Hauptstadt und der berühmteste Tempel der Welt

Nach einiger ziemlich langen, engen und nervenaufreibenden Fahrt kamen wir nach geschlagenen sechs Stunden an. Zum ersten mal auf unsere Reise hatte ich zwischendurch Todesangst, es war dunkel es kamen uns unzählige LKW auf UNSERER Spur entgegen und unser Fahrer meinte es bis auf den letzten Meter auszureizen und erst kurz vorm Knall auszuweichen (keine Sorge Familie, uns gehts gut :-)). 

 

Da wir mit den Jungs nicht das selbe Hotel hatten trafen wir uns Abends noch an der Promenade von Phnom Penh auf ein Bier und Fried Rice um dann hundemüde ins Bett zu fallen. Unsere Unterkunft war irgendwie strange. Im Erdgeschoss standen Autos in vorgeschriebenen Plätzen aus denen dann Treppen in Wohnungen führten. Wir waren in der zweiten Etage die einem Jugendheim ähnelten. Allerdings war das Zimmer wirklich gut, zwei große Betten, eine vernünftige Dusche und Klimaanlage. Nach der ersten Nacht trafen wir uns ein letztes Mal mit unserem Besuch, direkt gegenüber unserer Unterkunft (die ein wenig außerhalb vom Zentrum lag) gab es einen Starbucks und ein tolles Restaurant in dem wir zu Mittag aßen und uns dann am frühen Nachmittag von den Drein verabschiedeten. Wir hatten eine wahnsinnig tolle Zeit zu fünft und wir freuen uns schon auf den nächsten Besuch, wer und wann es auch immer sein wird :-).

 

Am darauffolgenden Tag fuhren Benni und ich zu den berühmten Killing Fields von Phnom Penh. Wir möchten eigentlich nicht all zu viel darüber schreiben denn wir waren einfach nur geschockt, die Geschichte dieses Landes ist so traurig und dies wird einem auf den Killing Fields bei einer Audio-Guide geführten Tour auf erschreckende Weise klargemacht. Nach dem Ausflug konnten wir verstehen warum so viele Leute während der Tour in Tränen ausbrechen, denn dieses Verbrechen war einfach nur abscheulich. Wir haben auch keine Fotos gemacht, irgendwie fanden wir es komisch Fotos von den Überresten der Menschen oder der Kleidung zu machen. 

 

 

In Phnom Penh war es super heiß, wir entschieden uns also am nächsten Tag früh in die Stadt zu gehen. Mit dem Tuk Tuk ging es wieder Richtung Promenade wo wir am „Independet Monument“ ausstiegen und den Rest zu Fuß erkundet haben. Der Unterschied zwischen „arm und reich“ oder zwischen „sauber und dreckig“ ist mir in keiner Stadt so krass aufgefallen wie in Phnom Penh. Hier stehen riesige moderne Villen auf der einen Seite und auf der anderen Straßenseite lebt eine fünfköpfige Familie auf der Straße bzw. in einem Holzverschlag, wir haben in noch keiner anderen asiatischen Großstadt so viele teure Autos gesehen wie hier, andererseits aber auch noch nicht so viele arme Menschen. Man muss die Stadt wirklich auf sich wirken lassen und selbst entscheiden wie man mit so etwas umgeht. 

 

Wir liefen eine ganze Weile durch die Stadt, vorbei am beeindruckenden Königspalast der sich direkt am Mekong befindet. Hier machten wir eine längere Pause und unterhielten uns eine ganze Weile mit zwei Mädels aus Phnom Penh die für ihr Tourismus-Studium (90% der jungen Studenten studieren Tourismus) einige Informationen von Touristen brauchten. Wir lieben solche Gespräche und sind immer wieder froh wenn wir helfen können. Dann ging es für uns buchstäblich in den Himmel. Durch Zufall haben wir am Vorabend von einer französischen Bäckerei gehört und mussten dorthin. Wir öffneten die Tür, es roch nach frischem Brot und Kaffee, links von uns lagen krosse Baguettes und links kleine Brötchen, Walnussstangen und Rosinenschnecken. Oh mein Gott! Nach langer Zeit gab es für uns mal wieder frisches Brot mit leckerem Käse und ein Baguette mit Hähnchenbrust, der absolute hammer. Natürlich deckten wir uns auch für die Fahrt am nächsten Tag mit frischem Gebäck ein, wer weis wie lange es dauert bis wir so etwas wiederfinden. 

 

Nach vier Nächten in Phnom Penh ging es für uns nach Siem Reap zur wohl bekanntesten Tempelanlage der Welt. Die sechsstündige Busfahrt war einer der angenehmsten die wir je hatten, zwei Pausen, Wlan, Snacks, Wasser und eine gute Klimaanlage, solche Kleinigkeiten machen die Fahrten echt angenehmer. In Siem Reap angekommen ging es für uns mit dem Tuk Tuk noch ein kleines Stück raus aus der Stadt, unserer Unterkunft lag wieder ein wenig außerhalb. Von unseren guten Freunden Adam & Ivonne haben wir eine tolle Unterkunft empfohlen bekommen. Das Zimmer war riesig, wir hatten ein riesiges Bett, ein Bad welches zweimal so groß war wie unser Bad zu Hause, die Anlage hatte einen Pool und nette Sitzmöbel zum chillen und entspannen. Direkt am ersten Abend verlängerten wir unseren Aufenthalt um zwei Nächte. Die ersten Tage verbrachten wir mit unserem Blog, saßen am Pool, genossen die Ruhe und aßen sehr lecker zu Abend. Die wohl größte Überraschung war die Currywurst die dort angeboten wurde!! Benni hatte von vier Tagen an drei Tagen eine Currywurst und sie schmeckte wie zu Hause, Sau gut !! Dieser Ort war echt zum Wohlfühlen. Natürlich schauten wir uns an einem Nachmittag die Innenstadt von Siem Reap an und wir waren positiv überrascht, natürlich hatten auch hier die Franzosen ihre Finger im Spiel, aber die alten französischen Gebäude machen eine Stadt irgendwie gemütlich. Neben einer sehr bekannten Pubstreet an der sich ungefähr 40 Bars an jeder Straßenseite aneinander reihten hat Siem Reap auch tolle Märkte und nette Restaurant zu bieten! Nach knapp drei Stunden in der Stadt schrie der Pool wieder nach uns, es war super heiß und am nächsten Tag wollten wir schließlich die berühmte Tempelanlage von Angkor besuchen. 

 

 

Um 08:00 wurden wir von einem Tuk Tuk abgeholt der uns den ganzen Tag durch die Anlage fahren sollte. Als erstes ging es für uns allerdings zum Ticket Center der Anlage, dieses befindet sich, warum auch immer, außerhalb des Areals und so fuhren wir letztendlich erst gegen 09:00 das Angkor Wat an. Wir entschieden uns für den „kleinen Circle“ auf dem man vier oder fünf der berühmtesten Tempel besuchen kann. 

 

Wir starteten also beim wohl berühmtesten, dem Angkor Wat. Man betritt die Anlage durch ein imposantes Tor und läuft dann direkt auf das Angkor Wat zu, schon von weitem ist die Anlage sehr beeindruckend. Je näher man dem Ganzen kommt desto mehr erkennt man die Schönheit dieses Tempels. Die ganzen Verzierungen und Reliefe sieht man meist erst auf den dritten oder vierten Blick. Ich wagte natürlich auch noch den Weg nach oben, mittlerweile ist es so das man über „Besuchertreppen“ auf die Türme kommt, Gott sei dank denn anders würden die Massen an Menschen alles zerstören. Der Blick von oben war ein Traum, man schaut durch kleine Fenster über die vor einem liegende Anlage und den See. 

 

 

Nach gut zwei Stunden Sightseeing gingen wir zurück zu unserem Fahrer der geduldig im Schatten auf uns wartete. Man kann sich garnicht vorstellen wie groß diese Anlage(n) sind. Alleine zum nächsten Stop, dem Bayon Tempel fuhren wir knapp sechs  km durch die brütende Hitze. Über eine wunderschöne Brücke die links und rechts mit riesigen Statuen besetzt war gingen wir (der Fahrer wartete auf der anderen seite) durch einen Torbogen in Richtung Tempel. Schon am Tor konnte man erkennen wofür diese Anlage bekannt ist; die gigantischen Gesichter die sich an den Türmen befinden. 

 

Am Bayon Tempel angekommen konnte ich garnicht genug vom Anblick bekommen. Dieser Tempel war für mich noch viel beeindruckender und schöner als das Angkor Wat. Mitten in einer Art Wald steht die „kleine“ Anlage. Man schleicht geduckt durch die engen dunkle Gänge und entdeckt hinter jeder Ecke eine neues Gesicht welches einen von obenherab ansieht. Wir fragten uns immer wieder wie sowas im 12 Jahrhundert gebaut werden konnte, Wahnsinn! Hier war auch der perfekte Platz für eine Pause, es wurde auch immer heißer und so gab es erstmal eine kalte Ananas/Mango (der beste Snack an heißen Tagen) und ein Kaltgetränk.

 

 

Gestärkt ging es für uns zu Fuß weiter zum Baphuon Tempel, dieser eher unbekannte Tempel steht den Großen in nichts nach und von oben hat man eine fantastische Aussicht. Der Weg nach oben ist garnicht so einfach es ist eng und steil sodass man richtig ackern muss um hoch zu kommen. Von oben hat man auch einen direkten Ausblick auf die „Terrace of the Elephants“, die ebenfalls sehr beeindruckend ist. Auf einer Länge von bestimmt 350 Meter befinden sich unzähligen Elefanten Reliefe und Reliefe von Figuren (ich weis nicht genau was sie darstellten). Die Terrasse wurde damals vom König als Art Plattform genutzt um bei Paraden oder Festen einen guten Blick über das Geschehen zu haben.

 

 

Als wir dann unseren Tuk Tuk Mann wiedergefunden hatte (das ist bei so vielen Tuk Tuk‘s garnicht so einfach) war es schon nach Mittag und es wurde fast unerträglich heiß und so entschieden wir uns nur noch einen Tempel zu machen und zwar ging es für uns zum Ta Prohm. Dieser Tempel ist vor allem durch den Film Tom Raider berühmt geworden. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Da sich auch dieser auf einem riesigen Gelände befindet steigen wir am westlichen Tor aus und liefen zum östlichen. Dieser Tempel war von allen am vollsten, es war aber immer noch erträglich. Schnell erkennt man auch die mystische und beeindruckende Kulisse. Die Bäume und Schlingpflanzen holen sich ihren Platz wieder und winden sich in schwindeleregenden Höhen an den Überbleibseln der Tempel hoch! Dieser Ort ist wirklich magisch! 

 

Nach einem langen, heißen und anstrengenden Tag freuten wir uns schon wieder auf unseren Pool und Benni auf die Curry Wurst. 

 

 

Es war eine wundervolle Zeit in Kambodscha, am nächsten Tag ging es für uns mit dem Bus weiter nach Laos.

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Now or never

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Kommentare: 1
  • #1

    Moni x (Samstag, 14 März 2020 17:45)

    Ein Tempel schöner, als der nächste, das kommt gut rüber.
    Danke für den tollen Bericht. Beim Lesen kann man sich
    so richtig hinein versetzen.
    Have a nice time!

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