein echter Geheimtip zu sein, denn neben mir befanden sich höchstens zwei andere Leute auf dem Gelände. Neben einer älteren Pagode steht der Tempel in der Nähe eines wunderschönen Sees, welcher auf der einen Seite komplett mit Wasserpflanzen bedeckt ist. Irgendwie hat dieser Ort einen ganz besonderen Charme, er strahlte einfach eine vollkommene Ruhe aus. Wenn man über den Bambussteg zum Eingang geht, knirscht es höchstens ein wenig unter den Füßen, die kunterbunten Lampions und Schirme machen das Bild für mich perfekt. Herrlich dieser Anblick und diese Stille. 

Neben den unzähligen alten und neuen Tempeln gibt es in Chiang Mai Old Town auch noch etliche hipster, charmante, moderne und teils auch extravagante Cafés und Restaurants. Wenn man die Qual der Wahl hat kann ich mir vorstellen fällt es hier einem echt nicht so leicht sich zu entscheiden. Ebenfalls neu war mir, dass Chiang Mai auch voll mit cooler Streetart ist. An unzähligen Häuserwänden kann man die coole Kunst bestaunen und entdeckt dabei echte Highlights.

Auf dem Weg zum Three Kings Monument entdeckte ich dann, das im Dezember eine „Kunst Ausstellung“ stattfindet. Diese musste ich mir natürlich mal genauer ansehen. Neben unzähligen Masken im inneren des Monumentes gab es rundherum jede Menge Zelte in denen überall eine andere Art von Kunst ausgestellt wurde, echt eine willkommene Abwechslung zu den ganzen Tempeln und Cafes. 

Nach so viel Sightseeing meldete sich dann auch so langsam bei mir der Hunger, mich verschlug es in ein veganes Restaurant nicht weit entfernt von unserem Hotel. Dort gab es einen Falafel Salat und einen Lime Juice für mich. Voll gegessen und mit jeder Menge Fotos ging es dann zurück ins Hotel, den Mann pflegen und ihm von meinem Tag berichten.

Am nächsten Morgen hatten wir dann mal wieder Lust auf ein richtiges Frühstück (also mal nicht Haferschleim aus unseren Klappbechern). Wir gingen also in das vegane Restaurant vom Vortag, es gab Pancakes, Bagel, eine Fruit Bowl und zwei richtig gute Kaffee. Leider war Benni immer noch nicht ganz fit, sodass wir nach einem kurzen Arztbesuch in eine Mall fuhren und ganz spontan ins Kino gingen, Frozen 2 auf Englisch, juhuuuu! Benni ist nur mir zur Liebe mit in den Film gegangen...

Ein Kinobesuch in Thailand stand sowieso auf unserer Bucketliste, neben ultra bequemen Sitzen gab es leckeres Popcorn und natürlich die obligatorische Nationalhymne (wird vor jedem Film abgespielt, alle stehen auf und halten inne für einen Moment), es ist also kein Mythos. Nach dem Film gingen wir noch kurz durch die Mail und dann nebenan auf den kleinen Foodmarkt, aßen Sommerrollen, Gyozas (eine Art Teigtaschen die dann frittiert werden), alles vegan natürlich. So gestärkt ging es zurück ins Zimmer, denn die Grippe machte Benni immer noch zu schaffen. Also ab ins Bett und fit werden.

Trotz alldem machten wir uns am nächsten morgen auf zum Doi Suthep Nationalpark / Viewpoint der sich knapp 30 km nördlich von Chiang Mai befindet. Auf halber Strecke merkten wir das wir viel zu dünn angezogen waren. Wir hatten zwar Jacken an, aber unsere Hände froren jeden Meter den wir höher kamen ein Stück mehr ein. Der Weg zum 1600 Meter hohen Berg war allerdings so atemberaubend, dass wir nicht wieder umdrehen wollten, und es hat sich jeder meter gelohnt, es ging etliche Kurven steil bergauf und wir hatten richtig Spaß dort hoch zu fahren.

Wir ließen den Wat Phra That Doi Suthep Tempel vorerst links liegen und fuhren bis an die Spitze zum View Point und die Sicht von dort oben war einmalig, man schaute über eine riesige Berglandschaft, dichten Dschungel und in der Ferne sah man ein kleines Dorf mitten im nirgendwo. Wir konnten uns allerdings nicht so lange dort oben aufhalten, denn wir waren bis auf die Knochen durchgefroren. Also ging es wieder abwärts Richtung Tempel, an dem wir uns erstmal in der Sonne mit einem Kaffe, ein paar Coconut-Pancakes und einer Ananas aufwärmten. Ich machte mich dann auf dem Weg hoch zum Tempel, man muss einige Stufen bewältigen bis man oben ist, aber der Blick über Chiang Mai (man schaut hier auf der anderen Seite herunter) war ebenfalls echt beeindruckend. Auf der „Terrasse“ befinden sich zwei oder drei kleine Pagoden, viele Fotospots  und Verkaufsstände. Ich fand die Treppen hoch zu steigen haben sich nur für den Blick gelohnt, der Rest hat mich persönlich nicht so überzeugt. Aber das muss jeder selbst entscheiden, wir haben schon so viele Tempel gesehen, da fällt es manchmal schwer sich für den Hundertsten auch noch zu begeistern. 

An dieser Stelle fällt mir gerade auf, dass ich überhaupt nicht erwähnt habe das wir auch noch auf dem Weg runter ein zwei wunderschönen Wasserfällen gehalten haben. Manchmal vergesse ich vor lauter tollen Eindrücken einen Teil. Schaut euch die Fotos an in unserem Album Chiang Mai.

Wir machten uns nach einem wundervollen Tag auf dem Roller wieder auf den Rückweg Richtung Chiang Mai Oldtown.

Ungefähr 12 Kilometer vor Chiang Mai sahen wir dann ein Schild in Richtung Huay Tuen Tao Lake, da wir davon im Internet gelesen hatten, machten wir noch einen kurzen Schlenker an den See. Aber vorher deckten wir uns noch mit ein paar Snacks ein und fuhren durch eine Mautstelle direkt auf den See zu. Wir mussten knapp zwei Euro pro Person Eintritt bezahlen, was vollkommen in Ordnung ist für das was wir bekamen. Man kann den See komplett mit dem Auto oder dem Roller umrunden. Als wir den See sahen kamen wir uns vor wie zu Hause am Stausee oder dem Möhnesee. Schnell suchten wir uns ein sonniges Plätzchen an dem wir dann unser Picknick machten. Die Kulisse war der Wahnsinn, die Sonne glitzerte im See, Kinder badeten und spielten im Wasser. Die Berge im Hintergrund ließen einen denken man sei in Österreich oder der Schweiz, einfach nur wunderschön. Hier hieß es einfach nur genießen und die Seele baumeln lassen. 

 

Als wir den Weg weiterfuhren kam wir an einigen Hütten vorbei. Diese kann man wohl gegen einen kleinen Betrag mieten, von dort aus ins Wasser hüpfen, essen, sitzen, liegen, chillen. Fast jede Hütte um den See war belegt, dieser Ort ist anscheinend ein echtes Highlight hier in der Umgebung. Auf halben Weg um den See kamen wir dann an einem Reisfeld vorbei auf dem aus Stroh große Tiere gebaut wurden, man konnte über Stege über das Reisfeld gehen und ging an vielen der Tieren direkt vorbei. Beeindruckend wie die Menschen hier aus Stroh meterhohe Elefanten, Ochsen oder Hirsche gebaut haben. Das war echt faszinierend anzusehen und wieder hatte man die Berge und die Sonne im Hintergrund. Die Kamera glühte und wir kamen aus dem Staunen garnicht mehr heraus. Aber seht selbst auf den Fotos. Wir hoffen es kommt ein wenig die wunderschöne Natur rüber. Mit einer voller Speicherkarte und tollen Eindrücken ging es gegen Abend wieder zurück ins Hotel. Es war mal wieder ein wahnsinnig schöner Tag.

Am vorletzten Tag in Chiang Mai haben wir die große, lange Tour zum Doi Inthanon in Angriff genommen. Der Doi Inthanon liegt knapp 100 km südlich von Chiang Mai, wir hatten also ein ganzes Stück vor uns. Da wir wussten was uns erwartet zogen wir uns diesmal dicker an, lange Socken, lange Hose, Schal, Pulli, Jacke, Mütze - alles am Start. Es war so ungewohnt zwei Tage hintereinander lange Sachen an zu haben. Der Weg zum Eingang des Nationalparks war eher unspektakulär, den größten Teil ging es einfach über eine Art Autobahn, also wurde der Gashebel einfach durchgezogen. Benni raste nur so über den Highway in Richtung Berge. Nach knapp einer Stunde erreichten wir dann den Eingang zum National Park. Wir als Touristen zahlten 300 Baht, knapp 10 Euro Eintritt für den Nationalpark. Von dort aus waren es immer noch knapp 50 km durch den Park bis man die Spitze erreicht. Die Fahrt war einfach nur schön, hätten wir überall angehalten um Fotos zu machen wären wir wahrscheinlich heute noch nicht oben angekommen. Ich kann es kaum beschreiben wie sehr die Landschaft uns fasziniert hat. 

Wir waren so froh, dass wir lange Sachen an hatten, denn wie befürchtet war es noch kälter als auf dem anderen Berg. Dann waren wir endlich oben! Wir haben es geschafft, wir waren auf dem höchsten Berg in Thailand (2565 Meter) angekommen, die Sonne schien und wir waren einfach nur glücklich. Was für ein Gefühl! Auch hier besorgten wir uns als aller erstes einen heißen Kaffee, der erst einmal wärme brachte. Das obligatorische Foto vor dem Schild (Thailands highest Mountain) inklusive Gradzahl (zehn Grad!!!!) durfte natürlich nicht fehlen. Wir befanden uns also am höchsten und kältesten Punkt unserer bisherigen, achtmonatigen Reise.

Vom Parkplatz aus geht man eine Art Naturtrail in Richtung Schild/Kaffees, auf Grund der Kälte wachsen hier ganz andere Pflanzen und Baumarten als im Tal oder im Süden von Thailand. Es gab auch einen kleinen Rundtrail den wir uns natürlich nicht entgehen lassen konnten. Man geht über einen Steg mitten durch den Wald, dieser war bewuchert mit Moos, es war feuchtkalt und überall plätscherten kleine Bäche zwischen den Bäumen hindurch. Es wirkt wirklich wie in einem Märchenwald und hat etwas mystisches. Schaut euch die Fotos an in unserem Album Chiang Mai.

 

Nachdem wir wieder halbwegs aufgewärmt waren setzten wir uns auf unseren Roller und fuhren Richtung Tempel, denn auch hier befindet sich auf halben Weg hoch eine große Tempelanlage. 

Nachdem wir auch hier Eintritt von 30 Baht (ca. ein Euro) bezahlt hatten ging es eine steile Straße (zu Fuß) in Richtung Tempel. Vorab können wir sagen, es war mit einer der schönsten Tempelanlagen die wir in Thailand besucht haben. Die ganze Anlage war voll mit Blumen, grünen Wiesen, Sträuchern, kleinen Wasserfällen, Bäumen und Bänken. Bei dieser ganzen Vielfalt gerieten die beiden großen Tempel für uns fast ins Hintertreffen, so begeistert waren wir von der Anlage. Benni veranstaltet mit mir ein kleines Blumenfotoshooting, schau hierher, stell dich hierher, mach dies mach das. Aber es machte so viel Spaß und einige Pflanzen kamen uns sehr bekannt vor, denn neben Rhododendren und Margeriten gab es sogar kleine Stiefmütterchen. Natürlich schauen wir uns auch die beiden Tempel genauer an, diese waren ebenfalls wunderschön und der Ausblick in die Ferne war einfach nur ein Traum. Wenn man ganz viel Glück und gute Sicht hat kann man sogar von hier oben einen Teil von Myanmar sehen. Diese Tempelanlage ist wirklich ein Besuch wert und gepaart mit dem Ausblick ein absolutes Highlight für uns. 

Es ging nun wieder abwärts, wir packten uns dick ein und los ging die wilde Fahrt.  Auf dem Weg hinunter haben wir noch halt ein zwei riesigen Wasserfällen gemacht, die wir bei der Fahrt nach oben noch aus gelassen haben. Alle Wasserfälle sind im Eintrittspreis inkludiert. Nach der ganzen Anstrengung musste für meinen Mann mal wieder ein Burger her, also machten wir kurz vor zu Hause einen Stop bei McDonalds. Da es komischerweise in allen Läden vegetarische Burger gibt nur da nicht, mussten wir für mich noch einen kurzen Stop am Markt machen, für mich gab es dann vegetarisches Sushi bis wir dann völlig erledigt im Hotel ankamen. Am späten Abend bestellten wir uns dann nochmal was zu futtern (was der Hammer war, Hummus, Pita, ganzer gebackener Blumenkohl) und schliefen ratz fatz ein. 

Den letzten Tag in Chiang Mai verbrachten wir mit Roller wegbringen und durch die Stadt schlendern, ich zeigte Benni ein paar meiner Highlights in der Stadt und dann hieß es quasi auch schon wieder abschied nehmen. 

 

Packen ist mal wieder angesagt, denn am nächsten Morgen ging es weiter hoch in den Norden, genauer gesagt in das kleine Städtchen Pai. Wie immer werden wir euch natürlich auch hiervon berichten. Wir hoffen, dass euch unser Bericht gefallen hat und freuen uns wenn ihr uns eine kleine Nachricht hinterlasst. Schaut auch unbedingt in unserem Fotoalben Chiang Mai rein, denn Bilder sagen mehr als tausend Worte. 

JustBackpacker

Now or never

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Sabine (Samstag, 14 Dezember 2019 13:56)

    Da habt ihr ja Kilometer mit dem Roller zurück gelegt �aber es hat sich ja gelohnt � Sehr schöne Fotos

Hier noch mehr von Uns!

 Kontakt

info@justbackpacker.de

JustBackpacker

Dein Reiseblog zu den Themen Weltreise, Roadtrips & mehr...

> zum Blog