Pai, Stadt der Hippies

Nach der Fahrt wussten wir auch wieso alle sagten das auf den Strecken viel gekotzt wird, es folgte eine Kurve nach der anderen und eine war schärfer und knapper als die andere. Es war so kurvig, dass wir teilweise sogar Rucksäcke am Straßenrand haben liegen sehen, was für ein Albtraum. Unsere Rücksacke waren Gott sei dank fest auf dem Dach geschnürrt und Benni hat alles mit Argusaugen beobachtet. Wir hatten Glück das wir nur Mitfahrer mit guten Mägen dabei hatten. Die Fahrt nach Pai war landschaftlich mal wieder ein echter Traum! Dschungel wohin das Auge reicht. Am Ende erfuhren wir das auf der gesamten Strecke 762 Kurven sind.

Vom Busbahnhof aus mussten wir noch ungefähr einen Kilometer zu unserem Bungalow gehen. Oben angekommen erwartete uns ein kleines hübsches Bungalow in einer völligen Ruheoase. Was wir nur direkt bemerkten, es war saumäßig kalt, unser Host sagte uns auch direkt, dass es an dem morgen an dem wir angekommen sind gerade mal acht grad waren, Himmel, Arsch und Zwirn - 30 Grad weniger als auf Koh Chang vor zehn Tagen. Also hieß es erstmal auspacken und alle langen Klamotten raussuchen die wir haben. Dick eingepackt ging es dann am Abend nur noch auf die sogenannte Walking Street, diese findet jeden Abend von 18-22 Uhr in Pai statt und bietet neben Klamotten, Tüchern, Socken und Schals Unmengen an Köstlichkeiten! Am ersten Abend gab es Pad Thai und ein Avocado Brot! Die erste Nacht haben wir wirklich gefroren wie Espenlaub, trotz Schlafsack langen Socken, langer Hose und Pulli, unsere Körper mussten sich erst mal an diese Temperaturen gewöhnen. 

Am nächsten Tag, nach einem leckeren Frühstück, besorgten wir uns sofort einen Roller, denn in Pai gibt es neben der schönen Altstadt eine Menge in der Umgebung zu erkunden. Als erstes machten wir uns auf den Weg zum Pai Canyon, nachdem wir vom Chiang Mai Canyon ein wenig enttäuscht waren, haute uns der Canyon in Pai fast von den Socken. Das nennen wir mal einen Canyon, wie er entstanden ist wissen wir leider nicht genau, aber er war beeindruckend. Man kann sich aussuchen welche Wege man gehen möchte sollte aber unserer Meinung feste Schuhe an haben, denn manchmal waren die Wege schon sehr haarig.

Man geht teilweise über 50 cm breite, sandige Felsen an denen es rechts und links gut 20 Meter in die Tiefe geht. Menschen mit Höhenangst werden es hier schwer haben. Wir wanderten also einfach drauf los und befanden uns irgendwann Mitten im Canyon, also im Tal, dort war keine Menschenseele mehr und wir fühlten uns ein bisschen wie im Film Jurassic Park, nur ohne Dinos, Gott sei dank. Es hat echt super viel Spaß gemacht den Canyon auf eigene Faust zu erkunden und als wir dann endlich wieder einen Weg hinauf gefunden hatten, suchten wir uns erstmal ein Plätzchen zum chillen. Es ist mittlerweile auch echt warm geworden und so konnten  wir uns über Mittag erstmals unserer Jacken entledigen. Nach einer kurzen Pause mit diesem herrlichen Ausblick und der Kulisse machten wir uns auf den Rückweg zu unserem Roller.

Weiter ging es in Richtung Memorial Bridge. Man ist nicht in Pai gewesen, wenn man nicht mindestens ein Foto von oder auf der Brücke gemacht hat (so wurde es uns zugetragen!). Die Memorial Bridge ist sehr Geschichtsträchtig und wurde im zweiten Weltkrieg gebaut. Natürlich haben auch wir ein paar Fotos gemacht, aber im Endeffekt ist es „nur“ eine ältere Brücke, dessen Geschichte wir natürlich respektieren aber aus optischen Gründen kein Highlight für uns.

Da wir noch ein wenig Zeit hatten machten wir uns noch auf den Weg zur Bamboo-Bridge, eine weitere Attraktion in Pai. Wir fuhren von der Hauptstraße eine ganze Weile ins „Inland“ vorbei an Wasserfällen und einer tollen Kulisse aus Bergen und Wäldern. Zu unserer Zeit waren die Reisfelder rund um die Bamboo-Bridge schon komplett abgeerntet, sodass das Bild der saftigen Grünen Reisfelder unter der Bambus Brücke ein bisschen getrübt wurde. Trotzdem war es sehr interessant einmal über die Felder zu schlendern und den Bauern bei ihrer Arbeit zuzugucken. 

Benni hatte auf dem Weg ein weiteres Schild für einen View Point gesehen, den wollten wir uns mal ansehen um eventuell einen guten Blick von oben auf das ganze Spektakel zu haben. Mit sieben Kilometern war der Weg angegeben. Der Weg führte uns weiter in Richtung Berge und wurde immer schwerer zu befahren, aber wir kennen das ja schon und versuchen meistens alles aus den kleinen Rollern heraus zu holen. Die Landschaft war auch hier einfach der Wahnsinn, ich kann es garnicht oft genug schreiben, so sehr wir das Meer und die Inseln Lieben, der Norden hat seine ganz eigene Magie auf uns und verzaubert uns immer wieder auf neue! Leider mussten wir nach knapp einer halben Stunde aufgeben, denn mit dem Roller hätten wir den Weg einfach nicht geschafft (die Kackmöhre hatte einfach zu wenig Power). Bekanntlich ist aber ja der Weg das Ziel und so haben wir einen wunderbaren Eindruck vom Land und den Leuten außerhalb der Stadt ergattern können. 

Nach einer heißen Dusche ging es Abends für uns natürlich wieder auf den Foodmarket und dann vollgefuttert, mit vielen neuen Eindrücken ins Bett. 

Für den nächsten Tag hatten wir uns auch so einiges vorgenommen, nach dem Frühstück, es gab jeden Morgen Ei, Toast, Marmelade und Obst, gönnten wir uns wieder eine warme Dusche bevor wir wieder dick angezogen auf den Roller stiegen. Es ging für uns noch weiter in den Norden, zur Lod Cave. Knapp 50 km lagen vor uns. Unser armer Roller quälte sich mit uns die Berge hoch, wir hatten diesmal aber auch eine richtige Schrott-Möhre ! Irgendwie haben wir es allerdings doch über die Berge geschafft und machten kurz halt an der Spitze um den mal wieder wunderbaren Ausblick zu genießen. Runter ging das ganze dann wieder wie geschmiert und wir ließen sogar einige Autos links liegen ! Ich sage euch Benni hat die Hände hart am Gas...

An der der Höhle angekommen wurde dann jedem / jeder Dreier Gruppe ein Guide mit Öl Laterne zugewiesen. Für 450 THB, knapp 13€, bekommt man dann eine Privatführung inklusive Bambusfluss Tour zwischen den Höhlen. Es waren insgesamt drei Höhlen die im Paket enthalten waren.

 

Kurz nach dem Höhleneingang wussten wir auch warum man hier nicht alleine rein sollte, es war stockdunkel, feucht, glatt und man konnte echt super schnell die Orientierung verlieren, so folgten wir also brav unserem Mädchen mit der Laterne. Die Höhle war echt beeindruckend, wir gingen über kleine Brücken, steile steinernde Treppen, quetschten uns durch schmale Gänge und hörten Fledermäuse über unseren Köpfen herfliegen. Ab und an zeigte unser Guide mit seiner Taschenlampe auf Steinformationen die unter anderem die Form von einer Schildkröte, einem Ork oder einem Tiger haben sollten, mit viel Phantasie konnten wir einiges auch erkennen. Wenn man bedenkt wie alt diese Höhle sein muss macht einen dies noch nachdenklicher. Laut Guide sollen die Felsformationen über 3000 Jahre alt sein.

Zwischen Höhle eins und zwei führten Brücken hindurch, als wir oben in Höhle zwei angekommen sind fühlten wir uns wie in einer Sauna, der Höhlenteil liegt so weit oben, dass sich die ganze Hitze dort staut, der Unterschied waren gefühlte 20 Grad, unglaublich. Um in Höhle drei zu gelangen stiegen wir dann zu dritt auf ein ganz schmales Bambusfloss, rechts und links im Wasser befanden sich 100 wenn nicht sogar 1000 teils riesige Fische die man fast streicheln konnte. Es war echt ein tolles Gefühl und ich (Caro) fand es echt romantisch. Dort auf diesem kleinen Floß durch die engen Höhlen zu schippern und die Fische und Fledermäuse unter bzw. über sich zu haben. Das war eine tolle Erfahrung und unsere erste Höhle in der wir gemeinsam auf Entdeckungstour waren. Klingt schon abenteuerlich oder was meint ihr??? Wieder aus dem Höhlensystem raus, machten wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz wo schon unser PS- Monster auf uns wartete...

Der Weg zurück war noch beschwerlicher für den Roller aber mit letzter Kraft und dem letzten Tropfen Sprit haben wir es nach Pai zurück geschafft, abends gingen wir nur noch unsere obligatorische Runde auf dem Markt. Ein Fress- Himmel für jeden Streetfood Liebhaber. Wir haben es jeden Abend eskalieren lassen können wir euch sagen. 

Den vorletzten Tag haben wir nochmal am Canyon verbracht um ein Paar coole Bilder mit der Drohne zu machen. Mittags war es dort so heiß das wir es dort kaum aushielten, unglaublich Nachts frieren wir uns die Zehen ab und Tagsüber ist es zu heiß für lange Hosen und Schuhe. Auf dem Rückweg fuhren wir noch am sogenannten Land-Split her, eine weitere Sehenswürdigkeit in Pai, die "Land Splits" sind durch Erdbeben entstanden. Man läuft auch hier, ähnlich wie im Canyon durch zerklüftete Schluchten. Die Bauern, denen das Land gehört, haben zusätzlich rund um die Schluchten einen wunderschönen Garten angelegt. Gegen eine kleine Spende (Höhe ist jedem selbstüberlassen) kann man zusätzlich noch alle Leckereien aus ihrem Garten probieren, wir bekamen unter anderem Tamarinde, Tamarinden Marmelade, Bananen-Chips, Kürbis Gebäck und zum Trinken gab es einen leckeren kaltgepressten Saft aus einer rosafarbenen Blüte dessen Namen wir leider vergessen haben. Es war wirklich köstlich und alles selbst angebaut, herrlich die Gastfreundschaft der Familie vor Ort. Nach einer kleinen Spende hieß es dann wieder ab auf den Roller.

Wir besuchten außerdem noch einen weiteren Aussichtspunkt und ein Feld mit (glauben wir) Limetten und Kumquats. Das witzige hier war allerdings eher das Tor unter welchem man her fuhr, denn das war komplett bewachsen mit einer Art Kürbissen, teilweise sahen die aus wie Monster. Riesige Früchte hingen von dem Rundbogen runter, schaut euch die Bilder an. Echt beeindruckend wie schwer die Früchte waren und trotzdem an kleinen Stängeln herunter ragten. 

Mit diesen ganzen Erlebnissen und Begegnungen ging es dann zurück in unser Bungalow, denn all unsere Erlebnisse müssen ja auch in Wort und Schrift festgehalten werden. Also stand Blog Pflege für den restlichen Tag auf dem Programm. 

 

Schlafen fiel uns an dem Abend echt schwer denn direkt nebenan war eine winterliche Poolparty wo die ganze Nacht bis in den Morgen laute Reggae Musik gespielt wurde. Wäre der Eintritt nicht so unverschämt teuer gewesen hätten wir uns das sicherlich auch mal angeschaut allerdings hatten wir die Musik ja auch für umsonst. 

Nachdem wir am nächsten Morgen unseren Roller weggebracht hatten entschieden wir uns nochmal für eine Massage, die letzte Thai Massage für längere Zeit. Für Benni gab es eine Fußmassage und für mich eine Aroma Öl Massage, die Beste die ich bis jetzt hatte. Gute Entscheidung! Danach gingen wir nebenan noch einen Falafelteller essen, tranken in der Altstadt einen leckeren Weißwein und genossen den letzten Abend im wunderschönen Pai. Uns hat es hier super gut gefallen und wir können verstehen wenn Leute sagen das man hier auch länger bleiben kann. Uns hat vor allen Dingen die Landschaft in der Umgebung von Pai beeindruckt und die absolut chillige, relaxte Atmosphäre. Nicht umsonst nennen die Leute Pai, Stadt der Hippies. Wir kommen definitiv wieder wenn wir im Norden Thailands sind. 

Ja Leute schon sind 60 Tage in Thailand vorbei, wir sitzen mittlerweile am Flughafen in Bangkok und schreiben diese letzten Zeilen hier. In ein paar Stunden verlassen wir unser geliebtes Thailand (es fühlt sich wie zu Hause an, nach so vielen Besuchen hier) und erkunden das nächste Land auf unserer Reise. Klar ihr wisst es ja schon wohin es geht. Vietnam wir kommen, was uns dort erwartet und was wir alles entdecken erfahrt ihr natürlich wie immer in den nächsten Beiträgen. Lasst uns gerne ein Kommentar da und schaut euch unser Fotoalbum Pai an, dort findet ihr viele Fotos unserer Erlebnisse. Bis die Tage...

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Now or never

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Kommentare: 2
  • #1

    Sabine (Samstag, 14 Dezember 2019 19:20)

    Ja so eine Höhlentour stell ich mir spannend vor � . Die Bergtour war bestimmt nicht ganz ungefährlich aber die Aussicht umso schöner � ihr habt ja mal wieder viel gesehen � Und wir dadurch auch � Freu mich auf eure Berichte

  • #2

    Petra Kalinowsi (Samstag, 21 Dezember 2019 17:56)

    Wunderschön - wir müssen doch einmal so weit in den Norden, die Landschaft ist einfach ein Traum!

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